OPC

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  • Zuletzt aktualisiert: Samstag, 28. Juli 2012 15:47
  • Veröffentlicht: Sonntag, 04. Januar 2009 07:52
  • Geschrieben von Lisa Oberländer
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Was ist OPC und wie wirkt es im Körper?

OPC wurde erst im Jahr 1947 als Vitalstoff entdeckt und isoliert. Ähnlich wie der Entdeckung des Penicillins gelang dies zufällig. Bei der Untersuchung, ob in der damaligen Nachkriegszeit die rotbraunen Häutchen der Erdnüsse als Mastfutter und für den Menschen als Eiweißquelle dienen könnten, wurde die sensationelle Substanz gefunden.

OPC ist die Abkürzung für Oligomere ProanthoCyanidine. Es handelt sich hierbei um einen farblosen Bitterstoff. OPC ist ein so genanntes Flavonol, ein Polyphenol, das entfernt zur Gruppe der Flavonoide oder Bioflavonoide gehört, die allerdings nicht annähernd vergleichbare Eigenschaften besitzen. Insbesondere in den Häuten der Traubenkerne ist OPC reichlich enthalten, aber auch beispielsweise in roten Trauben (Rotwein), Erdnüssen, wilden Brombeeren, Hagebutten, Knoblauch und in der Rinde der maritimen Pinie (Kiefernart, Nadelbaum) ist diese Substanz zu finden. Allerdings ist OPC durch die Verarbeitung und lange Lagerung unserer Lebensmittel in unserem Essen nur noch in äußerst geringen Konzentrationen enthalten. Um eine ausreichende Versorgung zu gewährleisten, wäre dies nur mit dem Verzehr von einem halben Liter Rotwein und einem halben Kilogramm Erdnüssen mit Schalen zu erreichen, was aus ernährungsphysiologischer Sicht nicht zu empfehlen ist.

Wie kann OPC im Körper wirken?

Antioxidative Wirkungen:
Aufgrund seiner Zugehörigkeit zu den Polyphenolen hat es eine ausgeprägte Eigenschaft als Antioxidans, das zu den weltweit wirkungsvollsten bekannten Radikalfängern überhaupt zählt. OPC hat ein 18 mal stärkeres antioxidatives Potential, als Vitamin C und ein 40 mal stärkeres wie Vitamin E (in vitro). Diese antioxidative Wirkung wird noch erhöht, indem es die Wirkung weiterer Antioxidantien vergrößert, z. B. aktiviert es Vitamin C und verzehnfacht seine antioxidativen Eigenschaften. Darüber hinaus sind die Vitamine A und E in der Gegenwart von OPC 10 mal so lange aktiv. Freie Radikale sind Substanzen aus unserer Umwelt bzw. werden innerhalb der Stoffwechselvorgänge unseres Körpers selber gebildet. Diese attackieren unseren Organismus mit teilweise schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen (z. B. Krebs). Der Prozess der biologischen Alterung wird durch den Einfluss von freien Radikalen deutlich beschleunigt. Nicht nur äußerlich altert man (Haut, Haare, Bewegung etc.) sondern auch innerlich, wie z. B. die Organfunkionen lassen immer mehr nach. Hier kann OPC aufgrund seiner antioxidativen Eigenschaften den Organismus hervorragend vor Oxidation und deren Folgen schützen und sogar teilweise zu einer Revitalisierung bzw. „Verjüngung“ beitragen.

Entzündungen können ebenfalls eine mögliche Folge freier Radikale sein wie z. B. Arthritis, Gastritis, Bronchitis, Neurodermitis. Auch hierauf hat OPC aufgrund seines ausgeprägten antioxidativen Potentials einen vorbeugenden bzw. heilenden Einfluss.

Wirkungen im Gehirn:
Ähnlich wie Vitamin C kann auch OPC, da es sehr klein ist, die Bluthirnschranke passieren und in unser Gehirn gelangen. Insbesondere bei Erkrankungen wie Parkinson, Alzheimer, Senilität, Multipler Sklerose oder Epilepsie spielen freie Radikale eine entscheidende Rolle, da hierbei Gewebsstrukturen (Nervenzellen) bzw. Substanzen im Gehirn durch Oxidation derartig geschädigt werden, dass sie ihre ursprüngliche Funktion im Gehirn nicht mehr erfüllen können. Darüber hinaus verstärkt OPC die Wirkung von Vitamin C, das wiederum die Synthese von Hormonen (z. B. Melatonin, Dopamin) und Neurotransmittern (Botenstoffen) im Gehirn stimuliert. Aufgrund der vermehrten Ausschüttung von Neurotransmittern werden sowohl die Gedächtnisleistung als auch die Reaktionsfähigkeit verbessert.

