Vitamin D3: Studien

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  • Zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 08. September 2016 07:17
  • Veröffentlicht: Donnerstag, 08. September 2016 07:06
  • Geschrieben von Lisa Oberländer
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Vitamin D: Viel mehr als nur Knochenaufbaustoff Allgemeines zu Vitamin D: Vitamin D ist fettlöslich, wird somit mit Fetten aufgenommen und durch die Darmwände resorbiert, Es wird als Vitamin, aber viele Biochemiker halten es eigentlich für ein Hormon. Die Vitamin-D-Gruppe umfasst mehrere vitaminwirksame Verbindungen. Man unterscheidet zwischen Vitamin D2 (Ergocalciferol) und Vitamin D3 (Cholecalciferol). Das biologisch für unseren menschlichen Körper verfügbare und wirksame Vitamin ist das D3. Das Vitamin D2 kommt in pflanzlichen, das Vitamin D3 in tierischen Lebensmitteln vor. Der Mensch ist unter Einfluss des Sonnenlichts in der Lage, das Vitamin D3 aus einer Vorstufe selbst im Körper zu bilden. Zu wenig Vitamin D ist nicht gut für die Blutgefäße Menschen mit ausreichenden Vitamin-D-Spiegeln haben ein 33 Prozent geringeres KHK-Risiko - im Vergleich zu jenen mit geringen Serumspiegeln. Das habe eine Auswertung von 28 Studien mit fast 100 000 Teilnehmern ergeben, teilt die Warwick Medical School in Coventry in Großbritannien mit. Das Risiko für Typ-2-Diabetes war demnach um 55 Prozent geringer. Die Forscher erinnern, dass Sonne, fettreicher Fisch und Nahrungsergänzungsmittel Vitamin D liefern. Vitamin-D-Mangel erhöht Entzündungsaktivität Ernährungswissenschaftler der University of Missouri fanden heraus, dass ein Vitamin-D-Mangel mit Entzündung assoziiert ist. Bei Frauen mit einem ungenügenden Vitamin-D-Spiegel wurden im Serum erhöhte Konzentrationen von TNF-Alpha gefunden. Es ist die erste Studie, die diesen Zusammenhang bei gesunden Versuchspersonen nachgewiesen hat. Erhöhte Entzündungsmarker findet man normalerweise bei Personen mit Übergewicht oder chronischen Erkrankungen. Ein kleiner Abfall der Vitamin-D-Spiegel könnte also bei den Menschen, die krank sind, Symptome verstärken. Medical News: Relationship between vitamin D deficiency and increases inflammation in healthy women; 09 Apr 2009 Vitamin D halbiert Diabetesrisiko und metabolisches Syndrom Vitamin D fungiert als Modulator und gilt als schützender Faktor für Typ-1-Diabetes, Multiple Sklerose und Hashimoto Thyroiditis. Das Vitamin verhindert die vermehrte Freisetzung (Proliferation) der Lymphocyten und verringert die Produktion von Zytokinen, die das Immunsystem anregen. Eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung könnte deshalb ein Schutzfaktor für bestimmte Autoimmunerkrankungen sein. Ein hoher Vitamin-D-Spiegel geht einer Analyse zufolge mit einem halbierten Diabetesrisiko einher. Forscher um Studienleiter Dr. Oscar Franco von der Universität Warwick hatten 28 Studien mit zusammen fast 100 000 Teilnehmern mittleren und höheren Alters ausgewertet. Das metabolische Syndrom war bei Probanden mit hohem Vitamin-D-Spiegel ebenfalls nur halb so häufig wie bei Studienteilnehmern mit wenig Vitamin D im Blut (Maturitas 65, 2010, 225). "Gezielte Maßnahmen gegen Vitamin-D-Mangel bei Erwachsenen könnte potenziell die gegenwärtigen Epidemien von Herz- und Stoffwechselkrankheiten bremsen", so Franco. Allerdings müsse zunächst ein ursächlicher Zusammenhang zwischen Vitamin D und dem geringeren Erkrankungsrisiko belegt werden, so das Forscherteam. Abstract der Originalstudie: "Levels of vitamin D and cardiometabolic disorders: Systematic review and meta-analysis"   Vitamin D-Mangel und