Gedächtnisformel

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  • Zuletzt aktualisiert: Samstag, 28. Juli 2012 15:47
  • Veröffentlicht: Dienstag, 19. April 2011 09:54
  • Geschrieben von med. Consultant
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Gedächtnisaktivierende Formel mit Folsäure, Taurin, Ginkgo Biloba und Phosphatidylserin  

  • mit Ginkgo, Taurin und Phosphatidylserin (PS)
  • für ein gutes Gedächtnis
  • hohe intellektuelle Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit
  • für ein starkes Herz und Nerven
  • Tipp bei Zerstreutheit
  • Anbieter-Empfehlung: Fairvital


Folsäure

Die Gabe von Folsäure als Nahrungsergänzung verbessert bei älteren Menschen mit dokumentiertem Folsäuremangel die kognitiven Leistungen. Dies geht aus den jetzt im Lancet (2007; 369: 208-16) publizierten Ergebnissen einer randomisierten kontrollierten Studie hervor.
http://www.thelancet.de/artikel/862779

Taurin
Taurin ist ein stabiles Endprodukt im Stoffwechsel der schwefelhaltigen Aminosäuren Cystein und Methionin. Die aminosäureähnliche Verbindung wirkt einerseits als Neurotransmitter – Botenstoff – und dient andererseits der Stabilisierung des Flüssigkeitshaushaltes in den Zellen. Zudem beteiligt sich Taurin an der Aufrechterhaltung des Immunsystems und beugt Entzündungen vor (1,3).
Quelle:
1. Elmadfa I., Leitzmann C.: Ernährung des Menschen. 374-380, Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart; 2004
2. Schmidt E., Schmidt N.: Leitfaden Mikronährstoffe. Orthomolekulare Prävention und Therapie. 177-182; Urban&Fischer, München, Febr. 2004

Durch Supplementation von Taurin in der Nahrung kann ein Schutz vor Ischämie und Herzschwäche und ein therapeutischer Effekt bei bereits bestehenden kardiovaskulären Erkrankungen, akuter Hepatitis, Hypercholesterinämie, Epilepsie, Alzheimer und cystischer Fibrose erzielt werden (Barakat et al., 2002; Birdsall, 1998; Kendler, 1989; Satoh und Sperelakis, 1998; Zackheim, 1982).

Die aminosäureähnliche Verbindung wirkt einerseits als Neurotransmitter – Botenstoff – und dient andererseits der Stabilisierung des Flüssigkeitshaushaltes in den Zellen. Zudem beteiligt sich Taurin an der Aufrechterhaltung des Immunsystems und beugt Entzündungen vor [1, 2].
1. Elmadfa I., Leitzmann C.: Ernährung des Menschen. 374-380; Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart; 2004
Schmidt E., Schmidt N.
2. Leitfaden Mikronährstoffe. Orthomolekulare Prävention und Therapie. 177-182; Urban&Fischer, München, Febr. 2004

Taurinmangel führt im menschlichen Körper zu Störungen des Immunsystems. Außerdem wurde im Tierversuch eine entzündungshemmende Wirkung von Taurin festgestellt (1) Forscher der School of Pharmacy der Universität London stellten einen umkehrenden Effekt von Taurin auf durch Alkohol hervorgerufene Leberschäden fest (2).
1. Schuller-Levis, G.B. & Park E. (2004): Taurine and its chloramine: modulators of immunity. In: Neurochem Res. Bd. 29, S. 117–126. PMID 14992270 doi:10.1023/B:NERE.0000010440.37629.17
2. Artikel auf BBC News: The ultimative hangover cure?

