E-Vitamin

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  • Zuletzt aktualisiert: Samstag, 28. Juli 2012 15:47
  • Veröffentlicht: Dienstag, 03. Februar 2009 09:24
  • Geschrieben von Lisa Oberländer
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Vitamin E ist ein äußerst wichtiges Vitamin, das den Körper aufgrund seines starken antioxidativen Potentials vor oxidativem Stress durch freie Radikale schützt und sowohl zur Vorbeugung als auch zur unterstützenden Therapie zahlreicher Krankheiten (Herzkrankheiten, Diabetes mellitus, Rheuma, Gelenkerkrankungen, Katarakt (Grauer Star, Altersstar), Krebs etc. eingesetzt werden kann. Auch das Immunsystem und die körperlichen und geistige Leistungsfähigkeit werden durch Vitamin E auf hervorragende Weise gestärkt.

Was ist Vitamin E?

Vitamin E gehört zu den fettlöslichen Vitaminen. Seit 1968 gilt Vitamin E als essentieller Nährstoff, obwohl es schon seit den 20er Jahren als Bestandteil der Nahrung bekannt ist. Als Vitamin E bezeichnet man im weiteren Sinn alle Derivate des Tocols und Tocotrienols. Generell kommen in der Natur Vitamin E- Verbindungen nur als Stoffgemisch vor, wobei bislang acht natürliche Vitamin E-Verbindungen (Vitamere) identifiziert wurden. Das (RRR-) alpha-Tocopherol ist hierbei die Vitamin E-Verbindung, die beim Menschen am wirksamsten ist und daher in seiner Wirksamkeit gleich 100% gesetzt wird.

Selbst synthetisieren können nur Pflanzen Vitamin E. Da es aber über die Nahrungskette auch zu Tieren gelangt, wenn auch in deutlich geringerem Umfang, kommt das fettlösliche Vitamin in allen Zellmembranen vor, so dass auch tierische Nahrungsmittel einen Beitrag zur Bedarfsdeckung leisten. Reich an Tocopherol sind Pflanzenöle, wie Weizenkeim-, Sonnenblumen-, Saflor-, Soja- und Maiskeimöl. Bei den Ölen korreliert der Gehalt an Vitamin E im Allgemeinen mit dem an Polyenfettsäuren. Weitere gute Tocopherol-Quellen sind u. a. Nüsse, Vollkorngetreideerzeugnisse und Leguminosen (Bohnen, Ebsen etc.).

Resorbiert wird Vitamin E im oberen Dünndarm, wobei dies stets an die Fettverdauung gekoppelt ist (fett-lösliches Vitamin), da hierfür eine ausreichende Verfügbarkeit von Gallensäuren erforderlich ist. Erhöht wird die Absorptionsrate durch mittelkettige Fettsäuren und vermindert durch mehrfach-ungesättigte Fettsäuren wie z. B. Linolsäure, alpha-Linolensäure, Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, oxidierte, ranzige Fette und Abführmittel. Durch Luftsauerstoff wird Vitamin E rasch oxidiert, insbesondere in Gegenwart von Schwermetallen (Blei etc.) und Peroxiden. In Abwesenheit von Sauerstoff sind Vitamin E-Verbindungen bis 200°C stabil, wobei sich Lichteinfluss negativ auf die Wirksamkeit auswirkt.

Wie kann Vitamin E im Körper wirken?

Wirkungen als Antioxidans gegen freie Radikale:

An vielen Prozessen in unserem Körper ist Vitamin E beteiligt. Die wichtigste Aufgabe des Vitamin E ist, als Antioxidans die Zellen und Zellmembranen vor Oxidation zu schützen. So genannte freie Radikale werden durch die Umwelt- und Luftverschmutzung (Abgase, Zigarettenrauch, Strahlung etc.), über die Nahrung (ranzige Fette, Konservierungsstoffe etc.), über Medikamente aufgenommen und darüber hinaus während der Stoffwechselvorgänge im Körper durch Oxidationsprozesse auch selbst gebildet.
Normalerweise kann ein gesunder Körper eine übermäßige Anzahl an freien Radikalen z. B. über körpereigene antioxidative Enzymsysteme in Schach halten. Gelingt dies dem Körper nicht mehr, können die übermäßig vorhandenen Radikale schädliche Prozesse auslösen wie z. B. Alterungsprozesse beschleunigen (Faltenbildung etc.) oder die zur Entstehung von Krankheiten (Krebs, Katarakt etc.) beitragen. Um den Körper bei der Abwehr der freien Radikale zu unterstützen, ist eine Zufuhr von Antioxidantien, die als Radikalfänger fungieren und die Anzahl der Radikale wirksam verringern, äußerst wichtig.