Bluthochdruck Zu wenig Vitamin D im Körper junger Frauen erhöht deren Risiko, später eine arterielle Hypertonie zu entwickeln. In einer US-amerikanischen Studie an 559 weißen Amerikanerinnen konnte gezeigt werden, dass Frauen, bei denen 1992 ein Vitamin-D-Mangel festgestellt wurde, 15 Jahre später, also 2007, ein dreifach erhöhtes Hypertonierisiko aufwiesen im Vergleich zu den Frauen, bei denen zum damaligen Zeitpunkt ein normaler Vitamin-D-Spiegel gemessen wurde. Ein Vitamin-D-Mangel in frühen Jahren scheint also das Langzeitrisiko für Bluthochdruck zu erhöhen. Quelle: www.focus.de, 25.09.2009: Heute Vitamin-D-Mangel, morgen Bluthochdruck Bei 237 älteren Personen im Alter zwischen 64 und 69 Jahren, davon 53 Prozent Frauen, wurde die Vitamin-D-Konzentration im Blutserum mit dem Blutdruck verglichen. Dabei zeigte sich, dass niedrige Vitamin-D-Konzentrationen mit einem höheren systolischen und diastolischen Blutdruck assoziiert waren. Bei älteren Menschen sollte deshalb eine Supplementierung zur Vermeidung einer Hypovitaminose D durchgeführt werden, um nicht nur das Skelettsystem zu schützen, sondern auch um die positiven Effekte von Vitamin D auf das kardiovaskuläre System und die Blutdruckregulation zu nützen. Quelle: Almirall J et al: Association of low serum 25-hydroxyvitamin D levels and high arterial blood pressure in the elderly; Nephrol Dial Transplant, 2009 Sept 11. In einer Übersichtsarbeit der Universität Graz wurde der Zusammenhang zwischen der Vitamin-D-Konzentration und dem Blutdruck dargestellt. Viele Daten sprechen dafür, dass Vitamin D an der Pathogenese der arteriellen Hypertonie beteiligt ist. Die antihypertensiven Eigenschaften von Vitamin D lassen sich wie folgt darstellen: Schutz der Nieren, Unterdrückung des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems, Beeinflussung der Gefäßzellen, Vermeidung eines sekundären Hyperparathyreodismus. Ganz überwiegend veranschaulichen die Resultate klinischer Studien, dass Vitamin D den arteriellen Blutdruck senken kann. Die antihypertensiven Effekte waren besonders ausgeprägt bei den Patienten mit einem Vitamin-D-Mangel. Eine Vitamin-D-Supplementierung könnte deshalb ein sicherer und preiswerter Weg sein, um eine arterielle Hypertonie bei Patienten mit Vitamin-D-Mangel zu vermeiden. Quelle: Pilz S et al: Vitamin D status and arterial hypertension: a systematic review; Nat Rev Cardiol. 2009 Oct; 6(10): 621-30 Vitamin D halbiert die Zahl der Asthmaanfälle Wissenschaftler der Queen Mary University of London stellten bei einerUntersuchung fest, dass die Einnahme von Vitamin D das Risiko für schwere Asthmaanfälle drastisch reduziert. Dazu analysierten die Forscher die Daten von sieben veröffentlichten Studien. In diesen wurden zuvor die Daten von 435 Kindern und 658 Erwachsene ausgewertet. Die Experten aus Großbritannien fanden heraus, dass Menschen mit leichtem und mittelschwerem Asthma einen großen Vorteil durch die Einnahme von Vitamin-D-Nahrungsergänzungen erlangen können. Das Risiko schwerer Anfälle halbierte sich durch deren Einnahme. Quelle: Cochrane library Vitamin-D vermindert das Sturzrisiko bei älteren Menschen Nach einer Studie, die Anfang Oktober im British medical Journal publiziert wurde, führt die tägliche Einnahme von 700 bis 1000 IU Vitamin D zu einer Verminderung des Sturzrisikos um 19 Prozent. Bekanntlich sind Menschen über 65 Jahre einem erhöhten Sturzrisiko ausgesetzt. Man kann davon ausgehen, dass jede dritte Person in diesem Alter zumindest einmal pro Jahr einen Sturz erleidet. Bei immerhin 6 Prozent der Betroffenen kommt es dadurch zu einer Fraktur. Ein internationales