Herzinfarkt bei Frauen - Zur Hälfte tödlich

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  • Kategorie: Herz und Gefäße
  • Zuletzt aktualisiert: Samstag, 28. Juli 2012 15:47
  • Veröffentlicht: Montag, 22. November 2010 07:41
  • Geschrieben von Lisa Oberländer
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Wenn Frauen Angst vor Krankheiten haben, dann fürchten sie sich meist vor Krebs. Vor dem Herzinfarkt wiegen sich viele dagegen in Sicherheit. Herzinfarkte werden noch immer als typische Männererkrankung angesehen. Die Realität spricht jedoch eine andere Sprache. Die Infarktrate geht bei Männern deutlich zurück, während sie bei Frauen stetig ansteigt. Allein in Deutschland erleiden über 130.000 Frauen pro Jahr einen Herzinfarkt. Rund die Hälfte überlebt ihn nicht!

Ein Herzinfarkt ereignet sich selten aus heiterem Himmel. Die meisten Menschen leiden schon Jahre vorher an einem Vorboten, der Angina pectoris. Bei Männern kommt es (oft nach körperlicher Belastung) zu einem Brustschmerz, der in den linken Arm ausstrahlen kann. Für den Arzt ein klarer Hinweis, dass eine Untersuchung des Herzens notwendig ist.
Frauen leiden häufiger unter Herzklopfen und Luftnot oder es wird ihnen kurz schwarz vor Augen. Dies sind Beschwerden, die Ärzte zunächst nicht an eine Verengung der Herzkranzgefäße denken lassen.
Eine amerikanische Studie von Wissenschaftlern der Universität Arkansas zeigte: 70 Prozent der Frauen hatten vor dem Infarkt keine Schmerzen im Brustbereich, sondern stattdessen ungewöhnliche Müdigkeit und Schlafstörungen. Auch Schwindelgefühle, Schmerzen im Oberbauch oder zwischen den Schulterblättern, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Übelkeit, Schweißneigung oder Angstgefühl können Hinweise auf einen Infarkt sein. Zu den akuten Beschwerden vor dem Infarkt zählten Kurzatmigkeit und Schwäche. Nur 30 Prozent der Frauen in dieser Studie berichteten von Schmerzen in der Brust, dem bei Männern typischen Symptom. Um einen Herzinfarkt frühzeitig zu erkennen, empfiehlt der wissenschaftliche Beirat der Initiative Frauenherz die NAN-Regel (Nase-Arm-Nabel). Alle plötzlich auftretenden Beschwerden zwischen Nasenspitze, Armspitze und Nabel, die nicht innerhalb von 15 Minuten wieder verschwinden, können auf einen drohenden Infarkt hindeuten. In diesem Fall ist eine sofortige ärztliche Untersuchung notwendig und unter Umständen lebensrettend, denn die ersten Minuten und Stunden eines Herzinfarktes sind für den Patienten von entscheidender Bedeutung.

Die Deutsche Herzstiftung (www.herzstiftung.de) empfiehlt: Wenn Beschwerden dieser Art in noch nie zuvor gekanntem Ausmaß auftreten, sofort die 112 wählen!
Viele Patienten zögern vor allem in der Nacht und am Wochenende, den Rettungsdienst zu rufen. Niemals in der Nacht auf den Morgen warten, niemals am Samstag oder Sonntag auf den Montag! Bei einem Herzinfarkt geht es nicht um einen ärztlichen Rat oder eine normale Behandlung, die Stunden Zeit hat. Beim Herzinfarkt zählt jede Minute. Ohne Zeitverzögerung müssen Betroffene ins rettende Krankenhaus gebracht werden. Sie verlieren wertvolle Zeit, wenn Sie zunächst beim Hausarzt oder bei Verwandten oder Nachbarn anrufen.

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