Insbesondere Vitamin E kann im Rahmen des Fettstoffwechsels Membranfette, Depotfette und Fettproteine (Lipoproteine) vor einem Abbau durch Oxidation der Fette (Lipidperoxidation) bzw. dem Ranzigwerden schützen. Deshalb werden Fetten und Ölen, die sehr viele oxidationsempfindliche mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthalten zum Schutz Vitamin E zugesetzt, das hierbei komplett verbraucht wird und daher nicht mehr dem Körper für andere Aufgaben zur Verfügung steht. Gemeinsam mit Vitamin A, Beta-Carotin, Vitamin C, Selen und Glutathion bildet Vitamin E einen effektiven Schutz vor den schädlichen Auswirkungen der reaktiven Sauerstoffspezies. Insbesondere zwischen Vitamin E und Vitamin C besteht eine besonders enge Beziehung, da Vitamin C das beim Abfangen freier Radikale oxidierte Vitamin E wieder reduzieren kann, damit es wieder als aktives Vitamin E zur Verfügung steht.

Wirkungen auf das Immunsystem, Wirkungen bei Krebserkrankungen:

Vitamin E trägt zu einer Stärkung der Abwehrkräfte und damit zu einer Anregung des Immunsystems bei. Insbesondere Menschen, die ständigem Stress ausgesetzt sind, häufig unter Erkältungen und Infekten leiden oder auch ältere Menschen, deren Immunabwehr vielfach geschwächt ist, kann Vitamin E eine wirksame Möglichkeit bieten, wieder mehr Widerstandkräfte zu entwickeln. Zentraler Dreh- und Angelpunkt bei Abwehrschwäche und Krebserkrankungen ist das Immunsystem, wobei in diesem Zusammenhang der oxidative Stress verursacht durch freie Radikale, als Initiator und Beschleuniger bestimmter Erkrankungen gilt. Die aggressiven Sauerstoffspezies verändern und schädigen die Erbsubstanz (DNA) der Zellen derart, dass sie ihre Funktion nicht mehr optimal ausüben können (Organe, Gewebe), entarten (Tumore) oder absterben. Hierbei spielen bestimmte Inhaltsstoffe der Nahrung, die Antioxidantien eine wichtige Rolle, da sie die aggressiven Sauerstoffverbindungen (freien Radikale) entschärfen können und somit das Risiko für die Entstehung der folgenschweren Zellveränderungen vermindern können. Wissenschaftler gehen sogar davon aus, dass ca. 80-90% aller Krebserkrankungen durch äußere Faktoren verursacht werden, wobei etwa 40-50% davon auf Fehlernährung zurückzuführen sein sollen. In mehreren Studien konnte gezeigt werden, dass ein Mangel an antioxidativen Vitaminen offenbar die Krebshäufigkeit erhöht, da der Schutz vor freien Radikalen vermindert ist. Auch innerhalb von Krebstherapien wie z. B. bei Strahlen- oder Chemotherapien entstehen vermehrt reaktive Sauerstoffspezies, so dass den Antioxidantien sowohl in der Vorbeugung als auch innerhalb therapieunterstützender Maßnahmen bei Krebserkrankungen eine bedeutende Rolle zu kommt. Darüber hinaus haben insbesondere Raucher aufgrund der hohen Aufnahme an freien Radikalen einen höheren Bedarf an Vitamin E.

Wirkungen gegen Alterungsprozesse (Anti-Aging):

Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft geht man davon aus, dass an Alterungsprozessen neben genetischen Faktoren in besonderem Maße freie Radikale beteiligt sind. Diese treiben aufgrund ihrer zellschädigenden Eigenschaften Mechanismen und Abläufe im Körper voran, die die Alterungsprozesse beschleunigen können. Hierdurch können Gewebe oder Organe ihre eigentliche Funktion nicht mehr ausreichend ausüben. Hier ist nun die so genannte Anti-Aging-Medizin gefragt, die nicht ohne Grund v.a. auf den verstärkten Einsatz von Antioxidantien (Anti-Aging-Präparate) setzt. Daher ist es wichtig, dass der Körper möglichst lange, erfolgreich eventuell durch zusätzliche Zufuhr von Antioxidantien die schädlichen Wirkungen der freien Radikale abwehren kann, um ein Voranschreiten des Alterungsprozesses zu verlangsamen.