Ginkgo Biloba
Hinweisen aus wissenschaftlichen Studien zufolge fördert Ginkgo-Extrakt den Energiestoffwechsel in den Zellen (2). Dadurch kann er theoretisch die Nervenzellen vor Schäden schützen und auch die Wiederherstellung bereits geschädigter Hirnzellen fördern. Ginkgo-Extrakt soll dabei speziell die Membran der Mitochondrien stabilisieren. Diese wandeln die Energie, welche in der Nahrung gebunden ist, in eine für die Zelle verwertbare Form um. Mitochondrien reagieren sensibel auf einen Sauerstoff- und/oder Nährstoffmangel. Werden sie geschädigt, führt dies über weitere Mechanismen dazu, dass die Zelle, in der sie sich befinden, stirbt. Die im Ginkgo-Extrakt enthaltenen Substanzen können möglicherweise schädigende Zellstoffe (freie Radikale) abfangen und so die Nervenzelle vor dem programmierten Zelltod, der Apoptose, schützen (2,5).
Ginkgo-Extrakt wird zudem nachgesagt, dass er die Fließeigenschaften des Blutes verbessert, die Durchblutung fördert und sich positiv auf den Energiestoffwechsel im Gehirn auswirkt.

Ginkgoextrakte haben folgende Wirkungen (1,3):
•    Neuroprotektion
•    Sie verbessern Gedächtnisleistung und Lernvermögen.
•    Sie fördern die zerebrale Neurotransmission und mindern derart altersbedingte Neurotransmissionsdefekte.
•    Sie fördern die Durchblutung und verbessern die Fließeigenschaften des Bluts.
•    Alzheimer-Beschwerden, Linderung mäßiger Beschwerden
•    Arteriosklerose, arterielle Verschlusskrankheiten: Schmerzlinderung (bei physikalisch-therapeutischen Rehabilitationsmaßnahmen, Verlängerung der schmerzfreien Gehstrecke)
•    Durchblutungsstörungen
•    Gedächtnis- und Konzentrationsbeschwerden, altersbedingten (gefäßbedingten oder degenerativen)
•    Schwindel, durchblutungsbedingter
•    Seh- bzw. Hörstörungen, gefäßbedingt, Verbesserung  der Beschwerden
•    Tinnitus (Ohrgeräusche), Verbesserung  der Beschwerden


Ginkgo biloba hat noch einen speziellen Vorteil. Es zeichnet sich nicht nur durch eine vergleichbare Wirksamkeit gegenüber den synthetischen Nootropika aus, es wirkt auch praktisch auf alle Demenzformen, also sogenannte primäre wie sekundäre. Und es hat deutlich weniger Nebenwirkungen als die meisten Antidementiva, insbesondere die chemischen Neuzulassungen (4).

Literatur:
1. Hänsel, R.; Sticher, O. (Hrsg.): Pharmakognosie. Phytopharmazie. 9. Auflage. Springer, Heidelberg 2009 , S. 1133.
2. http://www.onmeda.de/arztbesuch/heilpflanzen/ginkgo.html
3. http://www.phytodoc.de/heilpflanze/ginkgo//s/ginkgo/
4. http://www.psychosoziale-gesundheit.net/seele/ginko.html
5. Zhou QP, Lu JF, Wang HP, Xia Q.: Ginkgo biloba extract protects brain from ischemia/reperfusion injuries, Zhejiang Da Xue Xue Bao Yi Xue Ban. 2010 Jul;39(4):442-7. PMID: 20731048

Bacopa Monniera (Extrakt) 200mg
Brahmi (Bacopa monniera) ist eine traditionelle indische medizinische Pflanze, die mehrfache Effekte auf das zentrale Nervensystem hat. Der standardisierte Auszug dieser Pflanze konnte  in den präklinischen Studien, die an Freiwilligen durchgeführt wurden, das Verhaltenslernen verbessern und Informationsverarbeitung erhöhen.  Die Einnahme von Brahmi verbessert die Geschwindigkeit visueller Informationsverarbeitung, die Lerngeschwindigkeit und die Merkfähigkeit signifikant. So die Ergebnisse einer Doppelblind-Studie.
Literatur:
Raghav S, Singh H, Dalal PK, Srivastava JS, Asthana OP.: Randomized controlled trial of standardized Bacopa monniera extract in age-associated memory impairment. Indian J Psychiatry. 2006 Oct; 48(4):238-42.

