K-Vitamin

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  • Zuletzt aktualisiert: Samstag, 28. Juli 2012 15:47
  • Veröffentlicht: Mittwoch, 07. Januar 2009 09:04
  • Geschrieben von Lisa Oberländer
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Vitamin K ist in der Leber an der Herstellung verschiedener Blutgerinnungsfaktoren beteiligt. Es unterstützt außerdem Knochen, Bindegewebe und Nierenfunktion.

Vitamin K gehört zu den fettlöslichen Vitaminen und in die Gruppe der Phyllochinone. Vorkommende Verbindungen von Vitamin K sind das von Pflanzen synthetisierte Phyllochinon (Vitamin K1) und das bakteriell erzeugte Menachinon (Vitamin K2). Es ist in der Leber an der Herstellung verschiedener Blutgerinnungsfaktoren beteiligt. Weiterhin ist Vitamin K über körpereigene Proteine, beispielsweise Osteocalcin und über Funktionen innerhalb Calciumstoffwechsels direkt am Knochenaufbau beteiligt.

Die Hauptaufgabe von Vitamin K besteht darin, dass es für die Synthese bestimmter Proteine wichtig ist, die in der Blutgerinnung eine bedeutende Rolle einnehmen. Auch bei der Biosynthese von Proteinen im Knochen, in der Niere, im Plasma und Bindegewebe ist Vitamin K erforderlich.

Vitamin K kann nur mit Hilfe von Gallensäure resorbiert werden; da das Vitamin K fettlöslich ist, kann die Resorption durch gleichzeitige Aufnahme von Fetten gesteigert werden. Daher Vitamin K1 immer zu einer Mahlzeit verzehren.

In einer dreijährigen Studie der Tufts University wurde untersucht, inwieweit sich die Einnahme eines Multivitaminkomplexes mit 500 µg Vitamin K1 auf die Arterienverkalkung auswirkte. Es zeigte sich, dass die Supplementierung von Vitamin K1 das Voranschreiten der Arterienverkalkung bei gesunden älteren Erwachsenen mit bereits bestehender Verkalkung verlangsamt, unabhängig von seinen Effekten auf die MGP-Konzentrationen.

Vitamin K verbessert Blutzuckerregulation. Wissenschaftler der Harvard Medical School und der Tufts University untersuchten einen möglichen Einfluss der Vitamin-K1-Aufnahme auf die Insulinsensivität. Dabei wurden Daten der Framingham Offspring Cohorte verwendet. Eine höhere Vitamin-K1-Zufuhr war mit einer größeren Insulinsensivität assoziiert, so dass die Forscher davon ausgehen, dass Vitamin-K1 für die Blutzuckerregulation bei Männern und Frauen eine günstige Auswirkung zeigt.

Vitamin K für die Knochengesundheit

Eine geringe Aufnahme von Vitamin K über die Nahrung konnte mit dem steigenden Risiko einer Hüftfraktur bei Männern und Frauen assoziiert werden. Aber nur wenige Studien suchten nach der Verbindung zwischen der Aufnahme von Vitamin K über die Nahrung und der Knochendichte.

In einer "cross selectional" Studie wurde die Knochendichte an der Hüfte und am Lendenwirbel bei 1112 Männern und 1479 Frauen (durchschnittliches Alter 59 Jahre) gemessen. Ernährungsbedingte und ergänzende Vitamin K wurden ebenfalls erfasst. Nach Ausschluss von potentiellen Störfaktoren (Körpergewicht, Rauchen, Alkohol, körperliche Bewegung, Menopausen-Status und Östrogen-Einnahme) konnte eine höhere Einnahme von Vitamin K mit einer größeren Knochendichte assoziiert werden. Frauen mit der geringsten Vitamin K-Aufnahme (durchschnittlich 70 μg pro Tag) besassen auch eine 20% niedrigere durchschnittliche Knochendichte an der Hüfte und an den Lendenwirbeln verglichen mit Frauen, welche die höchste Aufnahme von 309 μg pro Tag hatten. Die oben beschriebene Assoziation konnte jedoch nicht bei Männern nachgewiesen werden. Die Autoren folgerten, dass bei Frauen eine niedrige Vitamin K-Aufnahme mit einer geringen Knochendichte assoziiert ist,was die Aussage früherer Studien unterstützt, dass eine niedrige Vitamin K-Aufnahme das Risiko einer Hüftfraktur steigert.

In der ersten placebokontrollierten Studie über den Effekt einer Vitamin K1-Einnahme auf den Knochenmassenverlust überprüften die Forscher in den Niederlanden den potentiellen Effekt von Vitamin K1, kombiniert mit Mineralien und Vitamin D, auf den postmenopausalen Knochenmassenverlust. Die randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie wurde an 181 gesunden Frauen nach den Wechseljahren durchgeführt.
3 Jahre lang erhielten die Frauen eine tägliche Gabe eines Placebos, einer Formulierung mit Kalzium, Magnesium, Zink und Vitamin D (8μg pro Tag) oder derselben Formulierung mit dem Zusatz von Vitamin K1 (1 mg pro Tag).

Die Gruppe mit dem Zusatz an Vitamin K1 wies einen geringeren Knochenmassenverlust des Oberschenkelhalses auf: Nach 3 Jahren betrug die Differenz zwischen der Vitamin K1-Gruppe und der Placebogruppe 1,7% und zwischen der Vitamin K1-Gruppe und der Gruppe, welche nur Mineralien und Vitamin D erhalten hatten, 1,3%. Die Autoren folgerten, dass Vitamin K1 kombiniert verabreicht mit Mineralien und Vitamin D den Knochenmassenverlust des Oberschenkelhalses senken kann.


Quellen:
Makiko Yoshida et al: Phylloquinone intake, insulin sensitivity, and glycemic status in men and women; American Journal of Clinical Nutrition, Vol. 88, No. 1, 210-215, July 2008
Shea MK et al: Vitamin K supplementation and progression of coronary artery calcium in men and women; Am J clin Nutr. 2009 Jun; 89(6): 1799-807
Booth et al.Vitamin K intake and bone mineral density in women and men. Am J Clin Nut 2003;77:512-6.
Braam et al. Vitamin K1 supplementation retards bone loss in postmenopausal women between 50 and 60 years of age. Calcif Tissue Int 2003;73:21-6.