Wirkungen auf die Haut:

Vitamin E fördert die Gesundheit und die Funktion der Haut sowie die Fähigkeit der Haut, Feuchtigkeit zu speichern. Denn einen intakte Hautfunktion und ein natürlicher ausgewogener Feuchtigkeitsgehalt bzw. eine gute Wasserbindungskapazität der Haut sind nicht nur für das Aussehen und die Jugendlichkeit der Haut, sondern auch für ihre Abwehrfunktion gegenüber Krankheitserregern, Umweltgiften oder UV-Strahlen besonders wichtig. Interessant ist, dass die Entstehung von Altersflecken und Pigmentstörungen unmittelbar mit einer negativen Vitamin E-Bilanz im Blutplasma in Verbindung gebracht werden. Die Farbveränderungen der Haut sind offensichtlich die Folge der hautschädigenden Wirkung freier Radikaler, die durch Sonnenbestrahlung verstärkt im Organismus entstehen Insbesondere in mittleren und höheren Alter und gerade dann, wenn sich die ersten Pigmentflecken zeigen, sollte die tägliche Dosis auf 400 I.E. angehoben werden, damit der biologische Zellschutz als eine aktive Altersbremse wirksam werden kann.

Wirkungen bei Arterienverkalkung (Arteriosklerose):

Die Arteriosklerose ist mit ihren gefürchteten Folgeerkrankungen (Herzinfarkt, Schlaganfall, Angina pectoris etc.) trotz Zunahme bösartiger Tumorerkrankungen immer noch die häufigste Todesursache in der westlichen Welt. Als wichtigste Risikofaktoren für die Entwicklung der Arteriosklerose gelten Hypercholesterinämie, Bluthochdruck, Rauchen, Diabetes mellitus, Stress, die Pille sowie Übergewicht.
Eine besondere Rolle spielen in diesem Zusammenhang die Fett-Eiweiß-Verbindungen (Lipoproteine) in unterschiedlicher Dichte. Das Lipoprotein hoher Dichte (HDL = High Density Lipoprotein) vermag die Blutgefäße vor Arteriosklerose zu schützen und wird daher auch als das „gute Cholesterin“ bezeichnet. Dagegen schädigt das „böse“ LDLCholesterin (=Low Density Lipoprotein) von geringer Dichte die Gefäßwände. Vor allem das alte und ranzig gewordene Cholesterin, d. h. das oxidierte Cholesterin wirkt sich negativ aus. Entgegen früherer Ansicht ist nicht die Konzentration von Gesamtcholesterin der wesentliche Risikofaktor für die Arteriosklerose sondern vielmehr das oxidierte LDL-Cholesterin.

Um das LDL-Cholesterin vor Oxidation zu schützen, benötigt der Körper zwei bestimmte Antioxidantien: Vitamin E und Beta-Carotin. Vitamin E verhindert zusätzlich Prozesse, die ein Voranschreiten der Arteriosklerose vorantreiben, wie z. B. die Anheftung von weißen Blutkörperchen (Monocyten) an die Gefäßwände, Verklumpung von Blutplättchen oder die Gewebsvermehrung (Proliferation) glatter Gefäßmuskelzellen, die letztendlich zur Gefäßverengung beitragen. Daher hat Vitamin E eine sehr gute durchblutungsfördernde Wirkung. Zahlreiche Studien haben deutlich gezeigt, dass Vitamin E sowohl in der Primärprävention (Verhinderung der Entstehung einer Arteriosklerose, eines Herzinfarkts etc.) als auch in der Sekundärprävention (Verhinderung z. B. eines Folgeherzinfarktes) als Antioxidans eine überaus wichtige Rolle spielt. So besteht eine klare Beziehung zwischen der Vitamin-E-Konzentration im Blut-Plasma und der Mortalität (Sterblichkeit) an Gefäßerkrankungen. Ist genügend Vitamin E im Blut vorhanden, hat man ein deutlich vermindertes Risiko für z. B. koronare Herzkrankheiten festgestellt.

