Parkinson'sche Krankheit

Bei der Parkinson'schen Krankheit handelt es sich um eine Nervenerkrankung, die zu einem Mangel des Botenstoffes Dopamin im Gehirn führt. Zu den Symptomen gehören z.B. starrer Gesichtsausdruck, reduzierter Lidschlag, monotone Stimme, Zittern der Hände in Ruhe und kleinschrittiger Gang. Nach der Alzheimerschen Erkrankung ist der Morbus Parkinson die häufigste Abbauerkrankung (degenerative Erkrankung) des Nervensystems. Die Krankheit wurde im Jahre 1817 erstmals von dem englischen Chirurgen James Parkinson wissenschaftlich beschrieben.

Über 250.000 Menschen in Deutschland sind derzeit an Morbus Parkinson erkrankt. Die Dunkelziffer wird auf zusätzlich 100.000 geschätzt. Jedes Jahr erkranken 15.000 Menschen neu. Etwa 10% der Erkrankten sind unter 40 Jahre alt, zunehmend. Der Beginn der Erkrankung liegt jedoch meistens jenseits der sechzig und wird mit zunehmendem Alter häufiger. Männer trifft es häufiger als Frauen. Berühmte Persönlichkeiten sind unter den Betroffenen: Papst Johannes Paul II, Box-Idol Muhammad Ali, Filmstar Michael J. Fox, und der deutsche Sänger Peter Hofmann.
Bei 30% der Parkinson-Patienten kann in sehr fortgeschrittenem Stadium eine Demenz auftreten, vor allem bei den im Alter von über 70 Jahren neu erkrankten Personen. Im Gegensatz zu Morbus Alzheimer handelt es sich aber hierbei nicht um Sprach- und Gedächtnisstörungen sondern um Einschränkungen beim Planen, Organisieren und zielgerichtetem Verhalten.

Was passiert in den Gehirnzellen?

Nervenzellen in einer bestimmten Hirnregion, der Substantia nigra (Schwarze Substanz), degenerieren chronisch. Diese ist ein Teil der Basalganglien, die bei der Ausführung von Bewegungen eine wichtige Rolle spielen. Es entsteht
1. ein Mangel an Dopamin, einem Botenstoff der Informationsübertragung im Nervensystem und dadurch
2. ein relativer Überschuss an Acetylcholin, einem anderen Neurotransmitter.
Welche Stoffwechselvorgänge wirklich zugrunde liegen und den Anlass für die Degeneration geben und ob in frühen Stadien körpereigene Mechanismen in der Lage sind, den eingeschlagenen verhängnisvollen Weg auch wieder zu verlassen bevor man die ersten Symptome verspürt, ob also Selbstheilung in Frühstadien möglich sind, ist (noch) nicht bekannt. Neueste Erkenntnisse zeigen, dass auch Nervengewebe im Herzen degeneriert.

