Probiotik Immun

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  • Zuletzt aktualisiert: Montag, 28. Juli 2014 06:44
  • Veröffentlicht: Dienstag, 17. November 2009 07:39
  • Geschrieben von med. Consultant
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Lactobacillus acidophilus gilt als probiotisches Bakterium. Lacto bedeutet milchbildend, Bacillum heißt Stäbchen und Acid steht für Säure. Es handelt sich also um ein Milchsäurebakterium. In ausreichenden Mengen über die Ernährung aufgenommen, können Probiotika einen gesundheitsfördernden Einfluss auf den Körper haben. Durch die Produktion von Milchsäure, Wasserstoffperoxid und anderen Stoffwechselprodukten verschlechtert Lactobacillus acidophilus die Lebensbedingungen von unerwünschten Mikroorganismen. Im Darm produziert das Bakterium für den Menschen wichtige Stoffe, wie Niacin, Folsäure und Pyridoxin. Einige Studien haben gezeigt, dass L. acidophilus helfen kann, die Verdauungsfunktion zu verbessern, das Immunsystem zu stärken und die Zahl der vaginalen Hefeninfektionen zu senken.
Untersuchungen der Oklahoma State University deuteten darauf hin, dass L. acidophilus helfen kann, den Cholesterinspiegel zu senken.

Eine Studie der University of Kentucky legte dar, dass eine Behandlung mit L. acidophilus das Risiko von Herzkranzgefäß-Erkrankungen bei Menschen mit erhöhtem Cholesterinspiegel um 10 bis 12 % senken kann.

Bifidobacterium longum, wie auch B. adolescentis bifidum, B. adolescentis, B. breve und B. infantis  gehören zur normalen Bakterienflora von Magen-Darm-Trakt, Appendix und Vagina. Sie sind nicht pathogen, d. h. sind für den Menschen unbedenklich. Bifidobakterien werden zur Gruppe der gesundheitsfördernden Keime gezählt, sie produzieren Milchsäure, weswegen man sie zur Gruppe der Milchsäurebakterien zählt. Die von ihnen produzierten Substanzen (Bakteriozine) können unerwünschte Mikroorganismen schädigen oder sogar abtöten. Sie senken den pH-Wert im Darm durch die Produktion von Acetylsäuren. Auch das hemmt das Wachstum oder die Ansiedlung bestimmter Mikoorganismen. Deshalb sind sie für die Ausgewogenheit der Darmflora unentbehrlich. Allerdings nimmt deren Anzahl mit fortschreitendem Alter jedoch ab. Bifidobakterien sind natürliche, lebende Bakterien, die den Organismus aufbauend beeinflussen und sich dadurch positiv auf das Wohlbefinden des Menschen auswirken.

Eine Forschergruppe um Dr. Jing Sun von der Griffith University im australischen Gold Coast (Queensland) bescheinigt Probiotika nun auch eine moderate blutdrucksenkende Wirkung.

Als wissenschaftliche Beglaubigung präsentieren sie eine Metaanalyse, deren Ergebnisse die kardiologische Fachgesellschaft American Heart Association (AHA) in ihrem ehrwürdigen Fachblatt "Hypertension" publiziert hat (Hypertension 2014; online 21. Juli).

Basis der Analyse bilden neun randomisierte kontrollierte Studien, von denen sieben im Doppelblind-Design angelegt waren. Insgesamt 543 Probanden hatten daran teilgenommen. Als probiotische Produkte wurden in vier Studien Joghurt, in zwei Studien fermentierte Milchprodukte oder Sauermilch und in drei Studien entweder Probiotika-Supplements in Kapselform, Hagebuttengetränke oder probiotischer Käse verwendet.

Moderate Senkung des Blutdrucks

Die Studiendauer betrug drei bis maximal neun Wochen, die tägliche "Gesamtdosis" der aufgenommenen Mikroorganismen schwankte zwischen 109 und 1012 koloniebildenden Einheiten (colony-forming units, CFU).

In allen Studien wurden auch Veränderungen des Blutdrucks registriert. In der Gesamtschau aller neun Studien hatte der Probiotika-Konsum im Schnitt eine signifikante Abnahme der systolischen Blutdruckwerte um 3,56 mmHg und der diastolischen Werte um 2,38 mmHg zur Folge. Auch wenn die Blutdrucksenkung damit relativ moderat ist, könnte sie nach Ansicht der Autoren prognostisch positiv ins Gewicht fallen.

Die Reduktion war größer, wenn die Produkte mehrere Probiotika-Spezies statt nur einer enthielt. Die Senkung des diastolischen Blutdrucks war zudem stärker, wenn der Ausgangsblutdruck höher als 135/85 mmHg war.