Teufelskralle

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  • Zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 15. August 2012 09:17
  • Veröffentlicht: Sonntag, 01. März 2009 09:37
  • Geschrieben von Lisa Oberländer
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Was ist Teufelskralle?

Die aus den Savannen Südwestafrikas stammende Teufelskralle mit der botanischen Bezeichnung Harpagophytum procumbens gehört zu der Familie der Sesamgewächse und wird von den einheimischen Völkern schon lange als Heilmittel gegen Magen-Darm-Erkrankungen, Fieber und vor allem gegen Schmerzen eingesetzt. Der Name „Teufelskralle“ ist auf die verholzten Früchte der Pflanze zurückzuführen, die einem Widerhaken ähneln und sich an Gegenständen oder Lebewesen festheften und auf diese Weise verbreitet werden. Die Teufelskralle ist zwar schon seit längerer Zeit bekannt, gewinnt aber erst in den letzten Jahren verstärkt als Heilpflanze an Bedeutung. Medizinisch genutzt werden jedoch nicht die Früchte sondern die verdickten Abschnitte der Speicherwurzeln, die bis zu 600g schwer werden können.

Als hauptsächliche Inhaltsstoffe sind in der Teufelskralle die Iridoide und Iridoidglykoside, wozu das Harpagid und das Harpagosid zählen, Procumbid, ein Phytosteringemisch, Tripertene, Flavonoide, ungesättigte Fettsäuren, Zimtsäure, Chlorogensäure und wasserlösliche Kohlenhydrate enthalten. In den Wurzelausläufern des Krauts befinden sich Bitterstoffe, die sogenannten Iridoide. Sie sollen einer Entzündung im Körper entgegensteuern, Schmerzen lindern und den Gelenkknorpel schützen. Vor allem die Substanz Harpagosid – aus der Gruppe der Iridoide – spielt dabei wohl eine bedeutende Rolle.
Ähnlich wie bei vielen anderen pflanzlichen Arzneimitteln ist auch bei der Teufelskralle der Gesamtextrakt der Wurzel wirkungsvoller als die einzelnen isolierten Inhaltsstoffe. Endgültig ist noch nicht geklärt, welche Inhaltsstoffe letztendlich für die Wirkung verantwortlich sind. Eine bestimmte Substanz, das Harpagosid, scheint aber eine ganz entscheidende Rolle zu spielen. Darüber hinaus hat man festgestellt, dass eine spezielle Sorte der Teufelskralle (Harpagophytum procumbens) deutlich bessere Wirkungen besitzt als andere (z. B. Harpagophytum zeyheri). Harpagophytum procumbens, die in unserem Präparat verwendet wird, ist die hochwertigste Sorte, die auf dem Weltmarkt erhältlich ist und 12x stärke entzündungshemmende Wirkungen als die gewöhnliche Teufelskralle besitzt. D. h. es kommt sehr darauf an, ob der Gesamtextrakt oder nur ein einzelner Bestandteil in dem Präparat enthalten ist bzw. um welche spezielle Sorte es sich handelt, denn nicht jede Teufelskralle „krallt“ den Schmerz. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass klinische Untersuchungen teilweise zu sehr widersprüchlichen Ergebnissen kommen.

Wie kann Teufelskralle im Körper wirken?

Wirkungen bei Arthrose, Arthritis, Rheuma, Erkrankungen des Bewegungsapparates und Gicht:

Beschwerden und Erkrankungen des Bewegungs- und Stützapparates zählen in Deutschland mit zu den häufigsten behandlungsbedürftigen Erkrankungen in Deutschland, unter der mehrere Millionen Menschen Tag für Tag leiden. Da zahlreiche Patienten durch die teilweise sehr schmerzhaften Beschwerden in ihrem alltäglichen bzw. beruflichen Leben stark beeinträchtig sind, ist eine möglichst nebenwirkungsarme aber effiziente Therapie der akuten und chronischen Schmerzen bzw. darüber hinaus eine Ursachenbekämpfung bzw. Verbesserung des Grundleidens äußerst wichtig.

Die afrikanische Teufelskralle und ihre medizinisch wirksamen Inhaltsstoffe können hier gute Dienste leisten. Bereits in den 50er Jahren wurde sie für die Rheuma-Therapie entdeckt und hat vor allem in den letzten Jahren in vielen modernen Therapiekonzepten zur Behandlung von Arthrose, Arthritis und Rheuma ihren festen Platz.

Die Wurzel der Teufelskralle besitzt starke schmerzstillende, entkrampfende sowie entzündungshemmende Eigenschaften, die besonders bei chronischen und subakuten Beschwerden in den Gelenken, Wirbelkörpern, Sehnen, bei Verspannungen und Muskelschmerzen im Schulter-, Rücken- und Nackenbereich sowie bei chronischen Rückenschmerzen, Hexenschuss und Ischiasbeschwerden zu einer deutlichen Besserung beitragen können. Auch eine deutliche Verringerung der Gelenksteifheit und damit mehr Beweglichkeit wurden unter der Behandlung mit der Teufelskralle beobachtet.

