Schreckgespenst Altersdemenz - Wie Sie vorbeugen können

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  • Kategorie: Gehirn und Nerven
  • Zuletzt aktualisiert: Samstag, 28. Juli 2012 15:47
  • Veröffentlicht: Mittwoch, 29. September 2010 07:19
  • Geschrieben von Lisa Oberländer
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Immer mehr Menschen freuen sich über ein höheres Lebensalter. Doch über den hinzugewonnenen Jahren hängt für viele ein Schreckgespenst: Altersdemenz!

Prognosen zufolge soll sich die Anzahl der Erkrankungen in den nächsten 40 Jahren verdoppeln. Schwere Gedächtnisstörungen, Verfolgungswahn, Schlaflosigkeit, Stimmungsschwankungen, Unruhezustände, Vereinsamung, Depressionen aber auch Aggressionen sind ihre Begleiter. Ein Leben ohne Erinnerungen, ohne eigene Geschichte und in völliger Abhängigkeit ist das Bild, welches ein Leben mit Demenz zeichnet. Bei der Vorstellung, einmal selbst so betroffen zu sein, fühlt sich fast jeder hilflos und ausgeliefert. Manch einer denkt sogar an Suizid oder an aktive Sterbehilfe.

Je früher im Leben die Erkrankung einsetzt, desto schneller ist meist auch ihr Verlauf. Nur ungefähr fünf Prozent der Alzheimer-Erkrankungen sind erblich bedingt. Ab dem 60. Geburtstag verdoppelt sich das Risiko, an Alzheimer zu erkranken, alle fünf Jahre. 2 Prozent der 65-Jährigen und bereits 40 Prozent der über 90-Jährigen sind davon betroffen. Mit der Lebenserwartung steigt auch die Anzahl der Krankheitsfälle. Treffen kann es jeden - Politiker, Künstler, Intellektuelle.

Die nachfolgende Tabelle zeigt anhand von Beispielen, wann ein Verdacht auf Demenz bestehen kann und Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen sollten.

alltäglich vorkommend

den Arzt konsultieren

Bestimmt kennen Sie das. Es liegt Ihnen etwas auf der Zunge, aber Sie finden einfach nicht das richtige Wort, um es auszudrücken.

Schon einfache Worte können verloren gehen. Betroffene verwenden dann "Füllwörter", oft sogar mit völlig anderem Sinn.

Sicher haben Sie auch schon einmal Schlüssel oder Brille verlegt oder irgendwo Ihre Tasche liegen gelassen.

Manche Dinge finden sich an völlig ungewöhnlichen Plätzen wieder. Der Schlüssel im Kühlschrank, das schmutzige Geschirr in der Garage oder der Laptop in der Speisekammer. Wie diese Gegenstände dort hin gelangt sind, wurde vergessen.

Schusselige Menschen vergessen schon mal, dass das Essen auf dem Herd steht.

Nicht nur der Topf wird vergessen, sondern auch, dass überhaupt gekocht wurde.

Sie gehen am Wochenende manchmal "auf die Schnelle" im Morgenmantel an den Briefkasten, um die Zeitung zu holen?

Jemand geht im Schlafanzug zum Einkaufen oder bei Kälte im leichten Sommerkleid nach draußen, ohne zu wissen, dass diese Kleidung nicht angebracht ist.

Sie finden sich in einer Gegend, in der Sie schon längere Zeit nicht mehr waren, nicht gleich zurecht?

Betroffene können sich in der eigenen Straße verlaufen. Sie wissen nicht wo sie sind, wie sie dort hingekommen sind und finden nicht mehr nach Hause.

Im Durchschnitt dauert die Alzheimer-Erkrankung neun bis zwölf Jahre, wobei sie häufig erst nach ein bis drei Jahren diagnostiziert wird. Vom Zeitpunkt der Diagnose an leben die meisten Patienten durchschnittlich zehn Jahre, einige aber auch bis zu 20 Jahre. Demenz ist nicht allein die Folge des normalen Alterungsprozesses, sondern eine Erkrankung, bei der die Leistung des Gehirns dauerhaft und fortschreitend abnimmt. Im Alter schrumpft jedoch auch unweigerlich das Gehirn, egal ob man eine Demenz entwickelt oder nicht. Bei bestehender Demenz schrumpft es jedoch deutlich stärker und schneller.

Die gute Nachricht: Vitamin B kann einer neuen Studie zufolge möglicherweise eine wirksame und preiswerte Waffe gegen Altersdemenz sein.
Die Ergebnisse einer Untersuchung von Forschern der Universität Oxford und aus Norwegen zeigen, dass die tägliche Einnahme von hoch dosierten B-Vitaminen und Folsäure bei älteren Menschen das Schrumpfen des Gehirns eindämmen und damit Demenz vorbeugen kann. Vorgestellt wurden die Ergebnisse in der Online-Zeitschrift "Public Library of Science ONE". Die Idee dahinter: Als Risikofaktor für eine Demenz gelten auch hohe Homocysteinwerte. B-Vitamine (vor allem B-12 und B-6) und Folsäure senken die Homocysteinspiegel. In der Studie erhielten 271 Patienten zwei Jahre lang entweder Placebo oder eine Therapie mit Folsäure und B-Vitaminen. Mit Vitamintherapie war die Volumenabnahme des Gehirns etwa 30 bis 50 Prozent geringer als in der Placebogruppe.

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