Shiitake

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  • Zuletzt aktualisiert: Sonntag, 09. Februar 2014 12:14
  • Veröffentlicht: Mittwoch, 14. Januar 2009 08:03
  • Geschrieben von Lisa Oberländer
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In Asien gehört der Shiitakepilz schon seit Jahrhunderten zum sogenannten Medizinschatz. Aber auch in Amerika und Europa gewinnt er als Heilmittel zunehmend an Bedeutung.
Shiitake besitzt einen exzellenten Nährwert: getrocknet enthält er 25,9 % Proteine (frisch 2,22 - 2,60 %),67 % Kohlehydrate, 0,6 - 8 % Fett sowie 18 Aminosäuren. In der (sonnen-)getrockneten Form ist Shiitake eines der seltenen Lebensmittel mit einem hohem Anteil an Pro-Vitamin D (0,06 - 0,27 mg/%). Überdies enthält er reichlich B-Vitamine, besonders B1, B2 und Niacin, sowie über 30 verschiedene Enzyme.

Die traditionelle chinesische Medizin setzt den Shiitake bei Erkältungen, Schwächezuständen, Magenverstimmungen, Allergien und allgemein zur Verlangsamung von Alterungsprozessen ein. Aus der Ming-Dynastie (1368–1644) sind uns die ersten Aufzeichnungen zu den heilenden Wirkungen des Shiitake überliefert, sie sprechen von dem Pilz als "Lebenselixier" und "Blutaktivator". Dem Arzt Wu Shui war aufgefallen, dass regelmäßiger Shiitake-Genuss die Widerstandskraft gegen Krankheiten erhöht, bei Kreislauferkrankungen eine Besserung herbeiführt und allgemein kräftigend und belebend wirkt.

Als vorbeugende Maßnahme gegen Altersbeschwerden wird der Shiitake auch von den Wissenschaftlern der Chinesischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften in Peking empfohlen und bei der Landbevölkerung propagiert.
Amerikanische und chinesische Wissenschaftler bestätigen unabhängig voneinander die starke Schutzwirkung gegen Grippe. Mehrere klinische Studien weisen die blutfettsenkende Wirkung von Shiitake-Extrakten nach. Nach Ergebnissen amerikanischer und japanischer Forscher wandelt der regelmäßige Verzehr dieses Pilzes das schädliche LDL-Cholesterin im Blut in das nützliche HDL-Cholesterin um. Diese Ergebnisse beziehen sich nicht nur auf Tierversuche, sondern auf mehrere Studien an großen Gruppen, die von Patienten gewonnen wurden.
Weitere Studien belegen eine Normalisierung des Blutdrucks und eine bemerkenswerte Schutzwirkung gegen einen besonders hartnäckigen Grippevirus. Besserungen zeigten sich auch bei Migräne, Gelenkentzündungen und Rheuma.

Seit den siebziger Jahren wird auch die Krebs hemmende Wirkung intensiv erforscht. Besonders viele Berichte gibt es sowohl aus Japan und China, als auch aus Amerika über eine tumorhemmende Wirkung des Shiitake. Der enthaltenen Wirkstoff Lentinan soll die Killerzellen mobilisieren und andere körpereigene Schutzmechanismen stärken. Lentinan ist inzwischen in Japan als Medikament für die Behandlung von Magenkrebs zugelassen.
In Tierexperimenten konnte durch Lentinan das Wachstum von Kolonkarzinomen und anderen Tumoren stark verringert werden. Insgesamt liegt der Schwerpunkt einer Shiitake- Supplementierung beim präventiven Einsatz zur Stärkung des menschlichen Immunsystems, wodurch auch eine Verringerung des Gesamt-Tumorrisikos erreicht wird.

Der Shiitake ist sehr mineralreich, besonders der Zinkgehalt ist interessant. Zink ist ein wichtiges Element zur Unterstützung des Immunsystems. Der Shiitake enthält außerdem reichlich Kalium, das den Zellstoffwechsel unterstützt. Shiitake enthält darüber hinaus viele Vitamine, darunter insbesondere die Vitamine der B-Gruppe, die eine Vielzahl von Körpervorgängen koordinieren, das Vitamin B1 für Nerven und Herz und das Vitamin B2 für Wachstum und Abwehrkräfte.

Lentinian, die bioaktiven Beta-Glukan- Fraktionen von Lentinus edodes, gelten als effiziente Stimulatoren des Immunsystems. Sie verbessern die Ausschüttung von Immunoglobulin IgA auf der Schleimhautoberfläche, erhöhen die Bildung von Monozyten- spezifischen T-Zellen und intensivieren die zytotoxische Wirkung der Makrophagen gegenüber Bakterien und Viren. Durch eine gesteigerte Immuntätigkeit konnten im Tierversuch auch die Verbesserung der körpereigenen Tumorabwehr und eine signifikante Verminderung bei der Tumorbildung nachgewiesen werden. Durch Shiitake- Supplementation findet außerdem eine vermehrte Bildung von speziellen Antikörpern statt (IgG2 und IgM heterophile Antikörper), wodurch sich ein zusätzlicher spezifischer immunologischer Schutz aufbauen kann. 

Die Effekte der Inhaltsstoffe des Shiitake- Pilzes wurden in verschiedenen klinischen Studien auch an HIV- positiven Patienten untersucht. Dabei zeigte sich sowohl eine hemmende Wirkung auf die Aktivität des HI-Viruses-1 als auch eine Vermindung der Bildung von Leukämiezellen. Infusionen mit Lentinan zusammen mit weiterer Medikation führten in einer klinischen Studie an HIV-positiven Patienten zu verbesserten immunologischen Parametern16. Diese Ergebnisse lassen den Einsatz von Shiitake bei HIV- Patienten als mögliche begleitende Maßnahme für sinnvoll erscheinen.

Shiitake hat antibakterielle und antifugale Wirkungen. In einer viel beachteten Tier- Studie konnte nach Fütterung mit Shiitake – Pulver und mit Lentinan eine deutliche Verringerung der Bakterienzahl im Darm der Tiere beobachtet werden. Die Autoren führen diesen Effekt auf die Gegenwart antibakterieller Inhaltsstoffe wie Lenthionin, Terpenoide und Polyphenole zurück. Neuere Studien am Menschen bestätigen diese Ergebnisse. Bei Fehlbesiedelungen des Darms durch Escherichia coli O-114, Staphylococcus aureus, Enterococcus faecalis, Candida albicans zeigen die Shiitake- Inhaltsstoffe ausgeprägte antibakterielle Effekte. Das Wachstum von probiotischen Bifidobakterien and Laktobakterien war jedoch durch Shiitake- Supplementierung nicht beeinträchtigt, wodurch sich dieser Vitalpilz auch zum Einsatz bei einer grundlegenden Darmsanierung eignet.



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Die Anwendung von Nahrungsergänzungsmitteln bei Kindern sollte in jedem Fall mit dem behandelnden Arzt abgestimmt wer, da die meisten Studien mit Erwachsenen durchgeführt werden und Verzehrsempfehlungen für Kinder sowie eventuelle Nebenwirkungen nicht bekannt sind.