Wirkungen gegen Hyperaktivität und Aufmerksamkeitssyndrom:
Bei Kindern jeden Alters wurde ein positiver Zusammenhang zwischen der Einnahme von OPC und dem Rückgang der Symptome bei Hyperaktivität und dem Aufmerksamkeitssyndrom (ADHD und ADD) beobachtet. Die Einnahmemenge richtet sich immer nach dem Körpergewicht, daher ist auch die Behandlung von Kindern mit OPC absolut ungefährlich.

Wirkungen gegen Depressionen:
Darüber hinaus wirkt OPC Depressionen entgegen. Der Grund hierfür besteht darin, dass OPC die Aktivität von Vitamin C im Gehirn um das 10fache verlängern kann und dies wiederum zu einer Optimierung des Kalziumumsatzes führt. Eine einwandfreie Kalziumsynthese ist die Vorraussetzung für die Synthese optimaler Mengen an Neurotransmittern, die wiederum Depressionen entgegenwirken.

Wirkungen als Antiallergikum:
OPC wirkt in vielfacher Hinsicht Allergien entgegen. Zum einen ist es in der Lage, indirekt regulierend in den Stoffwechsel bei einer Allergie einzuwirken, da es die übermäßige Produktion von Histamin- und Histidin (entzündungsauslösende Gewebshormone) verringert und verhindert damit eine Überrektion, so dass es zu keiner bzw. lediglich zu einer sehr abgeschwächten allergischen Reaktion kommt. Zum anderen beeinflussen auch freie Radikale Allergien negativ, die aufgrund des starken antioxidativen Potentials von OPC entschärft werden können. Zusätzlich verstärkt OPC die Wirkung von Vitamin C, dessen Mangel für viele Allergien mit verantwortlich gemacht wird.

Wirkungen auf das Gefäßsystem:
Eine intakte Gefäßstruktur und deren Elastizität sind für die Vermeidung von Arteriosklerose von großer Bedeutung. Hierbei spielt OPC eine wichtige Rolle beim Aufbau und Erhalt des Kollagens und Elastins (Struktureiweiße) in den Gefäßwänden. Für die Kollagensynthese ist Ascorbinsäure, Vitamin C, nötig, wobei OPC sich wie ein Co-Faktor von Vitamin C verhält, dessen Wirkung verstärkt und die Kollagenproduktion aktiviert. OPC hält somit die Kapillargefäße elastisch und hat daher auch auf den Blutdruck positive Auswirkungen. Außerdem werden mit Hilfe von OPC die Fließeigenschaften des Blutes (Viskosität) und daher auch die Durchblutung des Herzens normalisiert. Aufgrund dessen kann das Risiko von Gefäßerkrankungen (z. B. Thrombosen, Herzinfarkt) durch OPC vermindert werden. Daher ist OPC ein optimales Venentherapeutikum.

Auch bei Wunden (Schnittwunden,Operationswunden, Verbrennungen) vermag OPC durch seinen Einfluss auf die Kollagen- und Elastinsynthese den Heilungsprozess zu beschleunigen.

Bei Ödemen entstehen feinste Risse in den Gefäßwänden aufgrund einer unzureichenden Kollagen- und Elastin-Synthese. Hiergegen haben OPC und Vitamin C einen regenerierenden Effekt.

Wirkungen auf den Bewegungsapparat:
Kollagen und Elastin sind wesentliche Bestandteile nicht nur der Gefäße sondern auch der Knochen, Knorpel und Sehnen. Diese wiederum sind von entscheidender Bedeutung für die Beweglichkeit unseres Körpers. Auch hier kann OPC den Auf- und Abbau von Kollagen und Elastin positiv beeinflussen.