Mögliche Symptome:
  • Tremor: Zittern der Finger, meist das erste erkennbare Symptom. Das Fingerzittern bessert sich bei Bewegung und verschwindet im Schlaf (3-4 Hertz)
    Zunehmend wird das Geldzählphänomen sichtbar, dabei bewegen sich die Finger unkontrolliert so, dass man meint, die betroffene Person würde unentwegt Pillen drehen. Die leicht geschlossene Hand dreht sich hin und her, meist auf einer Seite stärker ausgeprägt. Diese Dauerbewegung verschwindet bei gezielten Bewegungen und setzt in Ruhe wieder ein.
  • Rigor: Die Muskelspannung insgesamt ist permanent erhöht. Der Körper wird steif. Man spricht auch von Starre. Als Folge entsteht der Anschein verminderter Vitalität.
  • Akinese: Mangel an Spontanbewegungen - Mitbewegungen, z.B. Schlenkern der Arme beim Gehen, fehlen zunehmend bis hin zur Unfähigkeit, Bewegungen auszuführen, die man möchte. Betroffene können den Willen zur Bewegung z.T. nur durch ein Signal von außen umsetzen, z.B. durch das Dauerkommando: "und Schritt und Schritt und Schritt ..." beim gemeinsamen Gehen.
  • Ataxie: Störung der Bewegungskoordination
  • Störungen des Geruchssinnes , Sehstörungen, Schluckstörungen
  • Verzögerte Magenentleerung
  • Verstopfung: nach Literatur-Angaben leiden 45 bis 80% der Betroffenen daran
  • Die Sprache wird monoton, typisch ist eine leise, heisere, unmodulierte Stimme (Grund: Akinese und Rigor der Sprechmuskulatur)
  • Amimie (Reduzierung der Mimik): Das Gesicht erstarrt und wirkt wie eine Maske durch die Starre der mimischen Muskulatur.
  • "Salbengesicht": Talgüberschuss der Gesichtshaut (Seborrhoe) ist ein klassisches Hauptsymptom. Es bessert sich mit der Behandlung
  • Der Gang ist kleinschrittig und schlurfend, der Oberkörper nach vorn gebeugt
  • vegetative Symptome des Nervensystems: vermehrtes Schwitzen (jeder zweite leidet darunter), nicht nur in der Nacht, zunehmender Speichelfluß, Verstopfung und erschwertes Wasserlassen bis hin zum Harnverhalt
  • Psychologische Veränderungen: depressive Verstimmungen häufen sich bis hin zu trauriger Grundstimmung, Misstrauen, Empfindlichkeit, verlangsamter bis zäher Gedankenfluss, Überlegen und Lösen von kleinen Problemen nimmt längere Zeit in Anspruch, das führt zu der irrtümlichen Annahme für Außenstehende, dass die Intelligenz nachlasse. Das Einstellen auf neue Situationen fällt schwerer.
  • Zahnradphänomen: Beim Strecken des locker gehaltenen gebeugten Armes durch eine andere Person kommt es zu ruckartigen Lösungen der Beugespannung in der Oberarmmuskulatur. Man spürt mehrere Widerstände beim Herunterziehen des Armes wie bei einem Zahnrad.
  • Flush: Anfallsartige heftige Hautröte bis hin zur "Rosacea" - Folge der Blutgefäß-Instabilität durch Fehlregulation des vegetativen (autonomen) Nervensystems
  • Das Schriftbild ist zittrig und verkleinert.
  • On-Off-Phänomene: Der Patient fällt von einem Zustand guter oder erhöhter Beweglichkeit akut in eine Starre, besonders bei jungen Patienten tritt dies auf.
  • Hyperkinesien/Dyskinesien: Unwillkürliche überschießende Bewegungen der Beine, der Arme oder des Kopfes, oft im Zusammenhang mit Medikamenten.
  • Frühe Symptome können hartnäckige schmerzhafte Verspannungen der Muskulatur im Nacken- und Schulterbereich sein. Beim morgendlichen Aufstehen sind Nacken und Hals steif und im Laufe des Tages wird es eher schlimmer. Hinzu können Trägheit und Müdigkeit kommen. Für Sport oder andere Bewegungsformen ist der Betreffende zu erschöpft. Das Geschehen kann in diesem Stadium dem Müdigkeitssyndrom oder der Fibromyalgie sehr ähneln. Auch Probleme mit dem Zuknöpfen oder zunehmendes Verschütten von Flüssigkeiten beim Eingießen, auch gelegentliches, dann wieder verschwindendes Zittern in Ruhe können erste Zeichen sein.

Genvariante beeinflusst Vitamin B6-Stoffwechsel

Ein deutsch-britisches Forscherteam hat eine neue Genvariante entdeckt, die das Erkrankungsrisiko für Morbus Parkinson erhöht. Das Gen enthält den Bauplan für ein Enzym, das für die Verstoffwechslung von Vitamin B6 notwendig ist. Der Körper braucht das Vitamin zur Herstellung des Hormons Dopamin. Dieser Botenstoff sorgt für die Signalübertragung zwischen Nervenzellen und ist im Gehirn von Parkinson-Patienten in zu geringer Konzentration vorhanden. An der aktuellen Studie waren unter anderem Münchener Wissenschaftler der Technischen Universität, Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) sowie des Helmholtz Zentrums beteiligt. Ihre Ergebnisse wurden im Fachmagazin "Annals of Neurology" veröffentlicht (DOI: 10.1002/ana.21780).

Die Forscher hatten untersucht, welche Gene in Gehirnzellen von Parkinson-Patienten eine veränderte Aktivität zeigen. Dabei stießen sie unter anderem auf eine erhöhte Aktivität des Gens, das den Bauplan für das Enzym Pyridoxalkinase (PDXK) enthält. Der Vergleich der Erbinformation von über 1.200 Parkinson-Kranken mit der von rund 2.800 Gesunden bestätigte den Verdacht der Forscher: Eine bestimmte Variante des PDXK-Gens erhöht das Risiko, die fortschreitende neurologische Erkrankung Parkinson zu entwickeln.

