Jodmangel in der Schwangerschaft kostet Intelligenz der Kinder

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  • Zuletzt aktualisiert: Sonntag, 09. Februar 2014 12:26
  • Veröffentlicht: Donnerstag, 25. Juli 2013 09:12
  • Geschrieben von Lisa Oberländer
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Haben Frauen in der Schwangerschaft einen Jodmangel, ist es auch weniger gut um die Intelligenz ihrer Kinder bestellt: Im Alter von neun Jahren lesen sie langsamer und mit mehr Fehlern als der Nachwuchs von Müttern mit ausreichend Jod.

Belegt wurde dies aktuell für die Jodversorgung Schwangerer. Dazu haben Forscher aus Großbritannien die Jodkonzentration in Urinproben von 1040 schwangeren Frauen im ersten Trimenon bestimmt (Lancet 2013, online 22. Mai).

Der IQ der Kinder wurde im Alter von acht Jahren bestimmt, die Lesefähigkeit mit neun Jahren.

Die Mütter wurden in zwei Gruppen eingeteilt: jene mit einem Jod-Kreatinin-Verhältnis unter 150 μg/g und jene darüber. Ein Wert unter 150 μg/g entspricht der WHO-Definition von Jodunterversorgung in der Schwangerschaft.

Die Ergebnisse: Einen Intelligenzquotienten in der untersten Quartile hatten 27% der Kinder von Müttern mit einem zu niedrigen Jodspiegel. Waren die Mütter in der Schwangerschaft gut mit Jod versorgt, fielen nur 21% des Nachwuchses in das unterste IQ-Quartil.
Erhöhtes Risiko für suboptimalen IQ

Ähnliche Ergebnisse gab es auch bei der Lesefähigkeit mit neun Jahren. Dazu wurden Lesegeschwindigkeit, -genauigkeit und Verständnis ermittelt. Einen Lese-Score in der untersten Quartile hatten 27% versus 18% des Nachwuchses.

Die Forscher drücken diese Zahlen auch anders aus: Jodmangel erhöht das Risiko für einen suboptimalen IQ um 33% und für mangelnde Lesefähigkeit um mehr als 40%.

Dabei waren diese Ergebnisse dosisabhängig: Ein Jod-Kreatinin-Verhältnis unter 50 μg/g im ersten Trimenon erhöhte die genannten Risiken sogar um 50% bzw. 120%.

Die Forscher betonen die Notwendigkeit einer ausreichenden Jodversorgung in der frühen Schwangerschaft, da ein Jodmangel die Gesundheit des Kindes gefährden könne.

Quelle: Ärzte Zeitung, 25.07.2013