Erkältung - Alle Jahre wieder...

Im Herbst, wenn die Tage kürzer, die Spätnachmittage kühler werden und die Natur sich auf den kommenden Winter einstellt, braucht auch unsere Gesundheit besonders viel Zuwendung.

Für die nächsten Tage sagen die Wetterfrösche 14 Grad vorher, am Wochenende sollen es sogar nur noch um die zehn Grad werden - begleitet von fiesem Regen. Genau die richtige Ausgangslage für eine ordentliche Erkältung mit all ihren unangenehmen Begleiterscheinungen und Einschränkungen.

Aber was genau steckt eigentlich dahinter?

Die Erreger, die uns mit unschöner Regelmäßigkeit Husten, Schnupfen und Heiserkeit bescheren, gehören zu den Viren und zwar im Frühling, Sommer und Herbst in der Regel zur Gruppe der Rhinoviren, im Spätherbst und Winter dagegen meist zu den RS- (=respiratory syncytial) oder den Influenza-Viren. Letztere sind die Erreger der "echten Grippe". Diese winzigen Eindringlinge brauchen für ihre Vermehrung lebende Zellen, oft sogar einen ganz bestimmten Zelltyp, in denen sie nach dem Eindringen ihre DNA oder RNA -also ihre Erbinformation- freisetzen können. Sie übernehmen dann die Kontrolle über einen Teil des Stoffwechsels der befallenen Zelle und bringen diese so dazu, neue Viruspartikel herzustellen. Die so entstehenden neuen Viren attackieren Nachbarzellen und so breitet sich die Infektion weiter aus.

Glücklicherweise verfügt der menschliche Körper über eine Reihe Abwehrmechanismen. Dazu gehören:

  • Die Haut und Schleimhaut sowie der saure Magensaft als natürliche Barrieren gegen eindringende Mikroorganismen.
  • Das Interferon. Infizierte Zellen bilden diesen Botenstoff, der den noch nicht befallenen Zellen eine gewisse Widerstandskraft gegenüber Viren verleiht.
  • Die zu den weißen Blutkörperchen (=Leukozyten) zählenden Lymphozyten. Nach einer Virusinfektion vermehren sich die so genannten T-Lymphozyten und reifen entweder zu Killerzellen oder zu T-Helferzellen heran. Die Killerzellen attackieren und vernichten die infizierten Zellen und stoppen so die weitere Virusproduktion. Aufgabe der Helferzellen ist es, die so genannten B-Lymphozyten zu unterstützen. B-Lymphozyten reifen nach Kontakt mit dem Virus zu Antikörper-Produzierenden Plasmazellen. Die Antikörper machen die Viren unschädlich, bevor sie erneut gesunde Zellen befallen können.
  • Die Makrophagen (=Fresszellen). Sie werden über von den Lymphozyten freigesetzte Botenstoffe angelockt und "fressen" die durch Antikörper neutralisierten Viren. Die Wanderung der Fresszellen an den "Ort des Geschehens" nennt man auch Chemotaxis.
  • Das Komplementsystem. Dabei handelt es sich um eine Gruppe von rund 20 enzymatisch wirksamen Eiweißmolekülen, die u. a. die Antikörperbildung beeinflussen und mithelfen das komplexe Orchester aus Abwehrmechanismen zu dirigieren.

Die Übertragung der Viren erfolgt als so genannte Tröpfcheninfektion

Die beim Niesen und Husten versprühten erregerhaltigen Schleimtröpfchen werden von Gesunden eingeatmet. Rhino- und RS-Viren können außerdem über infizierten Schleim an den Fingern "weitergereicht" werden. Besonders gefährdet für eine Ansteckung sind übermüdete oder psychisch erschöpfte Personen, außerdem Menschen, die an einer Allergie im Nasen-Rachenraum leiden (Heuschnupfen, Asthma) sowie Frauen in der Mitte zwischen zwei Perioden.

Was ist der Unterschied zu einer Grippe?

Lesen Sie dazu einen interessanten Artikel auf www.gesundheitsinformation.de vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), einer unabhängigen, privaten und gemeinnützigen Einrichtung, die auf Initiative des Gesetzgebers gegründet wurde, um die Wirksamkeit medizinischer Behandlungen zu bewerten.

