Soja gegen Krebs

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  • Zuletzt aktualisiert: Samstag, 28. Juli 2012 15:47
  • Veröffentlicht: Mittwoch, 25. November 2009 07:46
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Die Pflanze enthält Wirkstoffe, die möglicherweise entartete Zellen abtöten

Soja könnte in Zukunft ein natürliches Medikament gegen Krebs liefern. Zu diesem Schluss sind US-Forscher über einen Umweg gekommen: Sie hatten entdeckt, dass es im Körper von Taufliegen eine Gruppe von Substanzen gibt, die offenbar Zellen in den Selbstmord treiben können – eine Wirkung, die ebenso als Schlüsselfaktor für die Krebsvorbeugung wie auch für die für Entwicklung neuer Krebsmedikamente gilt. Da sich diese Substanzen auch in Sojabohnen finden, sei die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich die Hülsenfrüchte in Zukunft als Lieferant für derartige Wirkstoffe nutzen lassen, schreiben die Wissenschaftler um Julie Saba vom Children's Hospital and Research Center in Oakland. Die Wissenschaftler entdeckten, dass Taufliegen ungewöhnliche Moleküle, sogenannte Sphingadiene, produzieren, die unter anderem für den Aufbau von fettartigen Biomolekülen, den Lipiden, genutzt werden. Eine erhöhte Konzentration dieser Sphingadiene löst offenbar den Tod genetisch geschädigter Zellen im Körper der Fliegen aus, zeigten weitere Untersuchungen. Für die Forscher liegt daher die Vermutung nahe, dass die Substanzen auch im menschlichen Körper kranke sowie genetisch veränderte Zellen, beispielsweise Krebszellen, abtöten können. Das könnte in Zukunft bei der Krebsprävention genutzt werden und eventuell sogar eine effektive Behandlung bereits bestehender Krebserkrankungen ermöglichen. Potenzieller Lieferant der vielversprechenden Substanzen wäre dabei die Sojabohne, so die Forscher.

Bereits in früheren Studien hatten Forscher Hinweise darauf gefunden, dass Soja eine positive Wirkung bei Brustkrebs haben sowie vorbeugend gegen chronisch-entzündliche Darmerkrankungen und sogar Darmkrebs wirken kann – die Hintergründe waren bislang allerdings nicht klar. Die neuen Ergebnisse könnte nun Aufschluss über den Mechanismus geben, der hinter diesen Effekten steckt. Die Forscher wollen nun die Wirkung der Sphingadiene genauer untersuchen, um geeignete Medikamente zur Krebsvorsorge und -behandlung zu entwickeln.

Julie Saba (Children's Hospital and Research Center, Oakland) et al.: Cancer Research, Ausgabe vom 15. Dezember 2009