Aktivität und gesunder Lebensstil als Geheimnis der Hundertjährigen

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  • Kategorie: Anti-Aging
  • Zuletzt aktualisiert: Samstag, 28. Juli 2012 15:47
  • Veröffentlicht: Donnerstag, 11. Dezember 2008 13:04
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Wer im Rentenalter einen gesunden Lebensstil pflegt, hat gute Chancen 90 Jahre oder älter zu werden. Dies zeigt eine neue Auswertung der Physician’s Health Study in den Archives of Internal Medicine (2008; 168: 284-290). Nach einer anderen dort publizierten Kohortenstudie (2008; 168: 277-283) erreichen viele Menschen trotz chronischer Erkrankung ein biblisches Alter.

Zwillingsstudien zeigen laut Laurel Yates vom Brigham & Women’s Hospital in Boston, dass nur ein Viertel der Lebenserwartung genetisch bedingt ist. Wie sich die anderen drei Viertel am besten modifizieren lassen, hat die Altersforscherin an einer Gruppe von Teilnehmern der Physician’s Health Study untersucht. Als die Studie Anfang der 80er-Jahre begonnen wurde, hatten 2.357 Teilnehmer bereits das Seniorenalter erreicht. Von den damals im Durchschnitt 72 Jahre alten Männern haben 970 (41 Prozent) ein Alter von 90 Jahren und mehr erreicht. Während dieser Zeit haben sie regelmäßig Fragebögen ausgefüllt, weshalb Yates den Einfluss des Lebensstils auf die Überlebensrate berechnen kann.

Das Altwerden ist nicht gleichbedeutend mit Krankheit oder Schwäche. Sie hebt fünf “Überlebens”-Faktoren hervor: Bewegung, Blutdruck, Körpergewicht, Nichtrauchen und kein Diabetes. Der wichtigste sei Bewegung. Wer sich im Rentenalter auch körperlich zur Ruhe setzt, senkt seine Chancen ein Alter von 90 Jahre zu erreichen auf 44 Prozent. Hypertoniker erreichen das Alter nur zu 36 Prozent, Adipöse nur zu 26 Prozent, Raucher gar nur zu 22 Prozent. Wenn drei Faktoren, wie ungesunder Lebensstil, Adipositas und Diabetes zusammenkommen, sinken die Chancen auf 14 Prozent. Und wenn alle fünf Faktoren zutreffen, hat ein 70-jähriger Mann nur eine Chance von vier Prozent, bis zum 90. Lebensjahr länger zu leben.

Eine andere Kohorte, die New England Centenarian Study, entwirft ein ähnliches Bild. Die Studie wurde 1994 begonnen und umfasst mittlerweile 523 Frauen und 216 Männer, die 97 Jahre oder älter geworden sind. Kaum einer der Hundertjährigen ist adipös, nur wenige rauchen, die meisten können mit Stress gut umgehen, wie frühere Untersuchungen zeigten. Die aktuelle Auswertung von Dellara Terry von der Boston University kommt zu dem Ergebnis, dass viele das hohe Alter trotz chronischer Erkrankungen erreichten. Ein Drittel aller Teilnehmer leidet seit mehr als 15 Jahren an chronischen Erkrankungen der Lunge oder des Herzens, an Demenz oder Diabetes, Hypertonie oder Schlaganfall, Osteoporose oder Morbus Parkinson.

Alle diese Erkrankungen senken nach Ansicht der Experten die Lebenserwartung deutlich. Warum einige Studienteilnehmer trotzdem hundert Jahre alt werden konnten, ist unklar. Terry vermutet, dass die Behinderung, welche die Erkrankung für die älteren Menschen bedeutet, eine wichtige Rolle spielt. Denn trotz der oft jahrzehntelangen chronischen Erkrankung zeichneten sich die Hundertjährigen durch den Erhalt ihrer Selbstständigkeit aus. Mehr als die Hälfte der Männer und ein Viertel der Frauen hatten einen Barthel-Index von 90 (von 100 möglichen Punkten), was zeigt, dass sie trotz chronischer Erkrankung noch in der Lage sind, selbstständig zu essen, sich fortzubewegen und ihre Körperpflege durchzuführen.