PDXK wandelt Vitamin B6 aus der Nahrung in seine aktive Form um, die für die Bildung von Dopamin notwendig ist. Die bei Parkinson-Patienten beobachtete Genvariante könnte für eine veränderte PDXK-Aktivität und damit eine verminderte Dopamin-Produktion verantwortlich sein. Ein Mangel an dem Botenstoff erklärt die meisten Symptome, die für Parkinson typisch sind: Muskelstarre (Rigor), Muskelzittern (Tremor) und eine Verlangsamung der Bewegungen (Bradykinese).

"Obwohl diese Genvariante nur einen kleinen Beitrag zum Gesamtrisiko einer Parkinson-Erkrankung leistet, könnten unsere Ergebnisse die Entwicklung maßgeschneiderter Therapien unterstützen", hofft Dr. Holger Prokisch vom Helmholtz Zentrum München (HHZM) und der TU München in einer Pressemitteilung des HHZM.

Nahrungsergänzungsmittel, die helfen können


Die Wirksamkeit einiger Nahrungsergänzungsmittel ist abhängig von den Medikamenten, die der betreffende Patient einnimmt. Unabhängig von der Medikation werden folgende Substanzen empfohlen:
Da bei Parkinsonpatienten das Risiko für Osteoporose und Vitamin-D-Mangel erhöht ist, wird zu regelmäßiger Bewegung, häufigem Aufenthalt im Freien (wegen des UV-Lichts, das für die Vitamin-D-Aktivierung erforderlich ist) und der Einnahme von Vitamin D (400-1000 I.E.) geraten.

Das Risiko an Parkinson'scher Krankheit zu erkranken, wird anscheinend geringer, wenn große Mengen Antioxidantien - insbesondere Vitamin E - konsumiert werden. Auch wenn es bisher keine Studien gibt, die eine positive Wirkung von Vitamin E auf Morbus Parkinson nachweisen, kann doch von einer allgemein gesundheitsfördernden Wirkung dieses Vitamins ausgegangen werden. Darüber hinaus konnte in einer Untersuchung gezeigt werden, dass die Einnahme von Vitamin C (750 mg) in Kombination mit Vitamin E (800 I.E.) im Frühstadium von Morbus Parkinson den Zeitpunkt für den Beginn der medikamentösen Therapie verzögerte.

Vitamin B6 hat einen positiven Einfluss auf die Symptome bei Parkinson'scher Erkrankung, darf aber nur eingenommen werden, wenn der Patient neben L-Dopa auch noch Carbidopa oder Selegilin einnimmt.

Die Aminosäure Methionin in einer Dosierung von 5 g täglich kann ebenfalls einige Parkinsonsymptome positiv beeinflussen, wie aus einer Studie hervorging. Bei der verwandten Substanz S-Adenosyl-Methionin (SAMe) ist jedoch Vorsicht geboten.

Die Wirksamkeit von NADH (z. B. 5 mg täglich) bei Morbus Parkinson konnte in mehreren Studien nachgewiesen werden. Die Wirkung beruht vermutlich darauf, das NADH den Dopaminspiegel im Gehirn erhöht.

Eine andere Studie konnte zeigen, dass Coenzym Q10 in einer Dosierung von 1200 mg täglich die motorische Verschlechterung bei Parkinsonpatienten reduzierte.

Diese Information basiert auf verschiedenen Veröffentlichungen. Für die Richtigkeit der Aussagen übernehmen wir keine Haftung. Ferner sollte diese Information nicht zur Behandlung von Erkrankungen genutzt werden. Falls Sie Medikamente einnehmen oder in ärztlicher Behandlung sind, sollten Sie vor der Einnahme jeglicher Nahrungsergänzungsmittel Ihren Arzt zu Rate ziehen.
Die Anwendung von Nahrungsergänzungsmitteln bei Kindern sollte in jedem Fall mit dem behandelnden Arzt abgestimmt wer, da die meisten Studien mit Erwachsenen durchgeführt werden und Verzehrsempfehlungen für Kinder sowie eventuelle Nebenwirkungen nicht bekannt sind.