Sojalecithin mit Phosphatidylserin (PS)
Ältere Menschen weisen häufig aufgrund einer unzureichenden Vitalstoffversorgung, insbesondere an Methionin, Folsäure, Vitamin B12 oder essentiellen Fettsäuren, niedrige Werte von Phosphatidylserin im Gehirn auf [2, 3, 4, 5, 7, 8]. Schließlich klagen ältere Menschen oft über verschlechterte mentale Funktionen und Depressionen [2, 3, 5, 7, 8].
Etliche Untersuchungen konnten bestätigen, dass Phosphatidylserin die Gehirnfunktion unterstützt und so vor einem Abfall der kognitiven Funktion im Alter entgegenwirken kann [2, 3, 4, 5, 7, 8]. In einer großen Doppelblind-Studie nahmen 425 Probanden im Alter von 65-93 Jahren teil, die mäßige bis schwere Beeinträchtigungen der geistigen Leistungsfähigkeit, insbesondere des Gedächtnisses, des Denkvermögens, der Sprache und Motorik, aufwiesen. Ihnen wurden über 6 Monate täglich 300 mg Phosphatidylserin oder ein Placebo verabreicht.Am Ende der Studie konnten signifikante Verbesserungen sowohl im Verhalten und in der Stimmung als auch bei den Erinnerungs- und Lernleistungen, die mit Hilfe von Worterinnerungstests ermittelt wurden, festgestellt werden [2, 3, 5, 7, 8].

In einer anderen Studie mit älteren Personen zeigten sich deutliche Verbesserungen des Kurzzeitgedächtnisses, der Konzentration und der Aufmerksamkeit. Zudem verbesserten sich depressive Symptome, die Fähigkeit zur Bewältigung des täglichen Lebens und das Apathie-Verhalten [2, 3, 5, 7, 8, 9]. Apathie geht unter anderem meist mit Teilnahmslosigkeit, mangelnder Erregbarkeit und Unempfindlichkeit gegenüber äußeren Reizen einher.

Eine mögliche Erklärung für die Verbesserungen der kognitiven Funktionen bei älteren Menschen unter Phosphatidylseringaben ist die vermehrte Synthese des Neurotransmitters Acetylcholin. Durch erhöhte Konzentrationen an PS kann eine schnellere und gesteigerte Acetylcholinausschüttung in den synaptischen Spalt – Spaltraum zwischen zwei hintereinandergeschalteten Neuronen – gewährleistet werden [1, 10]. Das führt zu einem gesteigerten Erinnerungsvermögen und einer gesteigerten mentalen Leistungsfähigkeit [1, 10]. Nach neuesten Erkenntnissen könnte Phosphatidylserin eventuell die Acetylkonzentration an der motorischen – muskulären – Endplatte bei körperlicher Kraftentwicklung erhöhen [1].   

