Rheumatoide Arthritis

Die rheumatoide Arthritis (auch chronische Polyarthritis) ist die häufigste entzündliche Erkrankung der Gelenke. Der Krankheitsbeginn ist oft plötzlich, mit Schmerzen in den kleinen Finger- oder Zehengelenken. Die betroffenen Gelenke schwellen an und sind überwärmt. Morgens sind diese Symptome zumeist am stärksten ausgeprägt; es handelt sich dabei um die symptomatische Morgensteife. Im Krankheitsverlauf werden immer mehr Gelenke befallen.

In Deutschland schätzt man die Zahl der Erkrankungen auf 800.000, wobei Frauen dreimal häufiger betroffen sind als Männer. An der rheumatoiden Arthritis können Menschen aller Altersgruppen erkranken, am häufigsten tritt sie jedoch zwischen dem 30. und dem 50. Lebensjahr auf. Insbesondere bei Rauchern ist das Risiko gegenüber Nichtrauchern um das Achtfache erhöht.

Die Ursache für eine Erkrankung ist bislang ungeklärt. Es wird eine autoimmune Ursache angenommen, bei der körpereigene Substanzen, z. B. der Gelenkknorpel, von Zellen des Immunsystems angegriffen werden. Es wurde lange vermutet, dass beim Krankheitsbeginn auch Viren oder Bakterien eine Rolle spielen, jedoch sprechen neuere Daten dagegen. Außerdem gibt es einen genetischen Einfluss.

Entzündungen des Zahnhalteapparates sind bei RA-Patienten häufig: In einer Studie mit 91 RA- und 41 Arthrose-Patienten hatten 81 Prozent der Rheumatiker eine Parodontitis (versus 63 Prozent). Eine schwere Form der Parodontitis hatte jeder Zweite mit RA, aber nur jeder vierte mit Arthrose, sagte Krüger in Wiesbaden.

Haben RA-Patienten eine Parodontitis, lohnt sich eine Therapie beim Dentisten auch aus rheumatologischer Sicht. So wurden in einer interdisziplinär in der Zahnheilkunde und der Rheumatologie vorgenommenen Studie 40 RA-Patienten mit Parodontitis in zwei Gruppen eingeteilt: Eine Gruppe erhielt eine Parodontitis-Therapie, eine nicht. Bei allen zahnheilkundlich therapierten Patienten sank die RA-Krankheitsaktivität deutlich. Der Disease Activity Score 28 (0 bis 10 Punkte) sank um 1,6 Punkte, ohne Parodontitis-Therapie nur um 0,3 Punkte. Bei Patienten mit einer TNFα-Therapie sank mit der Dentaltherapie der DAS 28-Wert um 1,4 versus 0,2.

Wie gut hilft niedrig dosiertes Kortison gegen die Schübe?

Lesen Sie dazu einen interessanten Artikel auf www.gesundheitsinformation.de vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), einer unabhängigen, privaten und gemeinnützigen Einrichtung, die auf Initiative des Gesetzgebers gegründet wurde, um die Wirksamkeit medizinischer Behandlungen zu bewerten. 

Nahrungsergänzungsmittel, die helfen können

Verschiedene Studien konnten zeigen, dass das stark antioxidativ wirkende Vitamin E in einer Dosierung von 1200 bis 1800 I.E. täglich genauso wirksam die Symptome von Rheumatoider Arthritis unterdrücken konnte wie entzündungshemmende Medikamente.

Aus dem Bereich der Omega-Fettsäuren sind es die Omega-6-Fettsäure Gamma-Linolensäure sowie die Omega-3-Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DPA), die nachweislich positiv auf die Beschwerden von Patienten mit Rheumatoider Arthritis wirken.

Gamma-Linolensäure ist z. B. enthalten in Borretsch-Öl, im Samen schwarzer Johannisbeeren und in Nachtkerzenöl. EPA und DPA findet man in Fischöl. Es wird die tägliche Einnahme von 3 g Fischöl empfohlen, wobei es bis zu drei Monaten dauern kann, bis die Wirkung eintritt.

Studien haben ergeben, dass Patienten mit Rheumatoider Arthritis teilweise unter Vitamin B5-Mangel leiden. Die Einnahme von 2000 mg Pantothensäure (=Vitamin B5) täglich für zwei Monate konnte in einer Studie nachweislich das Auftreten von Morgensteifigkeit, Behinderung und Schmerzen reduzieren.

Auch Zinkmangel konnte bei Patienten mit Rheumatoider Arthritis nachgewiesen werden. In einigen, aber nicht allen Studien, konnten die Symptome durch Zinkeinnahme reduziert werden.

Ähnliche Ergebnisse wurden für Selen berichtet. Auch hier wurden bei RA-Patienten reduzierte Blutspiegel gefunden. In einer Studie mit Patienten, die für 3-6 Monate 200 mcg Selen täglich einnahmen, kam es zu einer deutlichen Abnahme von Schmerzen und Gelenkentzündungen.

Eine andere Untersuchung konnte diese Ergebnisse jedoch nicht bestätigen. Kupfer ist Bestandteil eines Enzyms, das Gelenkentzündungen verhindern hilft. Die Einnahme dieses Spurenelements kann also möglicherweise bei Patienten mit Rheumatoider Arthritis günstig sein.

Aus dem Bereich der Kräuter wurden positive Wirkungen für Weihrauch, Teufelskralle und Ingwer berichtet.

Link Tipp: www.rheuma-liga.de
Die Deutsche Rheuma-Liga ist eine der größten Selbsthilfeorganisationen im Gesundheitsbereich. Seit der Gründung, im Jahre 1970, erhöhte sich die Zahl der Mitglieder nahezu auf eine viertel Million. Angebote der Hilfe und Selbsthilfe für die Betroffenen, die Aufklärung der Öffentlichkeit und die Vertretung der Interessen Rheumakranker gegenüber Politik, Gesundheitswesen und Öffentlichkeit sowie die Förderung von Forschung sind vorrangige Aufgaben der Organisation.
Bundesweit engagieren sich rheumakranke Menschen, Angehörige, Therapeuten, Ärzte sowie haupt- und ehrenamtliche Helfer in einer großen Gemeinschaft.


Diese Information basiert auf verschiedenen Veröffentlichungen. Für die Richtigkeit der Aussagen übernehmen wir keine Haftung. Ferner sollte diese Information nicht zur Behandlung von Erkrankungen genutzt werden. Falls Sie Medikamente einnehmen oder in ärztlicher Behandlung sind, sollten Sie vor der Einnahme jeglicher Nahrungsergänzungsmittel Ihren Arzt zu Rate ziehen.
Die Anwendung von Nahrungsergänzungsmitteln bei Kindern sollte in jedem Fall mit dem behandelnden Arzt abgestimmt wer, da die meisten Studien mit Erwachsenen durchgeführt werden und Verzehrsempfehlungen für Kinder sowie eventuelle Nebenwirkungen nicht bekannt sind.