Schizophrenie

Unter Schizophrenie versteht man eine ernsthafte psychische Erkrankung, deren Hauptmerkmal der Realitätsverlust ist. Man geht davon aus, dass ca. 1% der Bevölkerung betroffen ist. Die Diagnose wird gestellt, wenn einige der folgenden Symptome für mindestens 6 Monate bestanden: Realitätsverlust, akustische oder visuelle Halluzinationen, Fehleinschätzungen, Denkstörungen, eingeschränktes Gefühlserleben, reduzierte Motivation, gestörtes Arbeits- und Sozialverhalten.

Welche Nahrungsergänzungsmittel sind sinnvoll?

Patienten mit Schizophrenie haben häufig Folsäuremangel und die Zufuhr dieses Vitamins kann zur Verbesserung der Symptome beitragen. In einer vorläufigen Studie konnte gezeigt werden, dass die Beschwerden von Schizophreniepatienten mit Folsäuremangel nach Einnahme entsprechender Präparate stärker abnahmen und die Dauer des Krankenhausaufenthaltes kürzer war als bei der Kontrollgruppe. Andere Studien, bei denen sehr hohe Dosen Folsäure eingesetzt wurden, führten bei den Patienten zu einer deutlichen Verbesserung.

In Doppelblindstudien konnte nach sechswöchiger Einnahme von Glycin eine deutliche Verbesserung bei depressiven und bei schizophrenen Patienten beobachtet werden. Die eingesetzten Dosierungen sind unterschiedlich, meist werden jedoch 10 g täglich empfohlen.

Doppelblindstudien mit 3 g Vitamin B3 führten bei Schizophreniepatienten zu einer Verdopplung der Erholungsrate, einer Reduktion der Hospitalisierung auf 50% und einer dramatischen Abnahme an Selbstmorden. In einer anderen vorläufigen Studie setzten einige Patienten die Einnahme von 4 bis 10 g Vitamin B3, 4 g Vitamin C und 50 mg oder mehr Vitamin B6 nach der Entlassung aus dem Krankenhaus fort, während eine Kontrollgruppe dies unterließ. Alle Patienten nahmen weiterhin ihre psychiatrische Medikation ein. Aus der Vitamingruppe mussten nur halb so viele Patienten erneut stationär aufgenommen werden im Vergleich zur Kontrollgruppe. Diese positiven Ergebnisse konnten bei späteren Untersuchungen nicht bestätigt werden.
In seltenen Fällen kann Vitamin B3 (Niacin, Nikotinamid) zu folgenden Nebenwirkungen führen: Erröten, Hautentzündungen, Sodbrennen, Verschlimmerung von Magengeschwüren, erhöhte Blutzuckerspiegel, Zunahme von Angstgefühlen und erhöhte Leberwerte. Zu den positiven Nebenwirkungen von Niacin gehört die Senkung des Cholesterinspiegels. Hohe Dosen von Vitamin B3 sollten nicht ohne ärztliche Aufsicht eingenommen werden.

In einer Doppelblindstudie konnte eine positive Wirkung von Vitamin B6 in einer Dosierung von 75 mg bei schizophrenen Patienten nachgewiesen werden. Andere Studien, insbesondere wenn niedrigere Dosierungen zum Einsatz kamen, konnten diese Ergebnisse nicht bestätigen. In einer Untersuchung, bei der die Patienten 3-mal täglich 50 mg Vitamin B6 für 8 bis 12 Wochen erhielten, wurden signifikante Verbesserungen verzeichnet.

Es gibt Hinweise in der Literatur, dass der Vitamin C-Bedarf bei schizophrenen Patienten erhöht ist. In einer kleinen vorläufigen Studie wurde gezeigt, dass bei Einnahme von 8 g Vitamin C täglich bei 77% der untersuchten Studienteilnehmer die Halluzinationen, das Misstrauen und die Denkstörungen abnahmen. Alle Patienten nahmen gleichzeitig psychiatrische Medikamente ein. Positive Ergebnisse wurden auch von anderen Untersuchern berichtet, die ihren Patienten bis zu 6 g Vitamin C täglich gegeben hatten, wobei der Zusatz von 400 I.E. Vitamin E den Effekt noch verstärkte.

Zahlreiche Studien konnten nachweisen, dass Patienten mit Schizophrenie einen Mangel an Omega-3- bzw. Omega-6-Fettsäuren haben bzw. diese Fettsäuren nicht regelrecht verstoffwechseln. Die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren als Fischöl konnte in verschiedenen Studien die Symptomatik verbessern helfen und darüber hinaus die Nebenwirkungen der psychiatrischen Medikamente senken. Eine Untersuchung mit älteren, bereits für lange Zeit chronisch Kranken, bei der 3 g Eicosapentaensäure (eine der Omega-3-Fettsäuren in Fischöl) zum Einsatz kam, konnte diese positiven Ergebnisse jedoch nicht bestätigen.

Tryptophan ist ein Eiweißbaustein, der in den Hirnbotenstoff Serotonin umgewandelt wird. Die Tryptophanspiegel sind laut einer Studie bei schizophrenen Patienten erniedrigt und der Stoffwechsel verändert. Die Gabe von 2-8 g Tryptophan zusammen mit 100 mg Vitamin B6 konnte bei einer Untersuchung die Erregung und Ängstlichkeit der Patienten senken.

In einer Studie erhielten schizophrene Patienten 30 mg des Eiweißbausteins Serin pro kg Körpergewicht für 6 Wochen. Nach dieser Zeit wurde eine deutliche Symptomverbesserung beobachtet.

Ginkgo Biloba konnte bei Einnahme von 250 mg pro kg Körpergewicht für 12 Wochen die Wirksamkeit des antipsychotischen Medikaments Haloperidol bei schizophrenen Patienten erhöhen und die Nebenwirkungen dieses Arzneimittels reduzieren.

Diese Information basiert auf verschiedenen Veröffentlichungen. Für die Richtigkeit der Aussagen übernehmen wir keine Haftung. Ferner sollte diese Information nicht zur Behandlung von Erkrankungen genutzt werden. Falls Sie Medikamente einnehmen oder in ärztlicher Behandlung sind, sollten Sie vor der Einnahme jeglicher Nahrungsergänzungsmittel Ihren Arzt zu Rate ziehen.
Die Anwendung von Nahrungsergänzungsmitteln bei Kindern sollte in jedem Fall mit dem behandelnden Arzt abgestimmt wer, da die meisten Studien mit Erwachsenen durchgeführt werden und Verzehrsempfehlungen für Kinder sowie eventuelle Nebenwirkungen nicht bekannt sind.