Oregano-Öl

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  • Zuletzt aktualisiert: Samstag, 28. Juli 2012 15:47
  • Veröffentlicht: Mittwoch, 04. Februar 2009 07:52
  • Geschrieben von Lisa Oberländer
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Oregano ist vor allem als Gewürz bekannt. Doch die wenigsten wissen, dass Oregano eines der wirksamsten Heilkräuter überhaupt ist.

Bereits im Altertum wurde Oregano zur Behandlung von Krankheiten verwandt. In alten Kulturen wurde es sogar mehr als Medizin denn als Gewürz eingesetzt. Oregano ist dafür berühmt, das nachweislich zuerst medizinisch genutzte aromatische Kraut zu sein. Zu diesem Nachweis trug der Fund der mumifizierten Leiche einer Prinzessin in einem alten Grab im Irak bei, die eine Halskette mit einem Beutel trug, der Heilkräuter enthielt. Bei diesen Heilkräutern handelte es sich hauptsächlich um wilden Oregano.
Ungefähr 3.000 vor Christi beschrieben die Babylonier den wilden Oregano bereits als Heilmittel für Lungen-, Herz- und Infektionskrankheiten. Sie setzten Oregano aber auch gegen Asthma und Bronchitis ein. In der Bibel wird Oregano als Reinigungs-Tonikum erwähnt.

Oregano-Öl ist in seiner antibakteriellen Wirkung vergleichbar mit verschiedenen Antibiotika. Amerikanische Forscher aus Georgetown zeigten in ihren Studien, dass bereits geringe Mengen des Kräuter-Öls das Wachstum verschiedener Bakterienarten im Reagenzglas ebenso stark unterdrücken wie gängige Antibiotika. Auch in Versuchen mit Mäusen bestätigte sich diese Wirkung. So überlebten 80 Prozent der Tiere, die nach einer Bakterieninfektion mit Oregano-Öl gefüttert wurden, während alle Mäuse der Vergleichsgruppe starben. Der entscheidende Inhaltsstoff konnte allerdings noch nicht ermittelt werden. Die Forscher sehen im Oregano-Öl eine echte Alternative zur herkömmlichen Bekämpfung bakterieller Krankheiten.
[Quelle: Umwelt & Gesundheit 2/2002]

Andere Forscher an der Georgetown University in Washington, D.C. haben die Wirksamkeit des Oregano-Öls gegen Pilzbefall dokumentiert. Es wurde eine Wirksamkeit beobachtet, die stärker ist, als die Wirkung bestimmter Medikamente. In der Studie kamen die Forscher zu dem Schluss, das Oregano das Gewebe vollständig von Pilzen reinigt, besonders von Candida albicans. Weitere Forschungen ergaben, dass das Oregano-Öl den Staphylococcus, einschließlich der medikamentenresistenten Typen, zerstört.

Eine 1996 im Medical Science Research veröffentlichte Studie kam zu dem Ergebnis, dass Oregano-Öl auch Viren zerstört. So wurden Viren der Gattung Ribonukleinsäure (RNS) und Desoxyribo-nukleinsäure (DNS) - einschließlich der Arten, die Gürtelrose, Windpocken und Herpes genitalis verursachen - vernichtet, als sie dem Oregano ausgesetzt wurden. Offensichtlich zertrümmerte das Oregano den äußeren Überzug der Viren, wodurch sie im wesentlichen zersetzt wurden. Andere Studien über Bakterien zeigen auf, dass die wirkungsvollen Phenole des Oregano-Öls für die Zerstörung der Keimzellen-Wände verantwortlich sind. Die Tatsache, dass das Oregano-Öl Viren dezimiert, kann die wachsende Beliebtheit des Öls beim Einsatz gegen Erkältung, Grippe und Bronchial-Leiden erklären.

Forscher der Universität Bonn und der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich haben 2008 in Oregano einen heilsamen Wirkstoff entdeckt. Möglicherweise lässt sich die Substanz namens Beta-Caryophyllen (E-BCP) gegen Entzündungen, aber auch gegen Erkrankungen wie Osteoporose oder Arterienverkalkung einsetzen. Die Wissenschaftler verabreichten den Wirkstoff Mäusen mit einer entzündeten Pfote. In sieben von zehn Fällen besserten sich die Symptome.
E-BCP dockt an bestimmte Empfängerstrukturen in der Zellmembran an, die sogenannten Cannabinoid-CB2-Rezeptoren. Dadurch verändert sich das Verhalten der Zelle: Sie schüttet dann beispielsweise weniger entzündungsfördernde Signalstoffe aus. Doch anders als stimulierende Substanzen wie Cannabis, die ebenfalls auf CB2 wirken, hat E-BCP keinen berauschenden Effekt. Das macht den Wirkstoff als Therapiegrundlage so interessant.




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Die Anwendung von Nahrungsergänzungsmitteln bei Kindern sollte in jedem Fall mit dem behandelnden Arzt abgestimmt wer, da die meisten Studien mit Erwachsenen durchgeführt werden und Verzehrsempfehlungen für Kinder sowie eventuelle Nebenwirkungen nicht bekannt sind.