Forscherteam analysierte die Daten von acht Präventionsstudien, um die Effektivität einer Vitamin-D-Einnahme zur Sturzprophylaxe zu überprüfen. Eine tägliche Vitamin-D-Dosis unter 700 IU hatte keinen Effekt; mit 700 – 1000 IU Vitamin D (Vitamin D2 und Vitamin D3) reduzierte sich das Fallrisiko, wie bereits erwähnt, um 19 Prozent (mit Vitamin D3 sogar um 26 Prozent). Dieser Effekt zeigte sich unabhängig vom Lebensalter und von einer zusätzlichen Calcium-Supplementierung. Quelle: www.sciencedaily.com, Oct. 2009: Over 65s should take high dose vitamin D to prevent falls, say researches Vitamin D-Mangel und kognitiven Störungen bei älteren Frauen Französische und Schweizer Wissenschaftler haben bei 752 Frauen, die 75 Jahre und älter waren, den Zusammenhang zwischen der Vitamin-D-Konzentration und der kognitiven Leistungsfähigkeit untersucht. Letztere wurde durch einen standardisierten Fragebogen erfasst. Ein Vitamin-D-Mangel wurde durch eine Serumkonzentration kleiner als 10 ng/ ml definiert. Es gab bei den älteren Frauen eine eindeutige Korrelation zwischen der Vitamin-D-Konzentration und der kognitiven Leistungsfähigkeit. Quelle: Annweiler C et al: Association of vitamin D deficiency with cognitive impairment in older women. Cross-sectional study; Neurology. 2009 Sep. 30 Niedrige Vitamin D-Spiegel können zu Depressionen führen Es gibt zunehmend Hinweise, dass niedrige Vitamin D-Spiegel, wie sie insbesondere während der Wintermonate auftreten, das Depressionsrisiko erhöhen können. Dies trifft in besonderem Umfang auf ältere Menschen zu, die ohnehin meist eine Vitamin-D-Unterversorgung aufweisen. Vitamin D kann das Risiko von Bauchspeicheldrüsenkrebs reduzieren Bauchspeicheldrüsenkrebs steht im Gegensatz zu anderen Krebsarten weniger im Mittelpunkt der Öffentlichkeit. Er ist aber sehr bösartig. Nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft erkranken in Deutschland jährlich etwa 12.800 Menschen an einem Krebs der Bauchspeicheldrüse (Pankreaskarzinom) - das sind etwa 6% aller Krebserkrankungen. Das mittlere Erkrankungsalter liegt für Männer bei 68 und für Frauen bei 75 Jahren. Bauchspeicheldrüsenkrebs ist im Frühstadium sehr schwer zu erkennen, deshalb wird der Tumor häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt. Die 5- ahresüberlebensrate liegt deshalb lediglich bei unter 5%. Aufgrund einer kürzlich veröffentlichen Studie gibt es jedoch positive Nachrichten. Durch eine ausreichende Einnahme von Vitamin D - sei es durch die Nahrung oder durch Nahrungsergänzungsmittel - kann das Risiko, einen Krebs der Bauchspeicheldrüse zu entwickeln, um nahezu 50% reduziert werden. In der Studie, die im Wissenschaftsmagazin Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention (zu deutsch Krebs-Epidemiologie, Biomarker & Vorbeugung) veröffentlicht wurde, bewerteten die Wissenschaftler die Ernährung unter Berücksichtigung der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln von 47.000 Männern und 75.000 Frauen über einen Zeitraum von 16 Jahren. Während des Studienzeitraums entwickelten 365 Menschen einen Bauchspeicheldrüsenkrebs. Nachdem die Faktoren berücksichtigt worden waren, die das Risiko eines Pankreaskarzinoms beeinflussen könnten - wie zum Beispiel Rauchen, die Einnahme von Multivitaminpräparaten, Alter und Körpergewicht -, kamen die Wissenschaftler zu folgendem Ergebnis: Die tägliche Einnahme von Vitamin D in Dosen zwischen 300 und 600 internationalen Einheiten konnte das Risiko, Bauchspeicheldrüsenkrebs zu entwickeln, um 43% reduzieren. Die Einnahme höherer Dosen bot keinen darüber hinaus gehenden gesundheitlichen