Prostatakrebs

Beim Prostatakrebs handelt es sich um einen bösartigen Tumor der Vorsteherdrüse (=Prostata) des Mannes. Dieses kastaniengroße Organ befindet sich direkt unterhalb der Harnblase und umgibt ringförmig den oberen Teil der Harnröhre. Es bildet ein Sekret, das der Samenflüssigkeit beim Samenerguss beigemengt wird.
Mit zunehmendem Alter steigt die Erkrankungshäufigkeit für Prostatakrebs an. Erste krebsartige Veränderungen finden sich bereits bei rund einem Viertel der 50-jährigen. Im Alter von 80 Jahren ist bereits jeder zweite Mann betroffen. In diesem Zusammenhang ist interessant, dass bei asiatischen Männern Früherkrankungen ungefähr genauso häufig vorkommen wie bei Europäern und Nordamerikanern. Ein Fortschreiten der Krebserkrankung kommt jedoch sehr viel seltener vor. Daher und aufgrund zahlreicher Untersuchungen geht man davon aus, dass für die Prostatakrebsentstehung die Ernährung eine wesentliche Rolle spielt.

Welche Symptome treten bei Prostatakrebs auf?

Die Symptome beruhen auf der Vergrößerung der Prostata, die zur Einengung der Harnröhre und damit zu Schwierigkeiten beim Wasserlassen führt. Oft kommt es zu häufigem Wasserlassen, vor allem nachts, starkem Harndrang, Harntröpfeln sowie Impotenz. Im Urin oder Sperma kann Blut auftreten. Ähnliche Symptome können auch bei gutartiger Prostatavergrößerung, die sehr viel häufiger ist als Prostatakrebs, sowie bei Harnwegsinfekten auftreten.

Nahrungsergänzungsmittel, die helfen können

Es gibt eine Reihe von Nahrungsergänzungsmitteln, die das Risiko an Prostatakrebs zu erkranken, reduzieren oder das Fortschreiten der Erkrankung möglicherweise verzögern können. Man kann nach derzeitigem Kenntnisstand jedoch nicht davon ausgehen, dass der ausschließliche Verzehr von Nahrungsergänzungsmitteln die Krebserkrankung heilt.

Verschiedene Studien konnten zeigen, dass Selen die Krebsentstehung bei Versuchstieren hemmte. Bei Patienten mit Prostatakrebs wurden häufig erniedrigte Selen-Blutspiegel gefunden. In einer placebokontrollierten Studie mit ca. 1300 Männern führte die tägliche Einnahme von 200 mcg Selen für 4 ½ Jahre zu einer Abnahme der Prostatakrebshäufigkeit um ca. zwei Drittel.

In einer im Journal of the National Cancer Institute in 2002 veröffentlichten Studie der Harvard School of Public Health wurden die Daten von 2481 Männern ausgewertet. Man kam zu dem Ergebnis, dass der regelmäßige Genuss von Tomatenprodukten, insbesondere Tomatensauce (mindestens 2-mal wöchentlich) das Risiko für Prostatakrebs wesentlich reduzieren konnte. Der wirksame Bestandteil der Tomate ist das zu den Carotinoiden gehörende Lycopin, das dem Gemüse seine typische Farbe gibt. In einer anderen Untersuchung erhielten 26 Männer für 3 Wochen je zur Hälfte 15 mg Lycopin zweimal täglich oder kein Lycopin. Bei der anschließenden Operation wurde Prostatagewebe entnommen und mikroskopisch untersucht. Das Wachstum der Krebszellen war bei den Patienten, die Lycopin erhalten hatten, deutlich weniger aggressiv, als bei der Kontrollgruppe.

In einer Placebo-kontrollierten Doppelblindstudie mit Rauchern erhielt die eine Hälfte der Studienteilnehmer 50 I.E. Vitamin E täglich für durchschnittlich 6 Jahre. Die Kontrollgruppe bekam ein Scheinmedikament. Um eine Beeinflussung der Ergebnisse auszuschließen, wussten weder Untersucher noch Patienten, wer zu welcher Gruppe gehörte. Das Ergebnis war eine signifikante Abnahme der Neuerkrankungen an Prostatakrebs um 32% und der Sterberate als Folge dieser bösartigen Erkrankung um 41% in der Vitamin E-Gruppe.

