Osteoporose ist auch Männersache

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  • Kategorie: Knochen
  • Zuletzt aktualisiert: Samstag, 28. Juli 2012 15:47
  • Veröffentlicht: Freitag, 16. September 2011 07:34
  • Geschrieben von Lisa Oberländer
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War Osteoporose noch vor kurzem eine typische Frauenkrankheit, so scheint der Knochenschwund jetzt in zunehmendem Maß auch Männer zu betreffen. Von den mehr als acht Millionen Deutschen, die an Osteoporose leiden, sind etwa ein Drittel Männer - Tendenz zunehmend.

Man unterscheidet primäre und sekundäre Osteoporosen. Primär bedeutet, dass keine krankhaften Ursachen erkennbar sind. Hierunter fällt beispielsweise die postmenopausale Osteoporose der Frau. Sekundär heißt, dass eine andere Erkrankung oder ihre Therapie die Osteoporose ausgelöst hat. Bei der Frau handelt es sich in 80-90% der Fälle um eine primäre Osteoporose. Beim Mann sind ca. 40% primäre und 60% sekundäre Osteoporosen.

Anfangs spürt man die Osteoporose meist nicht, weil der für die Krankheit typische Verlust an Knochensubstanz noch keine Schmerzen verursacht. Daher auch der Ausdruck "schleichende Erkrankung". Erste spürbare Symptome sind zum Beispiel gelegentliche Rückenschmerzen und/oder Knochenschmerzen.

Testen Sie Ihr Risiko!

Wenn einer der folgenden Punkte bei Ihnen zutrifft, sollten Sie Ihre Ärztin bzw. Ihren Arzt auf eine weitergehende Diagnostik ansprechen!

  • Sie sind mehr als 4 cm kleiner geworden.
  • Sie haben plötzlich und über Wochen anhaltende heftige Rückenschmerzen.
  • Sie haben in den letzten Jahren ungewollt mehr als 10% Ihres Körpergewichts
    abgenommen.
  • Sie hatten nach Ihrem 50. Lebensjahr einen Knochenbruch.
  • Sie sind im letzten Jahr ohne Einwirkung äußerer Kräfte gestürzt (mehr als 2 x im halben Jahr).
  • Sie sind überschlank, Ihr Body-Mass-Index (BMI) liegt unter 20.

(Checkliste gemäß Patientenleitlinien 2003, siehe auch www.bfo-aktuell.de)

Männer sollten außerdem auf folgende Risikofaktoren Obacht geben:

  • Hohes Alter (über 75 Jahre) mit Verminderung des Körpergewichts
  • niedriger Testosteronspiegel
  • Calciummangel ausgelöst durch chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Fehlernährung oder Milchunverträglichkeit
  • Glucocorticoid-Langzeittherapie, beispielsweise bei Asthma oder Rheuma
  • Überfunktion der Schilddrüse
  • häufiger Alkoholgenuss
  • Morbus Parkinson, Epilepsie
  • Bewegungsmangel
  • Nierenerkrankung mit erhöhter Calciumausscheidung

Dr. Axel Schroeder, Präsident des Berufsverbandes der Deutschen Urologen e.V. (BDU), empfiehlt Männern jenseits der 50, bei ihren Routineterminen beim Urologen auch ihr Osteoporoserisiko abklären zu lassen. "Typische Symptome sind akut auftretende Schmerzen des Skeletts, ungewollter Gewichtsverlust um mehr als zehn Prozent sowie besonders das Schrumpfen der Körpergröße um mehr als vier Zentimeter in einem Jahr", so der Urologe aus Neumünster. Eine Knochendichte-Messung gibt klaren Aufschluss.

Ausreichend Bewegung und eine ausgewogene, calziumreichen Ernährung können vorsorgen und eine Therapie unterstützen. Vitamin D als Einbauhelfer für das Calcium in die Knochen spielt dabei eine große Rolle.

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