Ingwer

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  • Zuletzt aktualisiert: Samstag, 28. Juli 2012 15:47
  • Veröffentlicht: Dienstag, 17. November 2009 08:31
  • Geschrieben von med. Consultant
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Botanischer Name: Zingiber officinale
Gebräuchliche Namen: Ingwer, Ingber, Imber, Immerwurzel, Sunthi (Sanskrit), Adrak, Nagar, Ingwer, Gan Jian
Deutscher Name: Ingwer
Familie: ZingiberaceaeEnglische Namen: Ginger
Nutzbare Pflanzenstoffe: Wurzel

Ingwer wächst in den Tropen und Subtropen. Er wird vor allem in Ländern wie Indien, Indonesien, Vietnam, China, Japan, Südamerika und Nigeria angebaut. Ingwer ist seit dem 9. Jahrhundert im deutschen Sprachraum bekannt. Die Ingwer-Pflanze wird bis über einen Meter hoch. Das schilfartige Gewächs hat lange schmale Blätter und bildet einen Blütenstand mit gelb-roten Blüten. Der Hauptspross des Ingwers besteht aus einem Rhizom, das in der Erde horizontal wächst und vor allem für naturheilkundliche Anwendungen genutzt wird.

Der Name Ingwer leitet sich vom griechisch-lateinischen Wort Zingiber ab, das vom altindischen Wort (Sanskrit) „schringaverâm“ und Tamil (inji ver) abstammt, das 'hornförmig' bedeutet.. Der Ingwer -Wurzelstock spielte schon seit der Antike in der chinesischen und indischen Medizin eine große Rolle. Historische Anwendungen der Ingwerknolle von der Antike bis zur frühen Neuzeit waren beispielsweise die Verwendung bei Augenleiden und in der Zubereitung als „Alexandrinische Ingwerlatwerge“.

Im Ingwer sind mindestens 3% essentielle Öle enthalten. Die hauptsächlichen Inhaltsstoffe sind die verschiedenen sekundären Pflanzenstoffe, zu denen vor allem Sesquiterpenoide mit Zingiberen als Hauptwirkstoff gehören. Daneben sind die bekanntesten Zingeberol, Gingerole, Schogaole. als auch Camphene, Phellandrene, Cineol and Borneol. Ingwer ist reich an Antoxidantien und Mineralien.

Ingwer wird als „Vishwabhesaj“ bezeichnet, als „universelle Arznei“. Dazu wird Ingwerpulver seit Jahrhunderten mit frischem Ingwer (mit Hilfe von Mörserkeule und Reibschale) vermengt, bis daraus eine dicke, marmeladenartige Flüssigkeit wird, aus der dann Pillen gedreht werden. Davon wurden zwei erbsengroße Pillen - dreimal täglich - genommen. Ingwer wird für die ayurvedischen Zubereitungen Anah, Vibandh, Sula, Sopha and Kanthroga, Aamvat, Chard, Grahani and Agnimanthyam genutzt.
Die Verwendungsmöglichkeiten des Ingwer bei Verdauungs- und Atemwegserkrankungen sind wohl bekannt.

Ingwer ist auch bei arthritischen Zuständen von guter Wirkung und ist ebenfalls ein Herztonikum. Blähungen und Krämpfe im Abdomen, einschließlich Regelkrämpfe können ebenfalls mit diesem Naturmittel gut behandelt werden. Zur äußerlichen Anwendung ist Ingwer als Paste bei Schmerzen und Kopfschmerzen von guter Wirkung.

Wie kann Ingwer im Körper wirken?

  • bei Reiseübelkeit und Seekrankheit
  • gegen Übelkeit und Erbrechen (antiemetisch) – auch postoperativ
  • bei Bronchitis, Husten und Erkältung
  • zur Anregung des Gastro-Intestinal-Trakts (GIT) und der Gallensaftproduktion
  • steigert die Durchblutung
  • bei Kopfschmerzen, Nystagmus (Augenbewegungsstörungen) und Vertigo (Drehschwindel)
  • bei Menstruationsbeschwerden, Amenorrhoe (Ausbleiben der Regelblutung), Ovarial- und Uterusschmerzen
  • spasmolytische (krampflösende) Wirkung
  • bei Magengeschwüren, abdominalen Schmerzen, Laryngitis, Hämorrhoiden, Koliken
  • gegen Muskelschmerzen und Muskelschwäche
  • bei rheumatischen Erkrankungen
  • antibakteriell
  • aphrodisierend und anregend

Ingwer bei Vertigo und Nystagmus

In Studien bei Patienten mit Augenbewegungsstörungen (Nystagmus) und mit Drehschwindel (Vertigo) konnte die Einnahme von Ingwer Trocken-Extrakt (aus Wurzeln) zum Teil erhebliche Verbesserungen zeigen. Die Ergebnisse ließen sich auch anhand des Electronystagmogramms nachweisen.