Auch Vitamin D kann möglicherweise das Prostatakrebsrisiko reduzieren helfen. Man fand nämlich heraus, dass in Gegenden mit niedriger Sonneneinstrahlung besonders häufig Prostatakrebs auftritt. Da Vitamin D in der Haut durch Sonnenlicht aktiviert wird und außerdem für die Zelldifferenzierung von Bedeutung ist, kann durch den regelmäßigen Verzehr dieses Vitamins möglicherweise eine gewisse Schutzwirkung erreicht werden.

In einem unveröffentlichten Bericht wurde die Beobachtung mitgeteilt, dass die Einnahme von 600 mg Coenzym Q10 pro Tag bei 10 von 15 Prostatakrebspatienten zu einer Abnahme des Tumormarkers PSA um 78% führte. Dieses Phänomen begann nach 4-monatigem Verzehr von Coenzym Q10. Weitere in anerkannten Fachzeitschriften veröffentlichte Studien sind erforderlich, um diese Ergebnisse zu bestätigen.

Einige Forscher sind der Ansicht, dass das Krebswachstum durch die bei Prostatakrebspatienten häufig erniedrigten Zinkspiegel in der Vorsteherdrüse begünstigt wird. In Laborversuchen konnte gezeigt werden, dass Zink das Wachstum von Prostatakrebszellen beeinflussen kann. Die Wirkung der Einnahme von Zink auf das Prostatakrebsrisiko wurde jedoch bisher nicht untersucht. Möglicherweise hat dieses Spurenelement insbesondere in Kombination mit anderen Nahrungsergänzungsmitteln eine positive Wirkung bei Prostatakrebs.

Untersuchungen gibt es auch mit dem Shiitake-Pilz. Der wirksame Bestandteil dieses Pilzes ist Lentinan. Die Injektion dieser Substanz hatte nachweislich positive Effekte auf das Immunsystem von Krebspatienten. In zwei Studien konnte eine lebensverlängernde Wirkung von Lentinan bei fortgeschrittenen Krebserkrankungen beobachtet werden. Die intravenöse Verabreichung von Lentinan erhöhte auch die 5-Jahres-Überlebensrate von Prostatakrebspatienten. Leider liegen bisher keine Studien bezüglich der Wirkung von Shiitake als Nahrungsergänzungsmittel vor.

In einer Studie wurde die Wirkung der Einnahme von 160 mg Isoflavonen bei Prostatakrebspatienten untersucht. Dazu wurde das operativ entnommene Krebsgewebe mikroskopisch untersucht. Das von den Isoflavon-Konsumenten gewonnene Prostatagewebe enthielt signifikant mehr abgestorbene Krebszellen als die von der Kontrollgruppe gewonnenen Proben. Man führte dies auf eine Zunahme des „programmierten Zelltods“ infolge Isoflavoneinnahme zurück. Dieses Phänomen ist bei Krebszellen bekannt und kann eine Ausbreitung der Erkrankung verhindern helfen.

In der Ärztezeitung vom Januar 2002 werden darüber hinaus folgende Nahrungsergänzungsmittel genannt, die eine Schutzwirkung gegenüber Prostatakrebs haben können: Vitamin C und Vitamin B12, Bioflavonoide, Folsäure und Omega-3-Fettsäuren.

 


Diese Information basiert auf verschiedenen Veröffentlichungen. Für die Richtigkeit der Aussagen übernehmen wir keine Haftung. Ferner sollte diese Information nicht zur Behandlung von Erkrankungen genutzt werden. Falls Sie Medikamente einnehmen oder in ärztlicher Behandlung sind, sollten Sie vor der Einnahme jeglicher Nahrungsergänzungsmittel Ihren Arzt zu Rate ziehen.
Die Anwendung von Nahrungsergänzungsmitteln bei Kindern sollte in jedem Fall mit dem behandelnden Arzt abgestimmt wer, da die meisten Studien mit Erwachsenen durchgeführt werden und Verzehrsempfehlungen für Kinder sowie eventuelle Nebenwirkungen nicht bekannt sind.