Vorteil. Die Einnahme täglicher Dosen in Höhe von 150 bis 199 internationaler Einheiten Vitamin D führte zu einer Reduzierung des Risikos um 22%. Vitamin D aktiviert das Immunsystem Nur bei ausreichender Versorgung mit dem Sonnenvitamin werden die T-Zellen der Körperabwehr aktiv. Vitamin D ist für das Immunsystem überraschenderweise absolut unverzichtbar: Nur wenn es in ausreichender Menge vorhanden ist, werden die Killer-Zellen der Körperabwehr mobilisiert, so dass sie eindringende Viren oder Bakterien bekämpfen können. Zu dieser Erkenntnis kommt ein dänisches Forscherteam nach einer Untersuchung von Blutproben, die fünf Dialyse-Patienten gespendet hatten. Zwar sei bereits bekannt gewesen, dass Vitamin D das Immunsystem beeinflussen kann. Wie grundlegend seine Funktion jedoch ist, sei bislang übersehen worden, berichten Carsten Geisler von der Universität Kopenhagen und seine Kollegen. Vitamin D wird vor allem in der Haut gebildet, wenn sie mit den UV-Strahlen des Sonnenlichts in Kontakt kommt, ist jedoch auch in verschiedenen Nahrungsmitteln wie Fischöl oder Eiern enthalten. Am bekanntesten ist es wegen seiner Funktion im Kalzium-Stoffwechsel des Körpers sowie beim Knochenaufbau. Daneben wurde es auch schon mit Autoimmunkrankheiten wie Multipler Sklerose und Infektionen, beispielsweise der Tuberkulose, in Verbindung gebracht. Erst jetzt konnten Geisler und sein Team jedoch zeigen, wie dieser Einfluss auf das Immunsystem vermutlich zustande kommt: Das Vitamin reißt sozusagen die Killer-Zellen der Körperabwehr, die T-Zellen, aus einem schlafähnlichen Zustand und aktiviert sie, so dass sie Krankheitserreger gezielt angreifen können. Diese Aktivierung verläuft demnach etwa wie folgt: Kommt eine naive, also eine bisher nicht im Kampf eingesetzte T-Zelle in Kontakt mit einem potenziellen Eindringling, etwa einem Bruchteil einer Bakterienzelle, beginnt sie, ein Vitamin-D-Erkennungsprotein zu produzieren. Das wird dann wie eine Art Antenne ausgefahren und testet, ob Vitamin D verfügbar ist. Registriert die Antenne das Vitamin, läuft eine ganze Reaktionskaskade ab. Am Ende vervielfältigt sich die T-Zelle und bildet so Hunderte identischer Zellen, die alle auf den ausgespähten Krankheitserreger fokussiert sind. Fehlt das Vitamin D hingegen, findet diese Mobilmachung nicht statt. Die Ergebnisse geben bisher unbekannte Einblicke in die Arbeit des Immunsystems, betonen die Forscher. Sie können daher in Zukunft helfen, die Reaktion der Körperabwehr zu regulieren – nicht nur beim Bekämpfen von Infektionen, sondern auch beim Dämpfen überschießender Immunreaktionen, wie sie etwa bei Autoimmunkrankheiten oder bei der Abstoßung nach Organtransplantationen vorkommen. In beiden Fällen vervielfältigen sich aktivierte T-Zellen explosionsartig und erzeugen eine Entzündung, die für den Körper verheerende Konsequenzen haben kann. Bei Mäusen, dem allseits beliebten Labormodell, gibt es die Verbindung zwischen Vitamin D und den T-Zellen übrigens nicht – vermutlich weil die nachtaktiven behaarten Mäuse ohnehin nicht viel Vitamin D zur Verfügung haben und es daher keinen Vorteil gebracht hätte, wenn diese Substanz eine derartig wichtige Rolle in ihrem Immunsystem spielte. Carsten Geisler (Universität Kopenhagen) et al.: Nature Immunology, Online-Vorabveröffentlichung, doi: 10.1038/ni.1851 Vitamin D schützt vor Influenza Japanische Wissenschaftler verabreichten während der Erkältungs- und Grippesaison einer Gruppe von Kindern im Alter von 6 bis 15 Jahren entweder Vitamin D3 (1200 iE tgl.) oder ein inaktives Placebopräparat. In der Vitamin-D-Gruppe trat die Influenza A deutlich