Pygeum (Afrikanischer Pflaumenbaum)

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  • Zuletzt aktualisiert: Samstag, 28. Juli 2012 15:47
  • Veröffentlicht: Mittwoch, 04. März 2009 08:09
  • Geschrieben von Lisa Oberländer
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Was ist Pygeum africanum?

Pygeum africanum ist ein großer, immergrüner Baum, der zur Familie der Rosaceae gehört und in Afrika in einer Höhe von 1000 bis 2500m auf den Hochebenen von Süd- und Zentralafrika, den Hügeln Angolas, Kameruns und Zaires wächst aber auch auf Madagaskar, in Äthiopien und im Sudan. Die Ureinwohner nutzten schon vor Jahrhunderten die gesundheitsfördernden Wirkungen der Rinde (Cortex Pygei africani) bzw. das Harz vor allem zur Behandlung von Nieren-, Blasen- und Prostataerkrankungen. Die wichtigsten Inhalts- und Wirkstoffe in Pygeum africanum sind lipidlösliche Phytosterole, pentazyklische Triterpene, die synergistisch zusammenwirken und somit ihre gesundheitlichen Eigenschaften noch erhöhen können.

Wie kann Pygeum africanum im Körper wirken?

Wirkungen bei Erkrankungen der Prostata (Prostatavergrößerung etc.):

Pygeum africanum wird in Europa seit vielen Jahrzehnten zur Behandlung von Erkrankungen im Urogenitaltrakt erfolgreich eingesetzt. Gut belegt in vielen placebo-kontrollierten Doppelblindstudien ist inzwischen, dass der afrikanische Pflaumenbaum die Symptome und klinischen Zeichen einer gutartig vergrößerten Prostata (BPH) deutlich zu reduzieren vermag. Ähnlich wie die Sägepalme enthält auch das Harz dieses Baumes v. a. Phytosterole, insbesondere Beta-Sitosterole, die zwei Enzyme hemmen können. Zum einen die 5-alpha-Reduktase (Umwandlung von Testosteron zu Dihydrotestosteron = DHT) und die Aromatase (Umwandlung zu Estradiol) signifikant inhibieren können (s. Text Sägepalme). Sowohl DHT als auch Estradiol können das Wachstum der Prostata stimulieren. Aufgrund der Blockierung der Enzyme, wird auch das Wachstum gehemmt und ein Voranschreiten der Krankheit deutlich eingeschränkt.
Neben der hemmenden Wirkung auf die Enzyme, blockiert das Harz des afrikanischen Pflaumenbaumes zusätzlich auch die Andockstellen für DHT und wetteifert somit um die Rezeptorstellen dieser stark androgen wirkenden Substanz, die auf diese Weise von zwei Seiten (Enzym- und Rezeptorblockierung) in der Entfaltung seiner Wirkung gehemmt wird.

Ganz neu entdeckt wurde die Fähigkeit, das übermäßige Zellwachstum in der Prostata zu minimieren, in dem es ein drittes Enzym hemmt, die Protein-Kinase-C, so dass Pygeum africanum nicht nur eine weitere Vergrößerung der Prostata, sondern auch eine verkleinernde Wirkung ausüben kann.

Wirkungen bei Entzündungen der Prostata (Prostatitis):

Da auch der afrikanische Pflaumenbaum antientzündliche Eigenschaften besitzt und ähnlich wie die Sägepalme harntreibende Effekte besitzt und schützende Substanzen an den Wänden der Prostata anlagern kann, ist dieses Harz ebenfalls zur unterstützenden Therapie bei Prostatitis gut geeignet. Die Wirkungsweisen des Pygeum africanum sind zum Teil denen der Sägepalmextrakte gleich, zum Teil aber auch unterschiedlich, so dass beide Substanzen sich sehr gut ergänzen und eine Kombination empfohlen wird.




Diese Information basiert auf verschiedenen Veröffentlichungen. Für die Richtigkeit der Aussagen übernehmen wir keine Haftung. Ferner sollte diese Information nicht zur Behandlung von Erkrankungen genutzt werden. Falls Sie Medikamente einnehmen oder in ärztlicher Behandlung sind, sollten Sie vor der Einnahme jeglicher Nahrungsergänzungsmittel Ihren Arzt zu Rate ziehen.
Die Anwendung von Nahrungsergänzungsmitteln bei Kindern sollte in jedem Fall mit dem behandelnden Arzt abgestimmt wer, da die meisten Studien mit Erwachsenen durchgeführt werden und Verzehrsempfehlungen für Kinder sowie eventuelle Nebenwirkungen nicht bekannt sind.