Mit den Symptomen sind die Meisten von uns nur allzu gut vertraut

Ein bis drei Tage nach der Ansteckung verspürt man ein unangenehmes Kribbeln in Nase und Rachen. Anschließend fängt die Nasenschleimhaut an, Unmengen wässrig-klaren Schleims zu produzieren und man beginnt zu niesen. Meist ist die Körpertemperatur nur gering oder gar nicht erhöht und man fühlt sich zwar beeinträchtigt, aber nicht schwer krank. Das Nasensekret wird mit der Zeit dickflüssiger, grünlich-gelb und die Menge nimmt ab. Zu diesem Zeitpunkt kommt dann oft ein unangenehmer Husten dazu. Nach 4-10 Tagen verschwinden die Symptome meist wieder, der Husten hält allerdings oft noch länger an.

Bei geschwächtem Immunsystem kommt es häufig zu Sekundärinfektionen mit Bakterien.

Deutliches Indiz dafür ist die Farbe des abgesonderten Schleims. Ist dieser gelb bzw. grünlich, kann es sich um Bakterien handeln. In diesen Fällen ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Bakterien lassen sich in der Regel gut mit Antibiotika behandeln.

Antibiotika sind Substanzen, die die Vermehrung von Bakterien behindern (bakteriostatische Wirkung) oder Bakterien abtöten (bakterizide Wirkung). Wer glaubt, sie seien eine Errungenschaft der Wissenschaft, der irrt. Antibiotika gibt es seit jeher auch in der Natur. Sie sind eine der Geheimwaffen im Überlebenskampf der Natur selbst, denn es handelt es sich um Stoffe, mit denen sich Pflanzen selbst wirkungsvoll gegen schädliche Keime verteidigen. Es wird geschätzt, dass es bis zu 100.000 verschiedene natürliche Antibiotika gibt. Einige der bekanntesten möchten wir Ihnen nachfolgend vorstellen.

Knoblauch ist wohl das bekannteste natürliches Antibiotikum. Er ist nicht nur in der Lage Bakterien im Körper zu bekämpfen, sondern er setzt auch Viren und Pilzen zu. Wichtigster Inhaltsstoff ist die Aminosäure Alliin. Das zunächst geruchlose Alliin wird beim Zerkleinern durch ein Enzym in Allicin umgewandelt, das dann den typischen Geruch verursacht. Allicin tötet sowohl Bakterien und Viren als auch Pilze und Hefezellen ab.

Auch Oregano ist in seiner antibakteriellen Wirkung vergleichbar mit verschiedenen Antibiotika. Amerikanische Forscher aus Georgetown zeigten in ihren Studien, dass bereits geringe Mengen des Kräuter-Öls das Wachstum verschiedener Bakterienarten im Reagenzglas ebenso stark unterdrücken wie gängige Antibiotika.
Bereits 3000 vor Christi beschrieben die Babylonier Oregano als Heilmittel für Lungen- und Infektionskrankheiten. Sie setzten Oregano aber auch gegen Asthma und Bronchitis ein.
Forscher an der Georgetown University in Washington, D.C. haben die Wirksamkeit des Oregano-Öls gegen Pilzbefall dokumentiert. In der Studie kamen die Forscher zu dem Schluss, das Oregano das Gewebe vollständig von Pilzen reinigt, besonders von Candida albicans.
Weitere Forschungen ergaben, dass das Oregano-Öl den Staphylococcus, einschließlich der medikamentenresistenten Typen, zerstört.
Eine 1996 im Medical Science Research veröffentlichte Studie kam zu dem Ergebnis, dass Oregano-Öl auch Viren zerstört. So wurden Viren der Gattung Ribonukleinsäure (RNS) und Desoxyribonukleinsäure (DNS) - einschließlich der Arten, die Gürtelrose, Windpocken und Herpes genitalis verursachen - vernichtet, als sie dem Oregano ausgesetzt wurden.