weniger häufig auf (58 Prozent) als in der Placebogruppe. Vitamin D schien auch bei Kindern mit einer Asthmavorgeschichte Asthmaattacken zu unterdrücken. Interessanterweise konnte durch die Vitamin-D-Einnahme das Auftreten der Influenza B nicht vermindert werden. Dafür haben die Wissenschaftler noch keine schlüssige Erklärung. Jedenfalls wurde erstmalig nachgewiesen, dass die Einnahme von Vitamin D einen Typ der Influenza reduzieren kann. Howard Wolinsky: Vitamin D helps fend of flu, asthma atacks: study; Medline Plus, March 19, 2010 Vitamin-D-Mangel häufig bei psychiatrischen Patienten Vom Carolinskainstitut in Stockholm wurde das Auftreten eines Vitamin-D-Mangels bei ambulanten psychiatrischen Patienten untersucht. Insgesamt wurden in die Untersuchung 117 Patienten eingeschlossen. Die mittlere Konzentration von 25-Hydroxy Vitamin D (OHD) betrug bei den Patienten 45 nmol/ l und lag damit deutlich unter der gesunden schwedischen Bevölkerung. Nur 14,5 Prozent der Patienten hatten eine Konzentration über 75 nmol/ l. Bei 56,4 Prozent der Fälle lag die Konzentration unter 50 nmol/ l. Bei den psychiatrischen Diagnosen zeigte sich, dass die 25-Hydroxy-Vitamin-D-(OHD)-Konzentration bei den Patienten mit Schizophrenie und Autismus besonders niedrig war. Es besteht schon länger die Vermutung, dass eine unzureichende Vitamin-D-Verfügbarkeit pränatal an der Entstehung dieser beiden Krankheitsbilder beteiligt ist. Offensichtlich ist ein Vitamin-D-Mangel aber nicht nur ein Entwicklungsfaktor, sondern steht auch in einem Zusammenhang mit dem psychiatrischen Status erwachsener Patienten. Humble MB et al: Low serum levels of 25-hydroxyvitamin D (25-OHD) among psychiatric out-patients in Sweden: Relations with season, age, ethnic origin and psychiatric diagnosis, J Steroid Biochem Mol Biol. 2010 Mar 7 BMI und Vitamin-D-Status bei Kindern Bei spanischen Schulkindern im Alter zwischen 9 und 13 Jahren wurden die Vitamin-D-Konzentrationen und verschiedene anthropometrische Variablen untersucht. In der Gruppe der Kinder mit einem insuffizienten Vitamin-D-Status (< 70 nmol/ l) waren im Vergleich zu den Kindern mit einer guten Vitamin-D-Versorgung (> 70 nmol/ l) signifikant ein höheres Körpergewicht und ein höherer BMI nachweisbar. Rodríguez-Rodríguez E et al: Associations between abdominal fat and body mass index on vitamin d status in a group of Spanish schoolchildren; Eur J Clin Nutr. 2010 Mar 10 Vitamin-D senkt Schubrate bei MS Hinweise auf eine Schutzwirkung von Vitamin D gibt es aus epidemiologischen Studien zuhauf: So tritt MS in Ländern mit hoher Sonneneinstrahlung deutlich seltener auf als in gemäßigten oder polaren Breiten, auch sind Serum-Werte von Vitamin-D-Metaboliten bei MS-Patienten oft deutlich niedriger als bei Gesunden, und schließlich treten MS-Schübe bei niedrigen Vitamin-D-Spiegeln häufiger auf als bei hohen. Kanadische Forscher haben nun in einer ersten kleinen Studie das getan, was nahe liegt: MS-Patienten mit hohen Vitamin-D-Mengen versorgt und die Auswirkungen auf die Krankheit beobachtet. Dabei war die Schubrate nach einem Jahr um 41 Prozent reduziert und der Behinderungsgrad, gemessen mit der Skala EDSS, war leicht zurückgegangen (Neurology 2010; 74:1852).Vitamin-D-Therapie senkt Schubrate bei MS Wenig Vitamin D, schlechte Hirnleistung Niedrige Vitamin-D-Blutwerte sind möglicherweise ungünstig für das alternde Gehirn. Darauf deuten Daten einer US-Studie mit 858 Teilnehmern über 65 Jahre. Bei ihnen wurden zu Beginn die Serumwerte für 25-Hydroxy-Vitamin D bestimmt. Bei Teilnehmern mit niedrigen Werten (unter 25 nmol/l) war nach sechs Jahren die Rate