Osteoporose bereits im Jugendalter

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  • Kategorie: Knochen
  • Zuletzt aktualisiert: Samstag, 28. Juli 2012 15:47
  • Veröffentlicht: Donnerstag, 09. Oktober 2008 12:37
  • Geschrieben von Lisa Oberländer
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Etwa 75 Millionen Menschen in Europa, den USA und Japan sind Schätzungen zufolge von Osteoporose betroffen. Jede dritte Frau in den Wechseljahren hat diese ernst zu nehmende Erkrankung. Die Statistik sagt aus, dass sich europaweit fast alle zweieinhalb Minuten jemand einen Wirbel bricht. Pro Jahr werden circa 100.000 Hüftfrakturen behandelt. Ein Großteil aller Patienten bleibt danach sogar pflegebedürftig. In Folge von Oberschenkelhalsbruch sterben insgesamt sogar mehr Frauen als an Brustkrebs.
Doch es kommt noch schlimmer.

Entgegen gängiger Meinung sind nicht nur Senioren betroffen, sondern vermehrt Berufstätige und auch immer mehr Jugendliche, betonte der Bundesselbsthilfeverband für Osteoporose e.V. (www.osteoporose-deutschland.de). Vor allen Dingen durch einseitige Ernährung und Mangel an Bewegung tritt die Erkrankung vermehrt immer früher auf.

Laut Reiner Bartels vom Osteoporosezentrum der Universität München sind die Ursachen für Osteoporose bei Jugendlichen meist Magersucht sowie ein übertriebener Fastfood-Verzehr inklusive der dazu üblichen Getränke. Das beste Beispiel ist Cola: Besonders Jugendliche neigen oft zu übermäßigem Konsum von Cola-Getränken. Das Deutsche Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik hat herausgefunden, dass bei Mädchen, die oft Cola trinken, das Knochenbruchrisiko um das 3-fache erhöht ist. Jugendliche, die Sport treiben und zu Cola & Co. greifen, haben sogar ein 5-fach erhöhtes Risiko. Der Grund dafür ist, dass die Cola-Getränke ca. 140 mg Phosphat/Liter beinhalten, wodurch die Calciumaufnahme in den Knochen verhindert wird. In der Folge kommt es zu einer Verringerung der Knochendichte und zu einer Erhöhung der Knochenbrüchigkeit. Gleichzeitig verzichten Jugendliche aus Angst vor Übergewicht oft auf calciumhaltige Lebensmittel (z.B. Milch und Milchprodukte).
Die über 200 Knochen unseres Körpers bestehen zu rund einem Drittel aus Mineralien – vor allem aus dem calciumreichen Hydroxyapatit. Allgemein gehen Wissenschaftler von einer täglich notwendigen Calciumzufuhr mit der Nahrung von etwa einem Gramm aus (Frauen in den Wechseljahren sogar 1,2 bis 1,5 Gramm). Daten des "National Institute of Health" der USA (vergleichbar mit dem Bundesgesundheitsamt) aus dem Jahr 2000 zufolge, enthält die tägliche Ernährung nur bei rund 25% der männlichen und sogar nur bei ca. 10% der weiblichen Jugendlichen die geforderten Mengen an Calcium. Osteoporose nimmt weltweit in Besorgnis erregendem Umfang zu.