Phytohormone

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  • Zuletzt aktualisiert: Samstag, 28. Juli 2012 15:47
  • Veröffentlicht: Mittwoch, 04. Februar 2009 08:06
  • Geschrieben von Lisa Oberländer
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Eine gute Alternative zur Hormontherapie stellen so genannte »Phytohormone« dar. Unter »Phytohormonen« versteht man hormonähnliche Stoffe, die in vielen Pflanzen enthalten sind. Dass es Pflanzen mit hormonartiger Wirkung gibt, weiß man schon seit hunderten von Jahren: Den Landwirten war aufgefallen, dass bei Schafen, die sehr viel Rotklee fraßen, der Menstruationszyklus unregelmäßig wurde. Heute weiß man, dass im Rotklee gleich mehrere Substanzen enthalten sind, die eine östrogenartige Wirkung haben, d. h. den weiblichen Hormonen ähneln. Doch es gibt in der Natur auch Stoffe, die anderen körpereigenen Hormonen gleichen.

Die Wirksamkeit dieser Phytohormone konnte inzwischen in zahlreichen Studien recht gut belegt werden. Es existieren viele Hinweise, dass Pflanzenhormone durchaus einen milden Ersatz für fehlende Hormone darstellen und Altersvorgänge bremsen können. Sie haben natürlich nicht die gleiche Stärke wie rezeptpflichtige Hormonpräparate, aber auch nicht deren Risiken und Nebenwirkungen. Vor allem die östrogenartig wirkenden Phytohormone (Isoflavone, Lignane, Coumestane) gewinnen derzeit mehr und mehr an Popularität.

In unserer typischen europäischen Nahrung kommen Pflanzenhormone nur in geringer Dosierung vor. Während die durchschnittliche tägliche Phytohormon–Aufnahme in Europa und Amerika etwa zwei bis drei Milligramm beträgt, werden in asiatischen Ländern 20 bis 80 Milligramm pro Tag aufgenommen. Besonders reich an Phytohormonen sind nämlich Sojaprodukte, die in Asien regelmäßig auf dem Speiseplan stehen.

Mit dem Verzehr von Pflanzenöstrogenen bringt man das deutlich geringere Brust– und Prostatakrebsrisiko in asiatischen Ländern in Verbindung. Auch Wechseljahresbeschwerden sind dort sehr viel seltener. Während in Europa und Amerika bis zu 80 Prozent der Frauen unter Hitzewallungen leiden, klagen in China weniger als 20 Prozent der Frauen darüber. In Japan sind diese Beschwerden sogar so selten, dass es kein japanisches Wort für »Hitzewallungen« gibt.
Zahlreiche weitere positive Hormonwirkungen wie Verringerung des Risikos für Herz–Kreislauferkrankungen, Senkung des Cholesterinspiegels und Schutz vor Knochenschwund (Osteoporose) sind inzwischen gut erforscht.

Es ist gar nicht so schwer, auch in unserer westlichen Ernährung den Anteil der Pflanzenhormone zu erhöhen. Um 50–70 mg Phytoöstrogene zu verzehren – das entspricht etwa der durchschnittlichen täglichen Aufnahme in asiatischen Ländern – können Sie entweder täglich eine große Tasse Sojamilch trinken oder Sojajoghurt (250–300 ml) verzehren. Die gleiche Menge hormonähnlicher Stoffe enthält auch eine Portion Tofu (etwa 150 g) oder fünf bis sechs Esslöffel geschroteter Leinsamen oder die gleiche Menge Kürbiskerne.

Eine gute » europäische« Phytohormonquelle ist Bier. Seit Jahrhunderten ist bekannt, dass die zapfenartigen Dolden des Bier-Hopfens hormonelle Wirkungen haben. Früher, als der Hopfen noch von Hand geerntet wurde, waren die Frauen abends in bester Flirtlaune, mit den männlichen Pflückern war aber nichts mehr los. Grund: Beim Pflücken hatten die Arbeiter große Mengen östrogenartiger Hopfenhormone aufgenommen, die auf Frauen anregend, auf Männer eher dämpfend wirken.

 Diese Information basiert auf verschiedenen Veröffentlichungen. Für die Richtigkeit der Aussagen übernehmen wir keine Haftung. Ferner sollte diese Information nicht zur Behandlung von Erkrankungen genutzt werden. Falls Sie Medikamente einnehmen oder in ärztlicher Behandlung sind, sollten Sie vor der Einnahme jeglicher Nahrungsergänzungsmittel Ihren Arzt zu Rate ziehen.
Die Anwendung von Nahrungsergänzungsmitteln bei Kindern sollte in jedem Fall mit dem behandelnden Arzt abgestimmt wer, da die meisten Studien mit Erwachsenen durchgeführt werden und Verzehrsempfehlungen für Kinder sowie eventuelle Nebenwirkungen nicht bekannt sind.