Granatapfel

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  • Zuletzt aktualisiert: Samstag, 28. Juli 2012 15:47
  • Veröffentlicht: Montag, 26. Oktober 2009 08:42
  • Geschrieben von med. Consultant
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Die Bezeichnung des Granatapfels ist in vielen Sprachen auf das lateinische Wort für Kerne oder Körner, granae, bzw. auf deren große Anzahl (lat. granatus = körnig, kernreich) zurückzuführen. Die apfelähnliche, anfangs grüne, später orangerote Frucht, hat einen Durchmesser von bis zu etwa 10 cm und ist reich an Samen (Kernen).

Granatäpfel zeichnen sich durch einen hohen Gehalt bioaktiver Inhaltsstoffe aus. Der Granatapfel enthält größere Mengen Flavonoide (Pflanzenfarbstoffe), Polyphenole (aromatische Verbindungen die zu den sekundären Pflanzenstoffen gehören) vor allem der Ellagsäure mit wichtigen Funktionen für die Zellregulation. Granatäpfel enthalten um die 40% Ellagsäure. Er ist außerdem reich an Kalium und enthält unter anderem Vitamin C, Kalzium und Eisen.
Der Granatapfel verfügt, selbst im Vergleich zu Rotwein und Blaubeeren, über besonders viele und stark wirksame Polyphenole[1], welchen die positiven gesundheitlichen Effekte nachgesagt werden.

Der Granatapfel ist eines der ältesten natürlichen Heilmittel für bakterielle Erkrankungen und Virenbefall, Magen-Darm Parasiten. Die Ellagsäure hemmt die Entstehung von Krebs bis zu 300-mal besser als andere Phenolsäuren. Sie besetzt schützend freie Bindungsstellen der Erbsubstanz DNS (Desoxyribonukleinsäure), sodass Kanzerogene (Krebsauslöser) hier keine Angriffsstellen finden. Zugleich stimuliert sie die Bildung von Entgiftungsenzymen.

Viele Studien zeigen, dass der Granatapfel eine positive Wirkung bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen[2], Krebs und Arthritis[3] haben könnte.

In einer Studie konnten Prostatakrebs-Patienten durch den täglichen Konsum von Granatapfelsaft ihren PSA-Wert, den zentralen Biomarker bei Prostatakrebs, dreimal länger konstant halten als vor der Behandlung. Nach diesem Erfolg wird die Studie nun ausgeweitet.[4]

US-Forscher haben Bestandteile im Granatapfelsaft gefunden, die die Metastasenbildung von Prostatakrebs bremsen. Sie verlangsamen die Ablösung der Krebszellen vom Zellverband und dämpfen die Wirkung eines bestimmten Proteins, das die Besiedelung des Knochenmarks begünstigt. Dieses Ergebnis präsentierten die kalifornischen Wissenschaftler auf dem 50. Jahrestreffen der "American Society for Cell Biology" in Philadelphia

Im Rahmen eines größeren Forschungsprojekts (Kim, Lansky und Kollegen, 2002) zeigte sich, dass die die Polyphenole des Granatapfels auch eine antiöstrogene Wirkung haben. Und es zeigte sich auch, dass der Granatapfel in der Lage ist, das Schlüsselenzym Aromatase zu blockieren und so die Östrogensynthese im Fettgewebe zu senken. Neben der antioxidativen Wirkung der Polyphenole war es die antiöstrogene Wirkung, die sich so wirkungsvoll gegen Brustkrebs erwies. Der Granatapfel wirkt sowohl als schwaches pflanzliches Östrogen und lindert dadurch Wechseljahresbeschwerden als auch antiöstrogen und schützt so vor Brustkrebs.

Zum Granatapfel sollen in den letzten Jahren über 150 positive wissenschaftliche Studien in anerkannten Fachzeitschriften veröffentlicht worden sein. Danach bekämpft der Granatapfelsaft Herz-Kreislauf-Erkrankungen und senkt den Blutdruck. In einer kontrollierten Doppel-Blind Studie an 45 Teilnehmern mit Koronarer Herzkrankheit konnte z. B. bereits nach 3 Monaten eine um 17 Prozent verbesserte Durchblutung des Herzmuskels festgestellt werden. Die Zahl der Angina-Pectoris-Anfälle halbierte sich[5].
Der Granatapfel soll auch anti-entzündlich wirken, was insbesondere Gelenkbeschwerden bei Arthritis lindern kann.

1. Comparison of Antioxidant Potency of Commonly Consumed Polyphenol-Rich Beverages in the United States,  Journal Agricultural and food chemistry, 2008, 56, 1415-1422
2. Aviram M, Rosenblat M, Gaitini D, et al: Pomegranate juice consumption for 3 years by patients with carotid artery stenosis reduces common carotid intima-media thickness, blood pressure and LDL oxidation. In: Clin Nutr. 23, Nr. 3, Jun 2004, S. 423–33.
3. Shukla M, Gupta K, Rasheed Z, Khan KA, Haqqi TM. May (2008a) Consumption of hydrolyzable tannins-rich pomegranate extract suppresses inflammation and joint damage in rheumatoid arthritis. Nutrition. 2008 May 17, Online-Publikation vor Druck.
4. Pantuck AJ et al. (2006) Phase II Study of Pomegranate Juice for Men with Rising Prostate-Specific Antigen following Surgery or Radiation for Prostate Cancer. Clin Cancer Res. 12;13: 4018–4026.
5. Aviram et al.: Pomegranate juice consumption for 3 years by patients with carotid artery stenosis reduces common carotid intima-media thickness, blood pressure and LDL oxidation. Clinical Nutrition (2004) 22, 423–433