HIV-Therapie - Ist Heilung in Aussicht?

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  • Zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 09. Juni 2016 09:34
  • Veröffentlicht: Dienstag, 31. Mai 2016 10:19
  • Geschrieben von Lisa Oberländer
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Neue Ansätze in der Erforschung des Erbguts der HI-Viren und einer Stammzelltherapie bei HIV lassen Betroffene und Ärzte aufhorchen. Doch was sind HIV und AIDS?

AIDS wird durch das HI-Virus (Humanes Immundefizienz Virus) verursacht. Es schädigt das Abwehrsystem unseres Körpers und löst die Immunschwächekrankheit AIDS aus. Dabei dringt das HI-Virus in die T-Helferzellen (CD4-T-Lymphozyten) des Immunsystems ein, so dass Krankheitserreger nicht als körperfremde Strukturen (Antigene) erkannt und abgewehrt werden. Typ HIV-1 kommt weltweit, HIV-2 vor allem in Westafrika vor.
Die Übertragung von HIV geschieht durch ungeschützten Geschlechtsverkehr, infiziertes Blut, sowie eine Infizierung des Kindes durch die Mutter vor oder während der Geburt.

Der Krankheitsverlauf:

  1. Stadium A - Infektion mit HIV, unsymptomatischer Verlauf wie grippaler Infekt, krankheitsfreie Phase von etwa 10 Jahren
  2. Stadium B - Krankheitszeichen einer gestörten Immunabwehr bis zum Zusammenbruch der körperlichen Abwehr
  3. Stadium C - Ausbruch von AIDS, Phasen schwerer Infektionen und Tumor-Erkrankungen

 

Wie werden HIV-Infektion und AIDS behandelt?

Der HI-Virus gehört zur Gruppe der Retroviren. Die Therapie wird deshalb als Antiretrovirale Therapie (HAART)bezeichnet. Eine Kombination von 3 Medikamenten wird erst verabreicht, wenn Symptome einer HIV-Infektion auftreten. Ihr Einsatz soll die Vermehrung des HI-Virus verhindern. Die Wahl der Präparate ist von den Bedürfnissen und Begleiterkrankungen des Betroffenen abhängig.

Wie ist der aktuelle Forschungsstand zur Therapie von HIV?

  1. In einem einzigartigen Ansatz ist es bei der HIV Forschung inzwischen gelungen, bestimmte Enzyme so zu verändern, dass sie das Erbgut der HI-Viren in den infizierten Zellen aufspüren und zerstören. Im Reagenzglas war die Rekombinase-Technik bei 90% der Stammzellen erfolgreich. Unter Laborbedingungen konnte bestätigt werden, dass Stammzellen und künftige Generationen ihrer Zellen immun gegen HIV sind. Diese Zellen gelten als geheilt. Eine klinische Studie zur Stammzellentherapie ist frühestens für 2018 vorgesehen.
  2. Auch für sogenannte "Schläferzellen" von HI-Viren, die in bestimmten Zellen verbleiben und sich dort vermehren können, muss erst eine Lösung gefunden werden. Im "Shock and Kill-Ansatz" wird mit speziellen Medikamenten nach den Rückzugsorten der HI-Viren gesucht. Welche Zellen sich die Viren dazu aussuchen, ist nicht bekannt, so dass die bisherigen Ergebnisse nicht zufriedenstellend sind.
  3. Ein weiterer Ansatz berücksichtigt die Rezeptoren der Zelloberfläche, an denen die HI-Viren andocken. Diese werden gentechnisch verändert, um ein Anhaften und Eindringen der Viren zu verhindern. So könnten die Zellen Antikörper gegen HIV bilden. Eine Überlegung ist deshalb, Antikörper selbst herzustellen, um sie HIV-infizierten Menschen zu verabreichen.

Fazit

Eine vollständige Heilung ist derzeit nicht möglich. Realistisch ist die Entwicklung einer kombinierten Therapie aus allen aktuellen Forschungen. Studien zum klinischen Verlauf und mögliche Nebenwirkungen liegen noch nicht vor. Bis die Betroffenen von einer entsprechenden Therapie profitieren können, muss mit weiteren 10 Jahren gerechnet werden. Bei Symptomen einer HIV-Infektion ist die Einnahme einer Kombination aus verschiedenen Medikamenten indiziert, um eine Vermehrung der Viren in den infizierten Zellen zu verhindern.