für kognitive Beeinträchtigungen um 60 Prozent höher als bei Teilnehmern mit hohen Werten (über 75 nmol/l) und um 31 Prozent höher als bei ausreichenden Werten, berichten die Forscher in den "Archives of Internal Medicine" (2010; 170:1135). Vitamin D vermag das Risiko für Karies zu vermindern. Zu diesem Schluss kommt ein Wissenschaftler der University of Washington, Dr. Philippe Hujoel. Er wertete 24 klinisch durchgeführte Studien der Jahre 1920 bis 1980 mit etwa 3.000 Kindern aus verschiedenen Ländern wie Großbritannien, Kanada, Österreich, Neuseeland und Schweden neu aus. Die Studien wurden in institutionellen Einrichtungen, in Schulen, Arzt- und Zahnarztpraxen oder Krankenhäusern durchgeführt. Die Probanden waren Kinder oder junge Erwachsene im Alter zwischen 2 und 16 Jahren. Das Durchschnittsalter lag bei 10 Jahren. Hujoel fand heraus, dass Vitamin D mit einer etwa 50 prozentigen Reduktion für eine Karies-Inzidenz verbunden war. Die Ergebnisse des Forschers sind für Dr. Michael Hollick vom Bosten University Medical Centre keine Überraschung. Dieser betonte, dass die Bedeutung von Vitamin D für die Zahngesundheit mit diesen Studienergebnissen noch mal bekräftigt würde. Kinder mit einem Vitamin-D-Mangel und einem verzögerten Zahndurchbruch seien anfälliger für Karies. Schwangere Frauen und junge Mütter sollten wissen, dass eine gute Vitamin-D-Versorgung zu einer besseren Mineralisierung von Knochen und Zähnen führt. Quelle: medicalnewstoday.com, 29.11.2012: Vitamin D linked to a 50 percent reduction in the incidence of dental caries Mangel an Vitamin D erhöht Demenzrisiko deutlich Ältere Menschen, die an einem Mangel an Vitamin D leiden, verfügen über ein erhöhtes Demenzrisiko. Das hat eine neue Studie unter der Leitung von David Llewellyn von der University of Exeter Medical School http://medicine.exeter.ac.uk ergeben. Die Forscher haben die Daten von rund 1.650 Personen über 65 Jahren analysiert. Allein in Großbritannien leben derzeit rund 800.000 Menschen mit Demenz. Diese Zahl soll bis 2021 auf eine Mio. ansteigen. Details wurden im Fachmagazin "Neurology" http://neurology.org veröffentlicht. Wer sollte Vitamin D zu sich nehmen und wer hat einen erhöhten Bedarf? Ältere Menschen, die sich nicht mehr so viel im Sonnenlicht bewegen können In Wintermonaten mit wenig Sonnenlicht, wenn die Bildung des Vitamins durch die Sonne nicht gewährleistet sein kann Zur Prophylaxe (Vorbeugung) bei Neugeborenen Zur Unterstützung des Calciumhaushaltes zum Festigen der Knochen Menschen, die Antiepileptika und Schlafmittel einnehmen Vegetarier, weil Vitamin D nur in tierischen Lebensmitteln vorkommt, und wenn sie sich nicht genügend der Sonne aussetzen Menschen, die chronische Leber- und Galleerkrankungen, sowie Störungen des Verdauungstraktes haben, können schlecht Fett aus dem Darm absorbieren (aufnehmen) und die Leber kann das Vitamin D nicht mehr speichern. Sonnenschutzmittel mit dem Schutzfaktor (SF) >8 verhindern die Synthese (Aufnehmen) von Vitamin D in der Haut vollständig. Vorkommen in der Natur (Vitamin D-reiche Nahrungsmittel) Menge 100 g Lachs 16,0 µg 100 g Thunfisch 5,0 µg 1 mittleres Hühnerei 1,0 µg 100 g Kalbsleber 1,0 µg 30 g Hartkäse 0,33 µg 10 g Butter 0,1 µg Um den Nahrungs-Mindestbedarf eines gesunden erwachsenen Menschen an Vitamin D zu decken, müsste man täglich 100 g Thunfisch essen. Hinweise Die Vitamin D-Gehalte in der Mutter- und Kuhmilch decken nicht den Bedarf des Säuglings. Hierzulande sind die klimatischen Bedingungen im Winter ungünstig. Daher wird für Säuglinge -unabhängig von der Jahreszeit– eine tägliche Zulage von Vitamin D