Gegen Entzündungen und Zytokine

Man vermutet zum einen, dass Gingerole, insbesondere die Shogaole, auf den Vaniloidrezeptor wirken und so eine anti-inflammatorische entzündungshemmende) Reaktion auslösen. Es konnte gezeigt werden, dass die Scharfstoffe (Gingerol, Shogaol) einen spezifischen Einfluss auf das Interleukin- und Zytokinmuster haben. Anhand des Interleukin-, und Zytokinmuster kann man unterschiedliche Reaktionen auf eine Krankheit sehen. Interessant werden diese Substanzen, um spezifische Immunsuppression durchzuführen.
Dennoch ist es nach wie vor schwierig, konkrete Wirkungsmechanismen aufzuzeigen, da sie nicht nur einen Wirkungsort haben. Weiter konnte gezeigt werden, dass die Scharfstoffe die iNOS (inducable NO-Synthase) beeinflussen, was möglicherweise Auswirkungen auf die glatte Muskulatur hat und so eine Kontraktion oder Dilatation der Gefäße hervorruft.

Ingwer hilft gegen Reiseübelkeit und postoperativem Erbrechen. Die antiemetische Wirkung scheint durch eine direkte Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt vermittelt zu werden.
In einigen tropischen Ländern wird er traditionell als Mittel zur Bekämpfung der Schistosomiasis (Bilharziose) angewendet. Diskutiert wird auch ein Antagonismus von Serotonin Typ-3-Rezeptoren. Eine Meta-Analyse ergab einen günstigen Effekt von Ingwer auf das Auftreten postoperativen Erbrechens.

Ingwer kann zur Unterstützung bei Verdauungsbeschwerden, Blähungen, Übelkeit und Erbrechen sowie zur Vorbeugung einer Reise- oder Seekrankheit angewendet werden.

Der knollige Wurzelstock hemmt den Brechreiz und beruhigt den Magen-Darm-Trakt. Im Allgemeinen Verantwortlich dafür ist eine Vielzahl ätherischer Öle und Bitterstoffe, vor allem Gingerole und Shogaole (Scharfstoff). Gingerol beispielsweise wirkt krampflösend, absorbiert Säuren und lindert so Übelkeit und Magenkrämpfe. Das Gingerol gleicht in seiner chemischen Struktur dem Aspirin. Möglicherweise wirkt Ingwer deshalb so vielfältig.

Die Scharfstoffe wirken einem Brechreiz entgegen. Es wird eine direkte Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt vermutet. Außerdem fördert Ingwer die Speichel-, Magensaft- und Gallebildung und die Darmfunktion. Auch eine bakterien- und pilztötende Wirkung geht vom Ingwer aus. Die durchwärmende Kraft der Ingwer-Scharfstoffe ist auch günstig bei Erkältungen. Sie lösen den in Atemwegen festsitzenden zähen Schleim, so dass er leichter abgehustet werden kann.

Ingwer regt den Kreislauf an und fördert die Durchblutung der Haut, wodurch er sehr gut geeignet ist für Menschen die häufig frieren.

Die traditionelle chinesische Medizin nutzt die vielfältige therapeutische Wirksamkeit dieser Substanzen seit Jahrhunderten. Gingerol beispielsweise wirkt krampflösend, absorbiert Säuren und lindert so Übelkeit und Magenkrämpfe.

Das Gingerol gleicht in seiner chemischen Struktur dem Aspirin. Möglicherweise wirkt Ingwer deshalb so vielfältig. Zum Beispiel bekämpft er auch Föhn- und Wetterfühligkeit. Die durchwärmende Kraft der Ingwer-Scharfstoffe ist günstig bei Erkältungen. Sie lösen den in Atemwegen festsitzenden zähen Schleim. Großer Vorteil des Naturprodukts: Es gibt praktisch keine Nebenwirkungen.