Wie Sie Reizdarm-Schmerzen loswerden

In unserem Darm leben etwa 400 Bakterienarten. Verteilt auf eine Darmoberfläche von 500 m² bringen sie ein Lebendgewicht von 700 Gramm auf die Waage. Die Bakterien stehen in einem fein austarierten Gleichgewicht zueinander. Gerät es durcheinander, können Probiotika helfen, bestätigte jetzt eine Studie mit 258 Hortkindern mit Antibiotika bedingtem Durchfall. Mit einem Probiotikum verkürzte sich bei ihnen die Dauer der Diarrhoe fast um die Hälfte.

Zu den probiotischen Mikroorganismen zählen Lactobazillus acidophilus und Bifidobacterium longum. Sie können das mikrobielle Gleichgewicht im Darm unterstützen. Auch Personen mit Reizdarmsyndrom können von Probiotika profitieren. Grund ist die veränderte Darmflora.

Eine schwedische Untersuchung fand bei Reizdarm-Patienten eine signifikant geringere Anzahl an Lactobazillen und Bifidobakterien als bei Gesunden. In einer randomisierten, kontrollierten Studie wurde die Wirksamkeit der Gabe von Probiotika bei solchen Patienten geprüft.

Die 50 Teilnehmer litten seit mindestens einem viertel Jahr an typischen Beschwerden wie Durchfall, Blähungen und Schmerzen. Zwei Wochen lang nahmen sie täglich entweder Lactobazillen und Bifidobacterien ein oder ein Placebo. Nach 14 Tagen waren die Schmerzen, gemessen mit einer Schmerzskala, in der Probiotika-Gruppe bei 38 Prozent der Teilnehmer zurückgegangen. Noch deutlicher wurde der Unterschied nach 28 Tagen, als 52 Prozent der probiotisch Behandelten ihre Schmerzen als geringer einstuften. Auch andere Symptome, etwa Blähungen, hatten bei ihnen abgenommen.