Die Ursache für die antientzündlichen und schmerzstillenden Wirkungen hängen mit der Wirkung der Teufelskralle auf den Entzündungsstoffwechsel, den Arachidonsäure-Stoffwechsel, zusammen. Diesen biochemischen Vorgang, bei dem Schmerz- und Entzündungssubstanzen (Prostaglandine, Leukotriene) gebildet werden, kann die Teufelskralle, insbesondere ihr Inhaltsstoff Harpagosid, hemmen und dadurch vor den schädlichen Auswirkungen der Entzündungsmediatoren schützen. Die nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR, z. B. Diclofenac), die meistens bei Schmerzen im Bewegungsapparat eingesetzt werden, besitzen einen ganz ähnlichen Wirkungsmechanismus, allerdings mit teilweise starken Wechsel- und Nebenwirkungen im Magen-Darm-Trakt (Geschwüre etc.). Hierin liegt auch der große Vorteil der Teufelskralle, da sie eine nahezu vergleichbare Wirksamkeit wie die nichtsteroidalen Antirheumatika besitzt, sehr gut verträglich ist und nahezu keine Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen hat. Die Teufelskralle ermöglicht zusätzlich eine niedrigere Dosierung anderer Schmerzmittel oder Rheumamittel, wodurch auch deren Nebenwirkungen verringert werden können. In zahlreichen Fällen können Patienten die Dosierung einiger anderer Medikamente, wie Schmerzmittel, Rheumamittel oder Cortison deutlich verringern, wodurch auch deren Nebenwirkungen vermindert werden kann. Wichtig ist, dass es sich hierbei um ein rein pflanzliches Präparat handelt, ein so genanntes Phytotherapeutikum.

Ein weiterer Aspekt in der Therapie bei Beschwerden bzw. Verschleißerscheinungen im Bewegungsapparat ist von großer Bedeutung, da die nichtsteroidalen Antirheumatika oder Cortison zwar die Schmerzen und Entzündungen lindern, jedoch nicht den Krankheitsverlauf aufhalten können. Daher ist der Einsatz der Teufelkralle als ergänzende Therapiemaßnahme sinnvoll, weil man derzeit eine Hemmung von eiweißabbauenden Enzymen in der Matrix des Gelenkknorpels vermutet, so dass ein Voranschreiten des Knorpelabbaus verringert werden kann. Andere Wissenschaftler fanden heraus, dass die Teufelskralle vermutlich auch knorpelaufbauende Wirkungen besitzt und daher lindernde Wirkungen bei degenerativen Gelenkbeschwerden hat, wodurch die Ursachenbehandlung positiv beeinflusst werden kann.

Interessant ist, dass auch die für die pflanzlichen Arzneimittel zuständige Kommission E des Bundesgesundheitsamtes die Teufelskrallenwurzel für die Anwendung degenerativer Erkrankungen des Bewegungsapparates als geeignet einstuft.

Wirkungen bei Verdauungsproblemen:

Da die Teufelskralle auch Bitterstoffe (Iridoide) enthält, wird der Pflanzenextrakt auch bei Appetitlosigkeit und Verdauungsbeschwerden zur Förderung der Magensäure- und Gallensäureproduktion eingesetzt, allerdings sind hierfür geringere Mengen notwendig als für die entzündungshemmende Wirkung. Auch die Leber und die Bauchspeicheldrüse werden in ihrer Funktion angeregt. Da die Leber eines der wichtigsten Stoffwechselorgane in unserem Körper ist und ihr speziell für die Entgiftung von Medikamenten, Giften und Toxinen große Bedeutung zukommt, ist die anregende Wirkung auf die Leber auch im Falle von chronischkranken Patienten, die meist viele Schmerzmittel einnehmen, von großem Interesse.

Weitere Wirkungen:

Auch bei Hauterkrankungen wie Ekzemen, Schuppenflechte oder Dermatosen soll der Extrakt der afrikanischen Wurzel hilfreich sein. Darüber hinaus kann die afrikanische Teufelskralle den Cholesterinspiegel leicht senken, vermutlich aufgrund ihres Gehaltes an Phytosterinen.



Diese Information basiert auf verschiedenen Veröffentlichungen. Für die Richtigkeit der Aussagen übernehmen wir keine Haftung. Ferner sollte diese Information nicht zur Behandlung von Erkrankungen genutzt werden. Falls Sie Medikamente einnehmen oder in ärztlicher Behandlung sind, sollten Sie vor der Einnahme jeglicher Nahrungsergänzungsmittel Ihren Arzt zu Rate ziehen.
Die Anwendung von Nahrungsergänzungsmitteln bei Kindern sollte in jedem Fall mit dem behandelnden Arzt abgestimmt wer, da die meisten Studien mit Erwachsenen durchgeführt werden und Verzehrsempfehlungen für Kinder sowie eventuelle Nebenwirkungen nicht bekannt sind.