Quercetin

  • Hauptkategorie: Wirkstoffe
  • Kategorie: Wirkstoffe N - Z
  • Zuletzt aktualisiert: Freitag, 27. September 2013 10:04
  • Veröffentlicht: Donnerstag, 30. Juli 2009 06:08
  • Geschrieben von Lisa Oberländer
  • Zugriffe: 7136

Quercetin ist ein Polyphenol, gehört zur Gruppe der Bioflavonoide, ist aber frei von Zitrusallergenen. Es kommt in höherer Konzentration beispielsweise in Zwiebeln, Äpfeln oder Brokkoli vor. Dem Pflanzenfarbstoff werden starke antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften zugeschrieben. Quercetin schützt das Herz-Kreislauf-System, wirkt der Entstehung von Karzinomen und Geschwüren entgegen, verhindert allergische Reaktionen, beugt  Grauem Star vor und wirkt antiviral.

Die Wirkung von Quercetin beruht hauptsächlich auf seinen antioxidativen Eigenschaften. Es agiert als Radikalfänger und hemmt ein Metalloenzym, welches die Harnsäurebildung katalysiert. Diese Hemmwirkung reduziert die Harnsäurebildung und kann zur Behandlung der Gicht genutzt werden.


Quercetin wirkt dem oxidativen Abbau von Fetten (Lipidperoxidation) entgegen. Bei diesem Prozess "stehlen" freie Radikale Elektronen von Lipiden in der Zellmembran und verursachen so eine Kettenreaktion, die zur Zellschädigung führt.

Quercetin hemmt außerdem die Oxidation von LDL-Cholesterin. Allein oder in Verbindung mit Vitamin C senkt Quercetin die Häufigkeit oxidativer Schäden an Nerven und Blutgefäßen in der Haut. (Quelle: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19402938?itool=EntrezSystem2.PEntrez.Pubmed.Pubmed_ResultsPanel.Pubmed_RVDocSum&ordinalpos=2 )

Die entzündungshemmende Wirkung von Quercetin scheint einerseits auf seinen antioxidativen Eigenschaften und andererseits auf der Hemmung entzündungsfördernder Enzyme (Zyklooxygenase, Lipoxygenase)  zu beruhen.
(Quelle: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16959220?itool=EntrezSystem2.PEntrez.Pubmed.Pubmed_ResultsPanel.Pubmed_RVDocSum&ordinalpos=2)

Quercetin hat positiven Einfluss auf alle Formen der chronischen Enzündung.
(Quelle: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12198000?itool=EntrezSystem2.PEntrez.Pubmed.Pubmed_ResultsPanel.Pubmed_RVDocSum&ordinalpos=1)

Quercetin kann die Histamin-Freisetzung bei Allergikern unterdrücken. Die Asthmahäufigkeit war unter Quercetingabe niedriger.
(Quelle: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12198000?itool=EntrezSystem2.PEntrez.Pubmed.Pubmed_ResultsPanel.Pubmed_RVDocSum&ordinalpos=1)

Das Enzym Aldosereduktase, welches die Umwandlung von Glukose zu Sorbitol katalysiert, spielt eine besonders wichtige Rolle im Auge. Dort ist es an der Entstehung diabetischer Katarakte beteiligt. Quercetin kann dieses Enzym in starker Weise hemmen und somit der Entstehung von Grauem Star entgegen wirken.

Quercetin hat die Fähigkeit, Zellwucherungen und andere zum Zelltod führende Krebsmechanismen zuregulieren.
(Quellen: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19199862?itool=EntrezSystem2.PEntrez.Pubmed.Pubmed_ResultsPanel.Pubmed_RVDocSum&ordinalpos=1
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12678721?ordinalpos=1&itool=EntrezSystem2.PEntrez.Pubmed.Pubmed_ResultsPanel.Pubmed_MultiItemSupl.Pubmed_TitleSearch&linkpos=2&log$=pmtitlesearch4)

Krebszellen werden unter Quercetin in der G2/M-Phaseder Zellteilung arretiert und die Apoptose wird eingeleitet.
(Quelle: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19194971?itool=EntrezSystem2.PEntrez.Pubmed.Pubmed_ResultsPanel.Pubmed_RVDocSum&ordinalpos=6)

Es wurde ein hemmender Einfluss auf Gebärmutterhalskrebs festgestellt.
(Quelle: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19194971?itool=EntrezSystem2.PEntrez.Pubmed.Pubmed_ResultsPanel.Pubmed_RVDocSum&ordinalpos=2)

Quercetin verspricht einen erfolgreichen Einsatz bei Virusinfektionen. Nachgewiesen wurde beispielsweise, dass es die Infektiosität und Vermehrung folgender Viren hemmt: Herpes simplex Typ 1, Polioviren Typ 1, Parainfluenzaviren Typ 3, Respiratory-Syncytial-Viren (RS-Viren). Es ist außerdem wirksam gegen die Reverse Transkriptase des HI-Virus und anderer Retroviren.
Das Enzym Reverse Transkriptase ist ein Schlüsselenzym der HIV-Vermehrung. Das Virus bringt RNA als Informationsmaterial in die Zelle ein, welche in DNA umgeschrieben wird - ein in der Molekularbiologie einmaliger Vorgang. Diese Übersetzung von viraler Information in eine Form, die von der eigenen Erbinformation nicht zu unterscheiden ist und in diese eingebaut wird, nimmt die Reverse Transkriptase vor.

Eine Anzahl von Studien zeigt, dass Quercetin antikarzinogen auf viele Arten von Krebszellen wirkt. Dies gilt für Leukämie, Brust-, Darm-, Eierstock-, Gebärmutter-, Haut-, und Magen- und Lungenkrebs.
In Tierstudien konnte gezeigt werden, dass Quercetin den Magen vor alkoholbedingten Geschwüren schützt. Dies beruht wahrscheinlich auf seiner hemmenden Wirkung auf die Lipidperoxidation der Magenzellen und/oder seiner dämpfenden Wirkung auf die Magensaftsekretion.

Es wurde außerdem beobachtet, dass Quercetin in vitro das Wachstum von Helicobacter pylori hemmt.

Im Tierexperiment fand ein US-Forscherteam um Dr. J. Mark Davis an der Universität in Columbia Anhaltspunkte dafür, dass Quercetin auch die Biogenese der Mitochondrien, die als biochemische "Kraftwerke" der Zellen gelten, verbessern kann. In der Studie war die Verbesserung der mitochondrialen Biogenese mit einer erhöhten Ausdauerkraft assoziiert.

Eine weitere kleine Studie mit zwölf gesunden, aber sportlich untrainierten Personen folgte. Diese erhielten jeweils sieben Tage lang entweder zweimal täglich ein Präparat mit 500 mg reinem Quercetin oder Placebo. Am Beginn und am Ende der einwöchigen Behandlungsperiode stand jeweils ein Belastungstest auf dem Fahrradergometer. Die Einnahme von Quercetin konnte die maximalen Sauerstoffaufnahme (VO2) um 3,9 Prozent erhöhen, berichten die Forscher im "International Journal of Sport Nutrition and Exercise Metabolism". Deutlicher war die Verbesserung bei der Zeitspanne bis zur Erschöpfung, die um 13,2 Prozent verlängert wurde. Die Autoren schlussfolgern: Quercetin verbesserte bei Untrainierten die Ausdauerleistung in einem Maße, wie es sonst nur durch konsequentes Training zu erreichen ist.

 

 Anbieter-Empfehlung: Fairvital