Wirkungen auf die Haut:
Wie auch beim Gefäßsystem hat OPC eine positive Wirkung auf die Haut aufgrund seiner Effekte auf die Kollagen- und Elastin-Synthese. OPC bindet an diese Strukturproteine und schützt sie direkt vor freien Radikalen, verlangsamt den Abbau der Haut und beschleunigt den Wiederaufbau. Die Haut gewinnt an Elastizität, Faltenbildung wird hinausgezögert und bereits vorhandene Falten werden sichtbar geglättet. Auch das Bindegewebe wird durch OPC gestärkt und kann bei Cellulite zur einer Glättung der Oberflächenstrukturen beitragen. Zusätzlicher Schutz für die Haut vor Falten kann OPC ermöglichen, da es wirksam gegen UV-Strahlen ist.

Wirkungen auf die Augen:
Die Linse des Auges besitzt einen hohen Anteil an Kollagen, dessen Aufbau, Erhalt und Abbau durch OPC positiv beeinflusst wird. Beim grauen Star (Katarakt) kommt es zu einer verminderten Nährstoffversorgung der Linse. Außerdem wird der schädliche Einfluss freier Radikale bei dieser Augenerkrankung für wahrscheinlich gehalten. In beiden Fällen kann OPC positiv eingreifen einerseits durch seine Wirkungen auf den Kollagenstoffwechsel und andererseits aufgrund seiner Eigenschaften als eines der stärksten Antioxidantien. Wirkungen auf die Ausleitung von Giftstoffen:
Eingelagerte Giftstoffe wie Schwermetalle (Blei, Kadmium, Quecksilber), Pestizide, Herbizide und andere schädliche, synthetische Substanzen im Körper werden durch OPC vermehrt ausgleitet.

Zu OPC liegen eine Reihe wissenschaftlicher Publikationen und Doppelblindstudien vor; nachfolgend ein Auszug

Stärkende Wirkung auf Blutgefäße
- Bei 72 % der Patienten verbesserte Kapillarresistenz nach 2 Wochen
[Evolution de la résistance capillaire… Dubos, et al. La Revue Gériatrie, 1980]
- Signifikante Besserung der Kapillarresistenz mit 300 mg OPC bei Leberzirrhose.
[Effet de L’Endothelon....., F. X. Lesbre, et. al., Gaz. Med. De France, 1983]
- Schwere Venenprobleme bei 87 Patienten mit 150 mg OPC behandelt. Bei 54 Patienten gut bis sehr gut, bei 21 mittel, bei 3 kein Ergebnis.
[Essai thérapeutique.... Beylot, et. al, Gaz. Med. De France, 1983]

Vermeidung von Spätschäden bei Diabetes
- Diabetische Retinopathie bei 30 Patienten – 80% stabilisiert
[Endothelon, dans la rétinopathie diab….. J.L.Arne., Gaz. Med. De France, 1982]

Prämenstruelles Syndrom
- PMS behandelt mit 200 mg OPC – beschwerdefrei nach 2 Zyklen bei 60% nach 4 Zyklen bei 80% der Frauen
[Endotélon sur la traitement…. , J.C. Tissot, Tempo Médical 1987]

Bei Krebs und postoperativen Folgeschäden
- Ödeme deutlich gebessert nach Mamma CA Operation.
[Oligomères proanthocyanidiques... Desprez-Curely, Congrés Int. D’angiol., 1989]
- Kollagenstabilisierung gegenüber Kollagenasen von Mamma-CA Tumoren
[Collagen treated with…., Kuttan, et.al. Experientia 37 (1981)]

 Diese Information basiert auf verschiedenen Veröffentlichungen. Für die Richtigkeit der Aussagen übernehmen wir keine Haftung. Ferner sollte diese Information nicht zur Behandlung von Erkrankungen genutzt werden. Falls Sie Medikamente einnehmen oder in ärztlicher Behandlung sind, sollten Sie vor der Einnahme jeglicher Nahrungsergänzungsmittel Ihren Arzt zu Rate ziehen.
Die Anwendung von Nahrungsergänzungsmitteln bei Kindern sollte in jedem Fall mit dem behandelnden Arzt abgestimmt wer, da die meisten Studien mit Erwachsenen durchgeführt werden und Verzehrsempfehlungen für Kinder sowie eventuelle Nebenwirkungen nicht bekannt sind.