Lactoseintoleranz

Ungefähr 12 Millionen (!) Menschen leiden in Deutschland unter Verdauungsstörungen und anderen unklaren Gesundheits-Beschwerden. Der Grund: Milchzucker (Laktose) in unseren modernen Lebensmitteln

Ist es Ihnen nicht auch schon öfter so gegangen?
Sie trinken ein Glas Milch oder Kakao, essen einen Joghurt oder ein Eis und nach kurzer Zeit werden Sie von heftigen Beschwerden geplagt. Sie haben Völlegefühl und Blähungen, der Leib ist aufgetrieben, mitunter kann es zu krampfartigen Schmerzen des Bauches kommen und eventuell müssen Sie dünne Stühle entleeren. Nach einigen Stunden setzt dann langsam eine Erleichterung ein.
In den seltensten Fällen ist eine schwere Magen-Darm-Krankheit wie Morbus Crohn oder gar Darmkrebs die Ursache. Auch Nahrungsmittelallergien sind weniger verbreitet, als gemeinhin angenommen. Grund für die Beschwerden: Milchzucker (Laktose) in unseren modernen Lebensmitteln.

Für die Verarbeitung der Laktose besitzt der Mensch normalerweise das Enzym Laktase. Es hat die Aufgabe, den Milchzucker in die Bestandteile Glukose und Galaktose zu spalten, die dann durch die Darmschleimhaut ins Blut gelangen. Wird die Laktose nicht gespalten, etwa, weil das Enzym Laktase nicht oder nicht ausreichend vorhanden ist, gelangt sie in den unteren Teil des Darms. Dort übernehmen Bakterien der Dickdarmflora den Abbau. Sie verarbeiten den Milchzucker zu Milch- und Essigsäure – dieser Vorgang heißt Milchsäuregärung. Dabei entstehen Gase, die unangenehme Blähungen und schmerzhafte Koliken verursachen können. Die veränderte Nährstoffkonzentration im Darm bewirkt einen Wassereinstrom aus dem Darmgewebe – Durchfall ist eine der Folgen.

Die Mehrzahl der Weltbevölkerung (ca. 90%) kann Milchzucker nach dem Säuglingsalter nicht mehr vollständig verwerten.
In asiatischen Ländern z.B. fehlt den meisten Menschen das Enzym zur Spaltung des Milchzuckers. Daher findet man in diesen Regionen auch keine Milch oder Käseprodukte auf dem Speiseplan. In Mitteleuropa leiden ca. 10 - 20% der Durchschnittsbevölkerung an einer Laktoseintoleranz. Bei den über 60-jährigen sind es sogar 70%.
Es liegt jedoch nicht immer eine totale Unverträglichkeit gegenüber Milchzucker vor. Kleinere Mengen Milchzucker, z.B. aus Käse oder anderen Sauermilchprodukten, werden häufig gut vertragen. Die Verträglichkeit richtet sich nach dem Schweregrad des Laktasemangels.

Die Laktose, der Milchzucker, kommt in der Milch fast aller Säugetiere vor. Bei Milchprodukten, die vergoren werden, wird Laktose durch Milchsäurebakterien teilweise abgebaut, bei Jogurt um ein Drittel. Bei Rahm und Butter ist infolge des geringeren Wassergehaltes auch die Menge an Laktose gegenüber der Milch reduziert, bei Voll-, Halb- und Kaffeerahm auf ein Viertel bis um die Hälfte vermindert. Kürzlich erfolgte Studien in der Schweiz zeigten, dass in den Hart- und Halbhart-Käsen nach Entfernung des Hauptteils der Laktose mit der Molke, die restliche Laktose nach fünfzehnstündiger Käsereifung vollständig zu Glucose und GaLaktose gespalten wird. Weichkäse sind aufgrund der kürzeren Reifungsdauer Laktosereicher. Der nahe liegende Ratschlag, Milchprodukte zu meiden, zielt zu kurz. Die Hersteller vieler industriell gefertigter Lebensmittel mischen Laktose als Hilfsstoff bei, ohne dies immer auf der Verpackung kennzeichnen zu müssen. So können bestimmte Wurstwaren, Tütensuppen, Schokolade, Gebäck und viele Fertiggerichte Milchzucker enthalten.

Laktosegehalte einiger Nahrungsmittel
- Normale Konsummilch (Frischmilch, H-Milch) 4,8-5,0 g/100 ml
- Milchmixgetränke 4,4-5,4 g/100 ml
- Dickmilch 3,7-5,3 g/100 g
- Joghurt 3,7-5,6 g/100 g
- Buttermilch 3,5-4,0 g/100 g
- Sahne, Rahm (süß, sauer) 2,8-3,6 g/100 g
- Creme fraîche 2,0-3,6 g/100
- Molke, Molkegetränke 2,0-5,2 g/100 ml
- Desserts (Fertigprodukte: Cremes, Pudding, Milchreis, Griesbrei) 3,3-6,3 g/100 g
- Eiscreme (Milch-, Frucht-, Joghurteis) 5,1-6,9 g/100g
- Magerquark 4,1 g/100g
- Rahm-, Doppelrahmfrischkäse 3,4-4,0 g/100 g
- Speisequark 10-70% Fett i.Tr. 2,0-3,8 g/100
- Hüttenkäse 20% Fett i.Tr. 2,0 g/100 g
- Frischkäsezubereitungen 10-70% Fett i.Tr. 2,0-3,8 g/100 g
- Kochkäse 0-45% Fett i.Tr. 3,2-3,9 g/100
-Hart-, Schnitt- und Weichkäse laktosefrei

Da milchzuckerhaltige Lebensmittel Hauptlieferanten des Mineralstoffs Calciums sind, der u.a. für die Stabilität des Knochengerüstes mitverantwortlich ist, besteht bei Menschen die diese Lebensmittel meiden, die Gefahr einer Osteoporose. Um dem vorzubeugen, empfiehlt sich die Supplementierung von Calcium in Form von Calciumpräparaten.

Um Einschränkungen bei der Nahrungsauswahl zu verringern bzw. zu vermeiden, kann man Laktase-Präparate einzunehmen. Sie helfen, Milch und Milchprodukte wieder zu vertragen. Auch im Restaurant oder im Urlaub erleichtern Laktase-Präparate den Umgang mit „Essen und Trinken“ und verhelfen den Patienten zu einer größeren Flexibilität.

Empfohlen wird außerdem die Einnahme von mikrobiellen Bakterienpräparaten. In Studien konnte eine Besserung der Symptomatik durch Lactobacillus acidophilus und Bifidobacterium nachgewiesen werden. Diese Bakterien haben eine positive Wirkung auf die menschliche Darmflora und leisten somit einen nützlichen Beitrag zur Verdauung.


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Die Anwendung von Nahrungsergänzungsmitteln bei Kindern sollte in jedem Fall mit dem behandelnden Arzt abgestimmt wer, da die meisten Studien mit Erwachsenen durchgeführt werden und Verzehrsempfehlungen für Kinder sowie eventuelle Nebenwirkungen nicht bekannt sind.