Wirkungen bei Diabetes mellitius:

Mehr als die Hälfte aller Diabetiker stirbt an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und nicht an Stoffwechselentgleisungen (Hypo- bzw. Hyperglykämie). Interessant ist, dass jeder Blutzuckeranstieg bei einer diabetischen Stoffwechsellage zu einem weiteren Anstieg von reaktiven Sauerstoffspezies in den Zellen führt. Dies scheint nach neuestem Stand der Wissenschaft auch eine Erklärung für den fortschreitenden Betazellverlust in der Bauchspeicheldrüse bei Diabetikern zu sein. Darüber hinaus bewirkt die vermehrte Bildung reaktiver Sauerstoffradikale eine vermehrte Oxidation von LDL-Cholesterin und verursacht somit durch eine Veränderung an den Gefäßwänden ein erhöhtes Thrombose-Risiko, das wiederum zu Herz- und Gefäßkomplikationen (Mikro- und Makroangiopathie) führen kann. Daher sollten insbesondere Diabetiker auf eine ausreichende Versorgung mit Vitamin E achten, um das Risiko für die gefürchteten diabetischen Folgeerkrankungen zu verringern.

Wirkungen bei Gelenkerkrankungen (Arthrose, Arthritis, Rheuma):

Rheumatische Arthritis (entzündliches Rheuma) und Arthrose (nicht entzündlicher Gelenkverschleiß) sind die häufigsten Gelenkerkrankungen in Deutschland. Viele Millionen Bundesbürger leiden darunter. Viele haben Schmerzen, wobei irgendwann jede Bewegung zur Qual wird. Die Ursachen der Erkrankungen sind sehr unterschiedlich. Bei der primären Arthrose ist die Ursache bislang noch weitestgehend unbekannt, während die sekundären Arthrosen als Folge mechanischer Fehlbelastungen (z. B. bei angeborenen oder erworbenen Stellungsanomalien), mechanischer Überbelastung (Übergewicht etc.), Traumen, hormonelle Einflüssen, so z. B. im Klimakterium auftreten können. Wenn es zusätzlich zu entzündlichen Reaktionen an der Gelenkinnenhaut kommt, spricht man von einer aktivierten Arthrose. Generell sind am häufigsten die Knie-, Hüft- und Wirbelgelenke betroffen. Je weiter der Prozess fortschreitet, desto mehr werden Knorpelgewebe, Gelenkkapsel, Bänder und Muskeln in Mitleidenschaft gezogen. Daher ist es wichtig den Verschleiß-Prozess möglichst frühzeitig zu verlangsamen bzw. zu stoppen, da andernfalls die letzte Möglichkeit gegen die Schmerzen einer weit fortgeschrittenen Arthrose häufig nur noch ein künstliches Gelenk ist.

Damit es erst gar nicht so weit kommt, wird vorbeugend und therapieunterstützend die Einnahme von hoch dosiertem Vitamin E empfohlen. Interessant ist, dass zahlreiche Studien belegen konnten, dass bei Menschen mit Gelenkerkrankungen und Rheuma sehr häufig ein deutlich verringerter Vitamin-E-Spiegel im Blut vorliegt. Der Grund hierfür liegt darin begründet, dass bei chronischen Entzündungen vermehrt zellschädigende freie Radikale gebildet werden, so dass das wenige im Blut vorhandene Vitamin E daher besonders schnell verbraucht wird und damit der Bedarf an Radikalfängern (Antioxidantien) erhöht ist. Eine der wirksamsten Waffen gegen diese aggressiven Sauerstoffverbindungen, die bei Stoffwechselvorgängen im Körper freigesetzt werden, ist das Vitamin E, das als Antioxidans diese Radikale unschädlich machen kann und die Bildung von Entzündungsmediatoren verringert. Auch ein schmerzlindernder Effekt des Vitamin E wird angenommen. Bei chronischen Gelenkbeschwerden scheint auch eine ausgewogene Ernährung den erhöhten Bedarf nicht zu decken, so dass eine zusätzliche Einnahme von Vitamin E und anderen Antioxidantien notwendig ist. Daher wird von vielen Ärzten neben einer effektiven Schmerzbekämpfung die Einnahme von hoch dosiertem Vitamin E aus reinem Pflanzenöl empfohlen, da der Körper natürliches Vitamin E besser verwerten kann als synthetisch hergestelltes. Interessant ist, dass deutliche klinische Besserungen bei entzündlichen Gelenkerkrankungen mit dem Spurenelement Selen erzielt werden konnten. Ein Grund hierfür könnte die Tatsache sein, dass Selen für viele antioxidativ wirksame Enzymsysteme (z. B. Glutathionperoxidase) essentiell notwendig ist.

