Studie: Ginkgo schützt Nervenzellen

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  • Kategorie: Gehirn und Nerven
  • Zuletzt aktualisiert: Samstag, 28. Juli 2012 15:47
  • Veröffentlicht: Dienstag, 26. Juli 2011 07:12
  • Geschrieben von Lisa Oberländer
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Um das Älterwerden kommt niemand von uns herum. Es macht sich nicht nur äußerlich bemerkbar, wenn sich graue Haare und Fältchen zeigen. Auch das Herz gerät leichter einmal aus dem Takt, die Gelenke murren frühmorgens und das Lösen komplexer Mathematikaufgaben ist schon lange nicht mehr Freizeitbeschäftigung Nummer eins.

Wenn Nervenzellen altern, nimmt die Aktivität ihrer Mitochondrien ab. Es entsteht ein Energiemangel, der als Folge die weitere Zellalterung der Neuronen bis hin zum Zelluntergang fördert. Dieser Kreislauf lässt sich mit Ginkgo durchbrechen, wie Heidelberger Forscher in einem Zellmodell zeigen konnten.

Von der befruchteten Eizelle bis hin zur Geburt entwickelt sich das Gehirn mit einer Geschwindigkeit von 250.000 Nervenzellen pro Minute. Bei der Geburt verfügt jede menschliche Hirnzelle über ungefähr 2.500 Kontaktstellen zu anderen Nervenzellen. Bei einem Kind im Alter von drei Jahren sind es sogar über 15.000. In den folgenden 15 Jahren werden diese Verbindungsstellen wieder reduziert bis nur noch etwa 10.000 übrig bleiben. Das sollten genau die sein, die wir aufgrund der erlernten Lebensführung tatsächlich benötigen. Der Reifungsprozess des Gehirns gilt mit 18 Jahren als abgeschlossen.



In den Folgejahren werden die Kontaktstellen zu anderen Nervenzellen immer wieder optimiert und umgebaut - je nachdem, welche Leistung dem Gehirn abverlangt wird. Je schneller der Umbau und je komplexer die Vernetzung, umso leistungsfähiger ist das Gehirn.

Mit weiter fortschreitendem Alter sollten wir ganz besonders auf unsere Nervenzellen Obacht geben. Denn die für das Lernen notwendigen Umbauprozesse an den Verbindungsstellen der Nervenzellen funktionieren nicht mehr ganz so effektiv wie in früheren Lebensjahren. Zu diesem Ergebnis kamen Forscher von der Harvard Medical School, die die so genannte Genaktivität im Gehirn von Menschen im Alter von 26 bis 106 Jahren untersuchten. Dabei stellte sich heraus, dass die Aktivität der Gene, die speziell für Lernprozesse wichtig sind, nachlassen.

Hinzu kommt, dass das Gehirn im Alter oft schlechter durchblutet wird. Es erhält somit weniger Nährstoffe. Das Gehirngewicht nimmt ab und beträgt bei einem 70-Jährigen nur noch etwa 56% von dem eines 30-Jährigen. Die Gehirndurchblutung sinkt um ca. 20%.

Wenn Nervenzellen altern, können sie ihren Energiebedarf immer schlechter decken. Ist der Energiespiegel erniedrigt, altern sie umso schneller. Ein Kreislauf, der Leistungsfähigkeit kostet. Die Signalübertragung der Synapsen wird schwächer, schließlich reißen die Verbindungen zu anderen Neuronen völlig ab. Die Synapsen und schließlich die Neurone gehen zugrunde. Demenz tritt ein.

Der Abbauprozess beim Altern des Gehirns beginnt zuerst am Vorderhirn, weil die dort verankerten Funktionen nicht überlebenswichtig sind. Hier sitzen die kognitiven Fähigkeiten. Zuletzt altert das Stammhirn. Es kontrolliert schließlich so wichtige Prozesse wie unsere Atmung.

Dass der Kreislauf der Neuronen-Zellalterung sich mit einem Ginkgo-Extrakt durchbrechen lässt, zeigten die Heidelberger Wissenschaftler Kopitz und Kollegen in einem Zellmodell.

Ginkgo-Biloba-Extrakte schützen die Nervenzellen vor mitochondrialem Energiemangel auf antioxidativem Weg. Bedeutsam ist dies, weil auch beim ganz „normalen“ Alterungsprozess der oxidative Stress in den Mitochondrien zunimmt. Es sammeln sich vermehrt reaktive Sauerstoffverbindungen in den Zellen an. In den Zellkulturen, die mit Ginkgo behandelt wurden, fanden die Wissenschaftler praktisch keine untergehenden Zellen.

Ginkgo kann möglicherweise auch den Übergang zu einer Demenz verzögern. Deutliche Hinweise dafür liefert die GuidAge Studie im Juni 2010. Die französischen Forscher konnten zeigen, dass die Einnahme von täglich 240 mg Ginkgo-Extrakt über einen Zeitraum von mindestens 4 Jahren das Risiko, an Alzheimer zu erkranken, um nahezu die Hälfte senken kann.
Eine internationale Forschungsgruppe um Professor Yuan Luo aus Baltimore in Maryland zeigte, dass Inhaltsstoffe des Ginkgo-biloba-Extraktes die Hippocampuszellen dazu anregen können, neue Nervenzellfortsätze und Synapsen zu schaffen.

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