Immer mehr gefälschte Arzneimittel

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  • Kategorie: Aufgepasst!
  • Zuletzt aktualisiert: Samstag, 28. Juli 2012 15:47
  • Veröffentlicht: Mittwoch, 20. August 2008 23:00
  • Geschrieben von Lisa Oberländer
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Die Bundesregierung und das Bundesgesundheitsministerium warnen erneut.

Die Zahl der von Zollbeamten sichergestellten gefälschten Medikamente ist in den vergangenen drei Jahren dramatisch bis auf das Fünffache gestiegen. Schwerpunkt sind neben Anabolika im Fitnessbereich vor allem Präparate zur Potenzsteigerung oder zum Schlankwerden sowie gefälschte Arznei mit geringerer Dosis als auf der Packung angegeben.

Zu den "echten" Fälschungen kommen laut Bundesarzneimittelinstitut (BfArM) in Bonn manipulierte Präparate, bei denen Original-Arzneien mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum umverpackt werden oder Originale aus der Packung herausgenommen und durch minderwertige Ware ersetzt werden. Über die Herkunft ist dem Bundeskriminalamt (BKA) nichts Genaues bekannt: "Es gibt aber Hinweise, dass ein Teil der Fälschungen aus Osteuropa, Südostasien und auch aus Südafrika nach Deutschland gelangt." Fakt ist den Experten zufolge, dass die illegalen Kopien immer perfekter gemacht sind und sich oft kaum noch vom Original unterscheiden.

Nach Schätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind sogar etwa die Hälfte der in den Industriestaaten im Internet illegal angebotenen Medikamente Fälschungen. Es gibt darunter viele Präparate, die keinerlei oder aber giftige Wirkstoffe enthielten, denn die Mehrzahl der Fälscher ignoriert die Standards einer modernen Arzneimittelherstellung. Daher sind die entstehenden Produkte von fragwürdiger Qualität. "Die Auswirkungen auf das Leben der Menschen sind verheerend", sagte WHO-Experte Howard Zucker dazu. "Ob arm oder reich, viele Patienten, die solche Medikamente in gutem Glauben einnehmen, können kränker werden oder sterben." Ziel muss es nach Ansicht der WHO sein, die legalen Arznei-Versender zu unterstützen und die kriminellen zu isolieren.

So können Sie sich schützen:
  • Gehen Sie kritisch mit jedem Angebot um. Die wichtigste Frage ist: Kann ich dem Anbieter vertrauen? Achten Sie immer darauf, dass Adresse bzw. Absender des Anbieters klar und deutlich ausgewiesen und NICHT verschleiert sind.
  • Lassen Sie die Finger von Angeboten, die Sie aus Spam-E-Mails erhalten.
  • Hüten Sie sich vor Wundermitteln, die selbsternannte Doktoren und Heiler gegen alle gängigen Volkskrankheiten anbieten.
  • Meiden Sie Angebote, bei denen Sie ausschließlich per Vorkasse bezahlen müssen. Seriöse Firmen bieten u.a. die Zahlung per Rechnung mit einer Frist von mindestens 14 Tagen an.
  • Besprechen Sie das Angebot gegebenenfalls mit Ihrem Arzt.
  • Nehmen Sie im Zweifelsfall mit dem Kundendienst Kontakt auf. Erhalten Sie eine individuelle Betreuung, können Sie sicher sein, dass es sich bei der betreffenden Firma nicht um eine kriminelle Organisation handelt.