Darüber hinaus gilt auch für Personen mit Gelenkerkrankungen die Redewendung: Wer rastet, der rostet. Sport und Bewegung sind daher auch für Patienten mit (rheumatoider) Arthritis oder Arthrose äußerst wichtig. Vorraussetzung sollte allerdings immer eine wirksame Schmerztherapie sein, da wohl niemand mit starken Schmerzen Sport treiben kann. Da beim Sport für die Energiegewinnung mehr Sauerstoff verbraucht wird, erhöht sich infolge dessen im Körper auch der oxidative Stress, wodurch mehr freie Radikale in der Skelettmuskulatur gebildet werden. Deshalb ist Vitamin E für diese Patientengruppe in zweifacher Hinsicht besonders wichtig, da sowohl durch entzündliche Prozesse (rheumatische Arthritis) als auch durch die sportliche Aktivität freie Radikale entstehen, die durch Vitamin E unschädlich gemacht werden können.

Wirkungen auf die körperliche Fitness:

Vitamin E ist als Antioxidans in der Lage, die bei Sport zahlreich entstehenden freien Radikale effizient abzufangen und zu entschärfen. D.h. wer Sport treibt, sollte, wie bereits erwähnt, auf eine ausreichende Zufuhr an Antioxidantien achten. Interessant ist, dass bereits in den 40er Jahren erste Untersuchungsergebnisse bekannt wurden, wonach russische Leistungssportler mit Vitamin E höhere Ausdauerleistungen erzielten und kürzere Erholungsintervalle benötigten. Diese Eigenschaft des Vitamin E sollte sich jeder, der gerne Sport treibt, zu Nutze machen, da er hierdurch seine Muskulatur unterstützt, länger belastbar zu bleiben und die Regenerationsfähigkeit anregt. Vitamin E verhilft allgemein zu mehr Fitness und Leistungsfähigkeit auch im alltäglichen Leben.

Wirkungen bei Augenerkrankungen:

Die Entwicklung eines Katarakts (grauer Star) wird Studien zufolge ganz erheblich durch oxidativen Stress infolge erhöhter Konzentrationen an freien Radikalen beschleunigt. Da Antioxidantien, zu denen auch das Vitamin E gehört, die schädlichen Wirkungen dieser Radikale verringern können, wird hier häufig eine zusätzliche Einnahme des Vitamin E empfohlen. Inzwischen sprechen auch die Ergebnisse einiger epidemiologischer Studien dafür, dass eine optimale Versorgung mit antioxidativen Nährstoffen das Risiko der Kataraktentwicklung verringert und die Sehfunktion unterstützt.

Wirkungen auf die Gehirnzellen:

Freie Radikale können sich auf viele Zelltypen zerstörerisch auswirken, da sie im gesamten Körper vorkommen. Besonders empfindlich reagieren Gehirnzellen auf oxidativen Stress, wie Wissenschaftler in verschiedenen Studien herausfanden. Um die „grauen“ Zellen vor den negativen Folgen zu schützen und dem Verfall der geistigen Leistungsfähigkeit vorzubeugen, hat sich Vitamin E bewährt, da es die Wände der Gehirnzellen schützen und das Nervensystem aktivieren kann, wodurch auch das Risiko, eine Alzheimer- oder Parkinson-Erkrankung zu entwickeln, deutlich gesenkt werden kann.

Wirkungen bei Epilepsie:

Epilepsie wird meist mit speziellen Medikamenten, den Antikonvulsiva behandelt, wobei diese Therapie die Vitamin E-Konzentration im Plasma häufig reduziert. In diesem Zusammenhang gibt es Hinweise darauf, dass eine Verringerung der Vitamin E-Menge die Anfallsbereitschaft steigert und eine unterstützende Einnahme (Supplementierung) mit Vitamin E die Zahl und Intensität epileptischer Anfälle verringern kann.