Olivenbalttextrakt enthält Phenole, besonders Oleuropein, die starke antimikrobielle, antioxidative und antientzündliche Aktivität zeigten. In der Forschung wird vermutet, dass Inhaltsstoffe des Olivenblattes eine Wechselwirkung mit Proteinen von Virenpartikeln eingehen und damit die Infektionskraft und Vermehrung von Viren verhindern, von denen man weiß, dass sie Erkältungen, Grippe und andere Infektionen der unteren Atemwege verursachen.

Jeder Chinese kennt die Heilpflanze Astragalus. Sie wird in China sowohl als konzentriertes als auch als Kombinationspräparat gegen Erkältungen und Grippe verkauft. Astragalus ist reich an Polysacchariden, Flavonoiden, vielfältigen Spurenelementen, Mineralien und Aminosäuren, von denen alle zu seinen Immunsystem unterstützenden Eigenschaften beitragen.

Studien des israelischen Wissenschaftlers Prof. Ephraim P. Lansky belegen: Mit den Inhaltsstoffen des Granatapfels wird eine umfassende Schutzfunktion vor Erkältungsviren und Bakterien gewährleistet. Selbst gegen starke Grippeviren wirken sie wie ein Schutzwall. Die Kombination aus Vitaminen, Mineralien, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen kann das körpereigene Schutzsystem auf natürliche Weise unterstützen und stärken.



Der Name Salbei kommt vom lateinischen "Salvia" und weist auf seine Verwendung hin, da er übersetzt soviel wie "heilen" bedeutet. Besonders bekannt ist dessen antibakterielle Wirkung, weshalb er vielfach als Hausmittel gegen Nasennebenhöhlenentzündungen und bei Halsschmerzen angewendet wird. Salbei ist ein ausgezeichnetes Mittel gegen Erkältung.

Ingwer enthält eine Fülle von sekundären Pflanzenstoffen, darunter besonders viele ätherische Öle, die Bakterien und Viren zerstören können. Eine Gruppe, die Gingerole, haben eine ähnliche Struktur wie das Schmerzmittel Acetylsalicylsäure (z. B. in Aspirin). Auf ihnen beruht die schmerzstillende und fiebersenkende Wirkung des Ingwers.

Cranberry enthält viel Vitamin C, Pektine, Mineral- und Gerbstoffe sowie Fruchtsäuren. Die Beeren haben eine fiebersenkende Wirkung und werden gerne zur Unterstützung bei der Behandlung von Erkältungskrankheiten verwendet. Cranberrys enthalten Pflanzenstoffe, die sich wie ein Schutzfilm über die Schleimhaut legen. Bakterien finden dadurch weniger Andockstellen und müssen aufgeben.

Hildegard von Bingen war die Erste, die im Mittelalter die gesundheitsfördernde Wirkung der Heidelbeere in ihren natur- und heilkundlichen Schriften beschrieb. Sie hob ihre Heilkraft im Besonderen gegen Husten und Schwindsucht hervor.
Der Hauptwirkstoff der Heidelbeere ist das Anthocyan, auch Myrtilin genannt. Der blaue Farbstoff wirkt wie ein natürliches Antibiotikum. Außerdem hält es die Blutgefäße elastisch und unterstützt die Blutbildung. Die in den Heidelbeeren enthaltenen Carotine stärken die Immunkraft. Das Vitamin C schützt zudem vor Erkältungen.

Collodiales Silber wirkt als Katalysator und blockiert ein Enzym, das alle Einzeller wie Bakterien, Pilze und Viren für ihren Stoffwechsel benötigen. Es erstickt sozusagen die gesundheitsschädlichen Organismen. Ein Absterben krankheitserregender Mikroorganismen, die gegen Antibiotika bereits immun waren, ist nach der Verabreichung von colloidalem Silber beobachtet worden. Viren und Pilze werden abgetötet und können nicht mehr mutieren, während Hautzellen-Enzyme und freundliche Bakterien nicht geschädigt werden und das Immunsystem nicht geschwächt wird.

