Lebensmittelüberwachung beanstandet 129.000 Betriebe

Haben Sie sich auch schon einmal gefragt: Wie sicher sind eigentlich unsere Lebensmittel? Kann ich auch bei den hohen Temperaturen im Sommer den Großeinkauf erledigen, ohne böse Überraschungen erleben zu müssen? Sicher erinnern Sie sich an den Gammelfleisch-Skandal sowie an diverse Rückrufaktionen in der Vergangenheit.
Zahlreiche Institutionen und Behörden wirken mit, unsere Lebensmittel sicherer zu machen. Betriebe, die Lebensmittel herstellen, bearbeiten oder verkaufen, werden regelmäßig und bei Verdacht kontrolliert. Dabei wird unter anderem geprüft, ob im Betrieb einwandfrei nach hygienischen Standards gearbeitet wird und ob die Waren richtig gekennzeichnet und zusammengesetzt sind. Darüber hinaus werden Proben entnommen und in amtlichen Laboratorien untersucht. Mit den Informationen und Daten aus der Lebensmittelüberwachung wir der „Jahresbericht der Lebensmittelüberwachung“ zusammengestellt, der außerdem der Europäischen Kommission vorgelegt werden muss.

Fast jeder vierte überprüfte Betrieb, der Lebensmittel herstellt, bearbeitet oder verkauft, ist im Jahr 2007 bei Lebensmittelkontrollen aufgefallen. Etwa die Hälfte der Beanstandungen durch die Lebensmittelüberwachungsbehörden ging auf falsche, mangelhafte oder irreführende Kennzeichnung bzw. Aufmachung von Lebensmitteln zurück. Beispiele hierfür sind ein fehlendes Mindesthaltbarkeitsdatum oder Mogelpackungen. Auch eine fehlende Kennzeichnung gentechnisch veränderter Bestandteile oder allergener Stoffe führte zu Beanstandungen. Fast jede sechste bemängelte Probe war verdorben oder enthielt krankheitserregende Keime. Zehn Prozent der beanstandeten Proben wiesen Verunreinigungen durch Rückstände wie Pflanzenschutzmittel, Kontaminanten wie Acrylamid oder Fremdkörper wie Sand oder Glassplitter auf. In 17 Prozent der bemängelten Proben entsprach die Zusammensetzung der Lebensmittel nicht den Vorschriften. Hierunter fällt zum Beispiel die Verwendung von Schweinefleisch für ein Wiener Schnitzel, das aus Kalbfleisch bestehen muss.

Die Auswahl der Betriebe und Proben erfolgt EU-weit nach einheitlichen Grundsätzen und ist vor allem auf Betriebe und Lebensmittel gerichtet, von denen ein erhöhtes Risiko für den Verbraucher ausgehen kann. Proben, bei denen der Höchstgehalt unerwünschter Stoffe überschritten wurde, oder von denen ein ernstes Risiko für die menschliche Gesundheit ausging, wurden an das Europäische Schnellwarnsystem gemeldet.
Weitere Informationen erhalten Sie beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit