Multiple Sklerose

Die Multiple Sklerose (MS, auch Encephalomyelitis disseminata) ist als entzündlich/demyelinisierende und degenerative Erkrankung des zentralen Nervensystems und nach der Epilepsie die zweithäufigste neurologische Erkrankung jüngerer Erwachsener.

Die Krankheit zeichnet sich durch zwei wesentliche Merkmale aus. Zum einen treten im Gehirn und teilweise auch im Rückenmark verstreut Entzündungen auf, die durch den Angriff körpereigener Abwehrzellen auf die Myelinscheiden der Nerven verursacht werden. Außerdem kommt es aus verschiedenen Gründen zu einer zellulären Schädigung der Axone. Durch diese Entwicklungen kommt es im Krankheitsverlauf zu einer verminderten Leitfähigkeit der Nervenbahnen, wodurch die typischen Symptome wie Kribbeln, Spastiken, Lähmung, schnelle Ermüdbarkeit (Fatigue) sowie Sehstörungen ausgelöst werden.

Entgegen der landläufigen Meinung führt MS nicht zwangsläufig zu schweren Behinderungen. 15 Jahre nach Erkrankungsbeginn sind (ohne Therapie) mindestens 50% aller Patienten noch gehfähig.

Epstein-Barr-Virus als Risikofaktor

Eine Fall-Kontrollstudie in den Annals of Neurology (2010; doi: 10.1002/ana.21978) bringt die Pathogenese der Multiplen Sklerose erneut mit Epstein-Barr-Viren (EBV) in Verbindung.

Das Herpesvirus EBV steht seit längerem in Verdacht, ein möglicher Auslöser der Multiplen Sklerose zu sein, deren Ätiologie nicht bekannt ist. Das Team um Alberto Ascherio von der Harvard School of Public Health in Boston ist aber das erste, das eine Infektion zeitlich mit dem Beginn der Erkrankung in Verbindung bringt.

Dies gelang durch die Untersuchung von Serumproben, welche die US-Armee im Department of Defense Serum Repository sammelt. Seit 1985 wurden mehr als 50 Millionen Serumproben von Soldaten gelagert. Darunter waren 305 Soldaten, die während ihrer Armeezeit an einer Multiple Sklerose erkrankten.
Von diesen waren zehn Rekruten vor dem Beginn der Erkrankung EBV-negativ. Bei allen fielen die Antikörpertests nach Erkrankungsbeginn positiv aus. Dies war indes nur bei 10 von 28 Kontrollen der Fall, die nicht an einer Multiplen Sklerose erkrankten und von denen sich die meisten nicht mit EBV infizierten.

Die Studie deutet an, dass eine Erstinfektion in einem noch höheren Lebensalter die Entwicklung eine Multiple Sklerose begünstigen könnte.

Nahrungsergänzungsmittel, die helfen können

In einer zweijährigen Studie erhielten neu diagnostizierte MS-Patienten eine Kombination aus verschiedenen Nahrungsergänzungsmitteln und bestimmte Diätempfehlungen. Zu den Nahrungsergänzungsmitteln gehörte Fischöl mit einem Gehalt von 400 mg EPA (Eicosapentaensäure) und 500 mg DHA (Docosahexaensäure), 3333 I.E. Vitamin A, 400 I.E. Vitamin D und ca. 5,5 I.E. Vitamin E. Für die Diät wurden eine Reduktion von Zucker, Kaffee, Tee, Fleisch und Milchprodukten und eine vermehrte Aufnahme von Fisch, Obst und Gemüse empfohlen. Bei 69% der Studienteilnehmer wurde eine Verbesserung beobachtet, 25% zeigten keine Veränderung und bei 6% kam es zur Verschlechterung.

In einer anderen kleinen Studie erhielten die Patienten 20 g Lebertran in Kombination mit 680 mg Magnesium und 1100 mg Kalzium. Nach einem Jahr hatte die durchschnittliche Zahl der MS-Attacken bei allen Patienten abgenommen. In diesem Zusammenhang ist die Beobachtung interessant, dass die Magnesium- und Kalziumspiegel im Nervengewebe von MS-Patienten niedriger sind als bei Gesunden.

Positive Wirkungen wurden auch nach Einnahme von Nachtkerzenöl und Sonnenblumenöl beobachtet. Dies wurde auf den hohen Gehalt dieser Öle an Linolensäure zurückgeführt. Die Forscher spekulierten, dass die Kombination aus Linolensäure mit einer Diät, die wenig tierische Fette und viele mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthält, möglicherweise noch günstiger sein könnte.

Nahrungeergänzungsmittel, welche die genannten Inhaltsstoffe enthalten:

Omega-Fettsäuren, Life Force Plus (z.B. von Fairvital), Calcium, Magnesium, Zink

Diese Information basiert auf verschiedenen Veröffentlichungen. Für die Richtigkeit der Aussagen übernehmen wir keine Haftung. Ferner sollte diese Information nicht zur Behandlung von Erkrankungen genutzt werden. Falls Sie Medikamente einnehmen oder in ärztlicher Behandlung sind, sollten Sie vor der Einnahme jeglicher Nahrungsergänzungsmittel Ihren Arzt zu Rate ziehen.
Die Anwendung von Nahrungsergänzungsmitteln bei Kindern sollte in jedem Fall mit dem behandelnden Arzt abgestimmt wer, da die meisten Studien mit Erwachsenen durchgeführt werden und Verzehrsempfehlungen für Kinder sowie eventuelle Nebenwirkungen nicht bekannt sind.