Erbsen, Bohnen, Linsen... und was Sie dagegen tun können

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  • Kategorie: Magen / Darm
  • Zuletzt aktualisiert: Samstag, 28. Juli 2012 15:47
  • Veröffentlicht: Montag, 25. Juni 2012 08:37
  • Geschrieben von Lisa Oberländer
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Es ist schon längst kein Tabu mehr. Sogar in der Fernsehwerbung wird ganz öffentlich darüber gesprochen und der kleine Joghurt dagegen angepriesen. Kennen Sie das auch?

Fühlt sich Ihr Bauch auch manchmal aufgeblasen an, schmerzt und Sie fühlen sich unwohl? Haben Sie dieses Völlegefühl auch, wenn Sie nur wenig gegessen haben? Oder ist es manchmal so, als hätten Sie einen Stein im Bauch?
Solche Beschwerden können ein Symptom einer Krankheit (zum Beispiel Morbus Crohn) sein, können aber auch psychisch bedingt oder aufgrund ungünstiger Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten auftreten. Um letztere geht es im nachfolgenden Artikel.

Moderate Gasbildung im Verdauungstrakt ist eine ganz natürliche Angelegenheit. Das Gas besteht zu 99% aus Stickstoff, Sauerstoff, Kohlendioxid, Wasserstoff und Methan. Circa 10 bis 25 Mal pro Tag wird es abgelassen - meist sogar unbemerkt.

Ein Großteil des Gases kommt durch unbewusstes Schlucken von Luft beim Essen, Trinken und Sprechen in den Körper. Nicht unerheblich ist der Anteil, der beim Verdauungsvorgang selbst gebildet wird. Beispielsweise entsteht Kohlendioxid, wenn Nahrung im Magen mit Salzsäure reagiert. Ein kleiner Teil der Gase wird aus dem Blut in den Darm abgegeben.

Übersteigt die Gasbildung ein normales Maß, so könnte eine unzureichende Verdauung im Bereich des Magens oder des Dünndarms die Ursache sein. Dort sollten normalerweise alle Nahrungsmittelbestandteile aufgeschlossen werden. Doch manche Dinge, die wir essen, schaffen es auf ihrem Weg sogar bis in den Dickdarm. Hier warten bereits "gierige" Bakterien (Escherichia coli, Bacteroides vulgatus oder Methanobrevibacter smithii) auf ihre Mahlzeit.
Dieser Vorgang geht mit der Freisetzung von geruchsintensivem Schwefelwasserstoff sowie anderen Gär- und Faulgasen einher. Prädestiniert dafür sind Nahrungsmittel, wie Bohnen, Erbsen, Kohl, Hülsenfrüchte, Zwiebeln, Fruchtsäfte, Süßstoffe aus Diät-Produkten, aber auch ein Übermaß an Proteinen.

Mache Menschen schlucken während des Essen mehr Luft als andere. Das kann passieren, wenn man beim Essen viel spricht. Auch Rauchen, eine schlecht sitzende Zahnprothese, Trinken durch einen Strohhalm und Kaugummi kauen können die Luftaufnahme erhöhen. Eine Menge Luft gibt es auch in bestimmten Lebensmitteln. Dazu gehören Erfrischungsgetränke, Bier, Brot und Rahm.

Bei übermäßiger Gasbildung handelt es sich keinesfalls um harmlose Luft, sondern um giftige Fäulnisgase, die nicht nur das Verdauungssystem und seine natürliche Darmflora schädigen können, sondern den gesamten Organismus und insbesondere die Leber belasten. Eine schnelle Lösung ist deshalb angebracht.

Um die unangenehme Gasbildung im Zaum zu halten, gibt es einige Grundregeln, die leicht umzusetzen sind:

  • Verzichten Sie möglichst auf Nahrungsmittel, die als blähungsfördernd gelten (siehe oben).
  • Essen Sie langsam und kauen Sie gründlich.
  • Achten Sie auf etwaige Nahrungsmittelunverträglichkeiten.
  • Trinken Sie genügend (kohlendioxidfreie Getränke).
  • Bewegen Sie sich ausreichend, damit der Darm in Schwung bleibt und ein regelmäßiger Stuhlgang gewährleistet ist.
  • Artischocken und Ingwer regen die Verdauungssäfte an und leisten somit einen Beitrag zur ordnungsgemäßen Aufspaltung Nahrungsbestandteile in Magen und Dünndarm.
  • Das in der Papaya enthaltene Papain ähnelt in seiner Enzymwirkung den menschlichen Verdauungsenzymen. Es bietet eine wirksame Unterstützung bei der Verwertung von Proteinen und kann einer Entstehung von Gär- und Faulgasen entgegenwirken.
  • Achten Sie auf die richtige Reihenfolge beim Essen. Je niedriger der Wassergehalt eines Nahrungsmittels, umso später in der Reihenfolge sollte es gegessen werden. Wasserhaltige Lebensmittel werden schnell verdaut und machen dann den Speisen mit dem geringeren Wassergehalt, wie Kohlenhydraten sowie eiweiß- und fetthaltigen Lebensmitteln, Platz.
  • Für ein gutes Bauchgefühl sorgen auch probiotische Kulturen. Die wohlwollenden Darmbakterien Lactobacillus acidophilus und Bifidobacterium longum fördern Stuhlgang und Verdauung. Sie sind nicht nur ein Tipp, um den Stuhlgang zu unterstützen, sondern auch eine prima Hilfe um die Darmflora aufzubauen und zu verstärken.