Hätten Sie es gedacht? Handystrahlen vermindern Alzheimer

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  • Kategorie: Gehirn und Nerven
  • Zuletzt aktualisiert: Samstag, 28. Juli 2012 15:47
  • Veröffentlicht: Freitag, 08. Januar 2010 14:52
  • Geschrieben von Lisa Oberländer
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Das neue Jahr hat gerade erst begonnen. Alles ist noch frisch und jungfräulich. Es gibt Vorsätze und viele Dinge, die man einfach besser machen möchte. Doch was passiert um uns herum? So habe ich kürzlich in einem bekannten Ärztemagazin gelesen: Beim «offenen Bein» sollte (neuerdings!) nach Grunderkrankungen gesucht werden. Da stellt sich einem doch die Frage, was man bisher gemacht hat. Nur die Wunde versorgt und ansonsten dumm geguckt? Die Welt ist ziemlich verkehrt. Regen wir uns lieber nicht auf und widmen unsere Gedanken den aktuellen Themen: Immer noch Schweinegrippe, Nacktkörperscanner mit Röntgenstrahlen, Olympische Spiele und natürlich die drohende Eiszeit… Oder doch lieber nicht?

Gleich zu Jahresbeginn gibt es eine gute Nachricht für alle Vieltelefonierer. Handys können vermutlich Alzheimer vermindern oder bei bereits ausgebrochener Erkrankung für Linderung sorgen. Außerdem soll die Handystrahlung bei Gesunden das Erinnerungsvermögen verbessern.
Am 07.01.2010 berichtete die Ärztezeitung, dass Mediziner der University of South Florida in Tampa auf eine überraschende Erkenntnis gestoßen waren. In einer Studie machten sie Mäuse mit und ohne Alzheimer zu im Modellversuch zu Handybesitzern mit durchschnittlichem Telefonverhalten von 2 Stunden täglich. In der Nähe der Käfige wurde für 7 bis 9 Monate eine Antenne platziert die jeweils 2 x 1 Stunde pro Tag eine für Mobiltelefone übliche elektromagnetische Strahlung aussandte.

Die Wissenschaftler vom Alzheimer-Forschungszentrum der Universität staunten nicht schlecht über das Ergebnis:
Bei jungen, noch nicht erkrankten Tieren bildeten sich - anders als normalerweise - während des Versuchs keine Beta-Amyloid-Plaques im Gehirn, zeigten Analysen. Verhaltenstests machten deutlich, dass ihre kognitiven Fähigkeiten vollständig erhalten blieben. Bei älteren Tieren mit Alzheimer stellten die Ärzte fest, dass sie bei Leistungstests nach der mehrmonatigen Bestrahlung ebenso gut abschnitten wie völlig gesunde Mäuse. Im Hirn fanden sich weniger Ablagerungen.
Und das war noch nicht alles: Setzten die Ärzte gesunde, genetisch nicht veränderte Mäuse den elektromagnetischen Wellen aus, schnitten diese anschließend besser bei den Gedächtnis-Tests ab als zuvor.
Die Forscher vermuten, dass die Ergebnisse auch für den Menschen relevant seien. Ursache und Zusammenhänge müssen allerdings noch weiter erforscht werden. Dass die möglichen positiven Effekte der Handystrahlung auf das Gedächtnis bislang verborgen blieben, könnte daran liegen, dass es noch keine Langzeitstudien dazu gegeben habe, heißt es in der Mitteilung der Universität.  (Quelle: Journal of Alzheimer's Disease 19, 2010, 191).