Warum Reisen Magen und Kopf verdreht

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  • Kategorie: Magen / Darm
  • Zuletzt aktualisiert: Samstag, 28. Juli 2012 15:47
  • Veröffentlicht: Dienstag, 20. Mai 2008 23:00
  • Geschrieben von Lisa Oberländer
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Endlich Urlaub! Die heiß ersehnte Zeit der Erholung und Entspannung für die ganze Familie kann beginnen. Doch oft startet die Urlaubsreise mit einer unangenehmen Begleiterscheinung: Der Magen spielt verrückt. Einige brauchen selbst am Urlaubsziel noch einen ganzen Tag, um sich von den Strapazen zu erholen.
Unter Reisekrankheit, Kinetose oder auch Bewegungskrankheit versteht man verschiedene Symptome wie Müdigkeit, Schwindel, Kopfschmerz, Übelkeit und Erbrechen, die bei der Fortbewegung in einem Verkehrsmittel auftreten. Seekrankheit ist sicher die bekannteste Form der Reisekrankheit. Reisebusse, Autos, Züge mit Neigetechnik oder auch Flugzeuge können ebenso gut die Symptome hervorrufen. Nur rund 15 % der Menschen sind weitgehend unempfindlich gegenüber Reisekrankheit. 10 % sind besonders stark betroffen. Bei Frauen treten Reisekrankheiten häufiger auf als bei Männern, bei Asiaten häufiger als bei Europäern.

Als Ursache der Reisekrankheit ist allgemein bekannt, dass der Gleichgewichtssinn im Innenohr durch Beschleunigungen (Schaukeln, Stöße, etc.) oft über einen längeren Zeitraum gereizt wird, ohne dass diese Bewegungen von anderen Sinnesorganen wie den Augen bestätigt werden.
Neueren Untersuchungen zufolge ist vor allem ein hoher Histamin-Spiegel im Blut eine wichtige Ursache der Seekrankheit. Gifte wirken ähnlich auf die Gleichgewichtszentren. Deshalb hat sich im Laufe der Evolution das Erbrechen als Reaktion auf solche Gleichgewichtsirritationen entwickelt. Ein wirksamer Mechanismus, um den Körper vor aufgenommenem Gift zu befreien und gleichzeitig die weitere Giftzufuhr zu unterbinden.

Ein allgemein gültiges Rezept gegen die Reisekrankheit gibt es wohl nicht. Aber es gibt Tipps und eine Reihe von Verhaltensregeln für Menschen, die für Reisekrankheiten anfällig sind:
Freuen Sie sich auf die Urlaubsreise und bereiten Sie sich innerlich darauf vor. Eine leichte Kostumstellung schon vor der Abreise ist ratsam. Ein leerer Magen hilft nicht gegen die Reisekrankheit, sondern fördert sie (Schwindel, flaues Gefühl in der Magengegend). Kurz vor der Reise sollten Sie leichte Kost zu sich nehmen. Fetthaltige Speisen, Wurst und Milchprodukte sollten vermieden werden. Verzichten Sie besser auf starken Kaffee, alkoholische Getränke und Nikotin. Setzen Sie sich in Fahrtrichtung und wählen Sie einen Fensterplatz. Ein Gespräch mit Sitznachbarn lenkt von den eigenen Empfindungen ab und Sie spüren das Unwohlsein nicht so stark. Lesen und ähnliche Tätigkeiten werden meist schlecht vertragen und sollten vermieden werden.

Ingwer ist der ideale Reisebegleiter. Der knollige Wurzelstock hemmt den Brechreiz und beruhigt den Magen-Darm-Trakt. Verantwortlich dafür ist eine Vielzahl ätherischer Öle und Bitterstoffe, vor allem Gingerole und Shogaole. Die traditionelle chinesische Medizin nutzt die therapeutische Wirksamkeit dieser Substanzen seit Jahrhunderten. Gingerol beispielsweise wirkt krampflösend, absorbiert Säuren und lindert so Übelkeit und Magenkrämpfe.
Schon eine halbe Stunde vor Reiseantritt können Sie Ingwer verzehren. Aber auch, wenn Magengrummeln und Übelkeit bereits eingesetzt haben, schafft Ingwer rasch Abhilfe.
Ingwer bekämpft Brechreiz auch dann, wenn er nicht reisebedingt ist. Zum Beispiel nach einer Narkose, bei Schwangerschaftsübelkeit oder während einer Chemotherapie.
Das Gingerol gleicht in seiner chemischen Struktur dem Aspirin. Möglicherweise wirkt Ingwer deshalb so vielfältig. Zum Beispiel bekämpft er auch Föhn- und Wetterfühligkeit. Die durchwärmende Kraft der Ingwer-Scharfstoffe ist günstig bei Erkältungen. Sie lösen den in Atemwegen festsitzenden zähen Schleim. Großer Vorteil des Naturprodukts: Es gibt praktisch keine Nebenwirkungen.