empfohlen. Wann geht das Vitamin D verloren? Dunst und Smog behindern die Sonnenstrahlen, die für die Vitamin-D-Produktion notwendig sind. Wenn ein bestimmter Bräunungsgrad durch die Sonne erreicht ist, hört die Vitamin-D-Produktion durch die Haut auf. Chronische Leber- und Gallenblasen-Erkrankungen sowie andere Störungen des Verdauungstraktes, bei denen Fett schlecht aufgenommen wird, reduzieren die Aufnahme dieses Vitamins. Menschen mit Nierenproblemen weisen einen stark verschlechterten Vitamin-D-Status auf. Anzeichen eines Vitamin D-Mangels/einer Unterversorgung Vegetarier entwickeln häufiger einen Vitamin-D-Mangel, da dieses Vitamin nur in tierischen Produkten vorkommt. Ältere Menschen, die ans Haus oder an ein Altersheim gebunden und ungenügend mit Nährstoffen und Sonnenlicht versorgt sind, sind einem erhöhten Risiko für einen Vitamin-D-Mangel ausgesetzt. Selbst wenn sie genügend Sonnenlicht bekommen, ist im Alter die Synthese (Entwicklung) von Vitamin D in der Haut weniger wirkungsvoll, so dass im Vergleich zu jüngeren Menschen weniger als ein Drittel des D-Vitamins durch Sonneneinwirkung hergestellt wird. Außerdem verlieren die Nieren von älteren Mensch ihre Fähigkeit, das eingelagerte Vitamin D in seine aktive Form zu verwandeln. Da die Sonnenintensität und die Dauer der Sonneneinstrahlung in den nördlicheren Breiten reduziert ist, besteht für die Bewohner dieser Zonen besonders im Winter eine große Gefahr für die Entwicklung eines Vitamin-D-Mangels. Wenn das Sonnenschutzmittel einen Schutzfaktor hat, der größer als „8“ ist, ist die Bildung von Vitamin D in der Haut verhindert. Verzögertes Wachstum, gestörte Entwicklung (das Kind beginnt spät zu kriechen und zu laufen), verminderte Entwicklung von Knochen und Muskulatur, Reizbarkeit und Ruhelosigkeit, gestörtes Immunsystem durch wiederholte Infektionen, Verlust des Gehörs und Ohrensausen, Muskelschwäche, besonders an Hüfte und Becken (Schwierigkeiten beim Aufstehen und Treppensteigen, unsteter Gang), erhöhtes Risiko für Dickdarm- und Brustkrebs sind Anzeichen eines Vitamin-D-Mangels. Bei verspätetem Ausfall des Milchgebisses und bei schlechter Entwicklung des Zahnschmelzes hat man Vitamin D-Mangel erkannt. Quellenverzeichnis: Burgersteins Handbuch der Nährstoffe, Haug Verlag, ISBN 3-8304-2017-X, Vitamine und Mineralstoffe, AID Verbraucherdienst, 3207/1993, Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, Umschau/Braus, ISBN 3-8295-7114-3, Fit durch Vitamine, Klaus Oberbeil, Südwest-Verlag, ISBN 3-517-01422-2, Earl Mindell, die Vitamin-Bibel für das 21.Jahrhundert, Heyne Verlag, ISBN 3-453-16016-9. Hayes CE, Cantorna MT, Deluca HF. Vitamin D and multiple sclerosis. Proc Soc Exp Biol Med 1997;216:21–7 [review]... Cantorna MT. Vitamin D and autoimmunity: is vitamin D status an environmental factor affecting autoimmune disease prevalence? Proc Soc Exp Biol Med 2000;223:230–3 [review], Ärztezeitung 07.07.2010, NEUROLOGY 2010;74:1852-1859, Ärztezeitung 14.07.2010, Diese Information basiert auf verschiedenen Veröffentlichungen. Für die Richtigkeit der Aussagen übernehmen wir keine Haftung. Ferner sollte diese Information nicht zur Behandlung von Erkrankungen genutzt werden. Falls Sie Medikamente einnehmen oder in ärztlicher Behandlung sind, sollten Sie vor der Einnahme jeglicher Nahrungsergänzungsmittel Ihren Arzt zu Rate ziehen. Die Anwendung von Nahrungsergänzungsmitteln bei Kindern sollte in jedem Fall mit dem behandelnden Arzt abgestimmt wer, da die meisten Studien mit Erwachsenen durchgeführt werden und Verzehrsempfehlungen für Kinder sowie eventuelle Nebenwirkungen nicht bekannt sind.