Literatur:  http://www.vitalstoff-lexikon.de
1.    Berg J.M., Tymoczko J.L., Stryer L.: Biochemie.
Spektrum Akademischer Verlag; 2003; 5. Auflage  
2.    Cenacchi T., Bertoldin T., Farina C., Fiori M.G., Crepaldi G. (1993)
Cognitive decline in the elderly: A double-blind, placebo-controlled multicenter study on efficacy of phosphatidylserine administration. Aging Clin Exp Res 5: 123-133  
3.    Fahey T.D., Pearl M. :Hormonal effects of phosphatidylserine during 2 weeks of intense training. Abstract submitted to national meeting of the American College of Sports
Medicine; June 1998  
4.    Hahn A.: Nahrungsergänzungsmittel. 214-218
Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart 2001  
5.    Henrichs D.: Handbuch Nähr- und Vitalstoffe, Orthomolekulare Ernährung.
Constantia-Verlag; 4.überarbeitete Auflage  
6.    (Kidd P. (1996): Phosphatidylserine: A remarkable brain cell nutrient.
Lucas Meyer Inc., Decatur, Illinois, USA  )
7.    Monteleone P. et al.: Effects of phosphatidylserine on the neuroendocrine response to physical stress in humans. Neuro 1990  
8.    Monteleone P., Maj M., Beinat L., Natale M., Kemali D. (1992):
Blunting by chronic phosphatidylserine administration of the stress-induced activation of the hypothalamo-pituitary-adrenal axis in healthy men. Eur J Clin Pharmacol 41: 385-388  
9.    Palmieri G. et al. (1987): Double-blind controlled trial of phosphatidylserine in subjects with senile mental deterioration.  Clin Trials J 24: 73-83  
10.    Rehner G., Daniel H.: Biochemie der Ernährung. 7-14
Spektrum Akademischer Verlag Heidelberg/Berlin; 2002; 2. überarbeitete und erweiterte Auflage
  
Anhang:
Studien zu Bacopa Monniera (Extrakt)
Indian J Psychiatry. 2006 Oct;48(4):238-42.
Randomized controlled trial of standardized Bacopa monniera extract in age-associated memory impairment.

Raghav S, Singh H, Dalal PK, Srivastava JS, Asthana OP.
Senior Medical Officer, Peninsula Community Mental Health Service, Frankston Hospital, Frankston, Victoria, Australia.

Abstract
BACKGROUND: Brahmi (Bacopa monniera) is a traditional Indian medicinal plant which causes multiple effects on the central nervous system. The standardized extract of this plant has shown enhanced behavioural learning in preclinical studies and enhanced information processing in healthy volunteers.
AIM: To study the efficacy of standardized Bacopa monniera extract (SBME) in subjects with age-associated memory impairment (AAMI) without any evidence of dementia or psychiatric disorder.
METHODS: A double-blind, placebo-controlled randomized study design was employed. The subjects received either 125 mg of SBME or placebo twice a day for a period of 12 weeks followed by a placebo period of another 4 weeks (total duration of the trial 16 weeks). Each subject was evaluated for cognition on a battery of tests comprising mental control, logical memory, digit forward, digit backward, visual reproduction and paired associate learning.
RESULTS: SBME produced significant improvement on mental control, logical memory and paired associated learning during the 12-week drug therapy.
CONCLUSION: SBME is efficacious in subjects with age-associated memory impairment.
PMID: 20703343
________________________________________________________________________________
J Alzheimers Dis. 2006 Aug;9(3):243-51.
Bacopa monniera extract reduces amyloid levels in PSAPP mice.

Holcomb LA, Dhanasekaran M, Hitt AR, Young KA, Riggs M, Manyam BV.
Department of Psychiatry and Behavioral Science, Texas A&M, University System HSC College of Medicine, Temple, TX 76508, USA.

Abstract
PSAPP mice expressing the "Swedish" amyloid precursor protein and M146L presenilin-1 mutations are a well-characterized model for spontaneous amyloid plaque formation. Bacopa monniera has a long history of use in India as an anti-aging and memory-enhancing ethnobotanical therapy. To evaluate the effect of Bacopa monniera extract (BME) on amyloid (Abeta) pathology in PSAPP mice, two doses of BME (40 or 160 mg/kg/day) were administered starting at 2 months of age for either 2 or 8 months. Our present data suggests that BME lowers Abeta 1-40 and 1-42 levels in cortex by as much as 60%, and reverses Y-maze performance and open field hyperlocomotion behavioral changes present in PSAPP mice. The areas encompassed by Congo Red-positive fibrillar amyloid deposits, however, were not altered by BME treatment. The data suggest that BME has potential application in Alzheimer's disease therapeutics.
PMID: 16914834