Wirkungen bei Alzheimer-Demenz:


Eine Langzeitstudie mit 540 Patienten mit Morbus Alzheimer habe ergeben, dass Vitamin E helfen kann, den Krankheitsverlauf zu verlangsamen. Damit werde auch die Lebensqualität erhalten, teilt das Unternehmen Hermes Arzneimittel mit.
Nach drei Jahren Vitamin-E-Einnahme war der Rückgang kognitiver Fähigkeiten und Alltagsleistungen im Vergleich zu den Kontrollgruppen gebremst.

Vitamin-E-Status und Lebensqualität:

Eine vermehrte Entzündungsaktivität ist ein Charakteristikum des Alterungsprozesses, der zu Veränderungen des Gesundheitszustandes und der Lebensqualität führt. Auch Ernährungsfaktoren können zur erhöhten Entzündungsbereitschaft beitragen. Französische Wissenschaftler untersuchten bei 69 älteren Menschen die Vitamin-E-Konzentration, Interleukin 6, CRP und den Tryptophanstoffwechsel. Das Ergebnis der Untersuchung zeigte, dass Studienteilnehmer mit einem schlechten Gesundheitsstatus niedrigere Vitamin-E-Konzentrationen aufwiesen - gekoppelt mit erhöhten Konzentrationen der Entzündungsmarker.
Ein schlechter mentaler Gesundheitszustand war mit niedrigen Konzentrationen von Vitamin E assoziiert, aber auch mit niedrigeren Tryptophankonzentationen.
Referenz: Capuron L et al: Vitamin E status and quality of life in the elderly: influence of inflammatory processes; Br J Nutr. 2009 Nov; 102(10): 1390-4

Weitere Wirkungen:

- Von dem Multitalent Vitamin E profitieren neuesten Erkenntnissen zufolge auch Frauen in den Wechseljahren. Da deutlich weniger Östrogene (weibliche Geschlechtshormone) gebildet werden, die gefäßerweiternd wirken und die Blutfette positiv beeinflussen, steigt das Risiko für Gefäßverkalkung sowie Herz-Kreislauf- Erkrankungen. Vitamin E kann die Gefäßwände vor Schädigungen schützen Und auch Begleiterscheinungen der Wechseljahre wie Hitzewallungen wurden durch Vitamin E nachweislich verringert.
- Vitamin E wird auch als das „Fruchtbarkeitsvitamin“ bezeichnet, da es die Fortpflanzungsorgane in ihrer Funktion unterstützt.
- Weiterhin benötigt der Körper Vitamin E für die Blutgerinnung und für den Schutz der roten Blutkörperchen vor oxidativen Schäden.
- Auch die Gesunderhaltung der Prostata wird durch Vitamin E begünstigt, wie finnische Wissenschaftler zeigen konnten.

Auch bei Vitamin E heißt das Zauberwort hier eindeutig: Vorbeugung- und möglichst frühzeitig, nämlich dann, wenn wir uns noch gesund und leistungsfähig fühlen.

Vitamin E und CFS
Bei 50 Patienten mit der Diagnose CFS wurden die Vitamin-E-Konzentrationen bestimmt und mit den Ergebnissen von 40 Kontrollpersonen verglichen. Die CFS-Patienten wiesen signifikant niedrigere Vitamin-E-Konzentrationen als die Kontrollpersonen auf.
Die Autoren der Studie vermuten, dass bei CFS-Patienten ein erhöhter oxidativer Stress vorliegt, unabhängig von koronaren Risikofaktoren.

Quellen:
Miwa K, Fujita M: Increased oxidative stress suggested by low serum vitamin E concentrations in patients with chronic fatique syndrome; Int J Cardiol. 2008 Aug 4


Diese Information basiert auf verschiedenen Veröffentlichungen. Für die Richtigkeit der Aussagen übernehmen wir keine Haftung. Ferner sollte diese Information nicht zur Behandlung von Erkrankungen genutzt werden. Falls Sie Medikamente einnehmen oder in ärztlicher Behandlung sind, sollten Sie vor der Einnahme jeglicher Nahrungsergänzungsmittel Ihren Arzt zu Rate ziehen.
Die Anwendung von Nahrungsergänzungsmitteln bei Kindern sollte in jedem Fall mit dem behandelnden Arzt abgestimmt wer, da die meisten Studien mit Erwachsenen durchgeführt werden und Verzehrsempfehlungen für Kinder sowie eventuelle Nebenwirkungen nicht bekannt sind.