Amputationsrisiko bei Diabetes um das 10- bis 30-fache erhöht

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  • Zuletzt aktualisiert: Samstag, 28. Juli 2012 15:47
  • Veröffentlicht: Dienstag, 26. Juli 2011 07:15
  • Geschrieben von Lisa Oberländer
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Allein in Deutschland gibt es derzeit etwa 6,4 Millionen Diabetiker. Die Zahlen sind von 1988 bis 2001 um 45 Prozent gestiegen. Um weitere 50% wird sich die Anzahl Prognosen zufolge bis zum Jahr 2025 erhöhen.

Etwa 60.000 Amputationen werden in Deutschland pro Jahr vorgenommen. Hauptursache ist Diabetes mellitus und das von ihm ausgelöste Diabetische Fußsyndrom.

Mehr als ein Drittel der Diabetiker stirbt ein Jahr nach der Amputation, innerhalb von drei Jahren ist es bereits die Hälfte und nach fünf Jahren sind zählt die Statistik fast zwei Drittel. Bei der Hälfte der Beinamputierten musste innerhalb der nächsten vier Jahre auch am anderen Bein amputiert werden. Nach einer Oberschenkelamputation muss über die Hälfte dieser Patienten in einem Pflegeheim betreut werden. Von den Unterschenkel-Amputierten sind 30 Prozent nicht mehr gehfähig.



Ungeeignetes Schuhwerk kann eine Lawine ins Rollen bringen. Aus Druckstellen werden tieferliegende Substanzdefekte. Mehr als die Hälfte der über 60-jährigen Diabetiker leidet außerdem unter einer diabetischen Neuropathie. Durch den dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegel werden die feinen Blutgefäße, welche die Nerven der Arme und Beine versorgen, geschädigt. Es kommt zu Durchblutungsstörungen der Nervenfasern. Die Nervenfasern werden nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt und in ihrer Funktion eingeschränkt oder geschädigt. Schmerzreize werden nicht mehr gebildet bzw. weitergeleitet. Die Verletzung wird nicht als solche bemerkt. Die verzögerte Wundheilung bei Diabetikern fördert diese Situation zusätzlich.

Diabetes mellitus, übersetzt: "honigsüßer Durchfluss" oder die Zuckerkrankheit, ist die Bezeichnung für eine Gruppe von Stoffwechselkrankheiten und beschreibt deren ursprüngliches Hauptsymptom: Ausscheidung von Zucker im Urin. In der Antike wurde die Diagnose durch eine Geschmacksprobe des Urins gestellt, denn der Harn von Personen mit Diabetes weist bei erhöhtem Blutzuckerspiegel einen durch Zucker süßlichen Geschmack auf.

Es werden hauptsächlich zwei Diabetesformen unterschieden: Typ-1-Diabetes beginnt meist in der Jugend und entsteht durch die Zerstörung der Insulin produzierenden Zellen. Typ-2-Diabetes betrifft dagegen meist ältere Menschen, zunehmend sind aber auch jüngere Personen und sogar Kinder betroffen. Er beginnt langsam und beruht auf einer zunehmenden Unempfindlichkeit der Zellen gegenüber dem Insulin. Daneben gibt es noch einige seltenere Diabetes-Sonderformen und den Schwangerschaftsdiabetes.

Typische Symptome von Diabetes mellitus sind häufiger starker Durst, geringer Appetit, Gewichtsverlust, Abgeschlagenheit, Müdigkeit und Kraftlosigkeit, Heißhungerattacken (besonders zu Beginn der Krankheit), Infektanfälligkeit (vor allem Harnwegsinfekte und Infektionen der Haut), Juckreiz, Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Sehstörungen, Muskelkrämpfe, Bewusstseinsstörungen.

Die Diagnose Diabetes mellitus steht unabhängig von Alter und Geschlecht, wenn an mindestens zwei verschiedenen Tagen erhöhte Blutzuckerwerte gemessen wurden.

Es gelten folgende Werte:

 

normal

gestörte Glukosetoleranz

Diabetes

Nüchtern-Wert

< 100 mg/dl
(< 5,6 mmol/l)

≥ 100 bis < 126 mg/dl
(≥ 5,6 bis < 7,0 mmol/l)

≥ 126 mg/dl
(≥ 7,0 mmol/l)

Nicht-nüchtern Wert

< 140 mg/dl
(< 7,8 mmol/l)

≥ 140 bis < 200 mg/dl
(≥ 7,8 bis < 11,1 mmol/l)

≥ 200 mg/dl
(≥ 11,1 mmol/l)

Eine lebenslange, sorgfältige Blutzuckereinstellung ist bei Diabetes mellitus entscheidend, um Spätschäden zu verhindern, die im Wesentlichen durch Veränderungen der Blutgefäße hervorgerufen werden. Zu solchen Spätschäden gehören der Herzinfarkt, der Schlaganfall, Durchblutungsstörungen der Beine und Füße, Veränderungen der Netzhaut, die zum Erblinden führen können, Störungen der Nierenfunktion bis hin zum Nierenversagen und Erektionsstörungen. Durch Zuckerschäden an den Nerven können Taubheitsgefühle und Gefühlsstörungen auftreten.

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