Zu Recht wird Grapefruitkern-Extrakt als pflanzliches Antibiotikum bezeichnet, denn die antibakteriellen und antifungalen Eigenschaften des Grapefruitkern-Extrakts sind durch Studien belegt. Eine im "Journal of Orthomolecular Medicine" veröffentlichte Studie an 749 Bakterienstämmen und 93 Pilzstämmen zur Wirksamkeit von Grapefruitkern-Extrakt hat diese an 249 Staphylococcus aureus, 86 Coli sp, 77 Enterobacter sp., 22 Klebsiella sp, 18 Proteus sp., 22 Schimmelpilzstämmen und 71 Hefepilzstämmen nachgewiesen. (Ionescu, G./Kiel. R./Wichmann-Kunz, F./Williams, Ch./Bäml, L./Levine, S.: "Oral Citrus Seed Extract in Atopc Scema: In vitro and in vivo studies on Intestinal Microflora", Journal of Orthomolecular Medicine, Vol 5, No,3 USA, 1990)

Reishi hat antibakterielle, antivirale und antimykotische Eigenschaften. In der Naturheilkunde werden dem Vitalpilz schleimlösende, hustenstillende und regenerierende Wirkungen auf die Bronchialschleimhaut zugeschrieben.

Wie kann man sich vor Erkältungen schützen?

Um einer Ansteckung mit Erkältungsviren vorzubeugen, sollte man regelmäßig die Hände waschen und benutzte Taschentücher beseitigen. Soweit möglich empfiehlt es sich Menschenansammlungen zu meiden.

Die Empfänglichkeit des Körpers gegenüber den Krankheitserregern kann man vermindern, indem man Zugluft und trockene Heizungsluft vermeidet (regelmäßig lüften, gegebenenfalls nasse Handtücher verteilen). Die Abwehrkräfte werden gestärkt durch regelmäßige körperliche Bewegung, bevorzugt an der frischen Luft, ausreichend Schlaf und eine gesunde Ernährung.

Eine den gesamten Bedarf abdeckende Aufnahme von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen ist durch die normale Ernährung nicht immer möglich. Daher ist eine Nahrungsergänzung mit Multivitaminen und Mineralstoffen meist sinnvoll, zumal das frische Obst und Gemüse durch Lagerung, Lichteinwirkung und Zubereitung (kochen) schnell wichtige Vitamine verliert. Darüber hinaus gibt es Studien, die die Wirksamkeit von Multivitaminpräparaten zur Vorbeugung von Erkältungskrankheiten bestätigen.

Hier kommt insbesondere dem Vitamin C eine hervorragende Bedeutung zu. Eine neue Studie konnte zeigen, dass insbesondere Vitamin C als Ester C in einer Dosierung von 500 mg/Tag den gesamten Winter über eingenommen dazu führte, dass die Teilnehmer signifikant weniger häufig erkältet waren als die Mitglieder der Kontrollgruppe, die ein Placebo (= Scheinpräparat) einnahmen. Außerdem waren die Symptome bei der Vitamin C-Gruppe weniger ausgeprägt und schneller überstanden.

Ähnliche Erfolge konnten bei einer Studie beobachtet werden, in der die Versuchspersonen 3 Monate lang ein Knoblauch-Präparat einnahmen. In der Knoblauchgruppe traten Erkältungen nur knapp halb so häufig auf wie in der Placebogruppe. Diejenigen, die trotz Knoblauch eine Erkältung bekamen, erholten sich schneller und hatten ein deutlich vermindertes Risiko sich erneut zu erkälten.

Vitamin C und das Immunsystem - was Vitamin C so alles kann

  • Vitamin C steigert die Beweglichkeit und Aktivität der Abwehrzellen, so dass sie schneller für Abwehrfunktionen bereitstehen.
  • Bei einer täglichen Vitamin-C-Aufnahme von 1 g wurde eine deutliche Zunahme von spezifischen Abwehrstoffen (Immunglobulinen) festgestellt.
  • Vitamin C steigert die Serumkonzentration an Interferon, das als Reaktion auf einen Virusinfekt gebildet wird.
  • Im Laborexperiment kann hoch dosiertes Vitamin C die Menge der Rhinoviren, die sich in menschlichen Zellkulturen vermehren, auf 1:40 senken.
  • Die in aktivierten Leukozyten entstehenden freien Radikale werden von Vitamin C aufgrund seiner antioxidativen Eigenschaften abgefangen und so eine mögliche Zellschädigung verhindert.

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