Beta-Sitosterin

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  • Zuletzt aktualisiert: Samstag, 28. Juli 2012 15:47
  • Veröffentlicht: Dienstag, 03. Februar 2009 07:56
  • Geschrieben von Lisa Oberländer
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Phytosterine (Phytosterole) haben eine cholesterinähnliche Struktur, deswegen vermindern sie die Cholesterinaufnahme im Darm. Moleküle mit ähnlich chemischer Struktur konkurrieren sozusagen um die Transportwege durch die Darmwand. Schätzungsweise 1 mg Beta-Sitosterin kann die Aufnahme von 1 mg Cholesterin im Darm blockieren.
Sie senken das LDL-Cholesterin um bis zu 13%, das HDL wird nicht beeinflusst. Sterine hemmen die Entstehung krebserzeugender Stoffe, so gelten die Phytosterine als risikomindernd für Brust-, Darm-, Magen- und Prostatakrebs.

Beta-Sitosterin sind ist ein pflanzliches Phytosterol mit Hormonwirkung. Es beeinflusst das hormonelle Gleichgewicht in der Prostata und vermindert so Schwellungen und einen Gewebezuwachs. Störungen beim Wasserlassen werden dadurch verbessert.

Die „Zeitschrift für Phytotherapie“ schreibt in Ausgabe 10, 21, 2000, Seite 270:
Effektiv: Beta-Sitosterin bei BPH
Das Phytopharmakon Beta Sitosterin (Phytosterol) hat eine festen Stellenwert in der konservativen Therapie der benignen Prostatahyperplasie (BPH): Es lindert wirkungsvoll die irrtativen und obstruktiven Symptome in den frühen Stadien und ist das einzige pflanzliche BPH-Therapeutikum, dem auch die deutsche Gesellschaft für Urologie in ihren Leitlinien eine Wirksamkeit bestätigt.

ß-Sitosterin hat aber noch eine andere erstaunliche Wirkung, wodurch es für manche Menschen fast noch wichtiger wird: ß-Sitosterin ist der Nährstoff, der die Funktion der Blase aufrecht erhält. ß-Sitosterin hemmt u. a. die Aktivität des Enzyms α-Reduktase und trägt so dazu bei, dass die Aktivität der Blasenmuskulatur voll funktionsfähig bleibt.

Eine kürzlich durchgeführte Doppel- Blind- Studie in der Schweiz hat gezeigt, dass in einer Gruppe von 50 Männern, die eine vergrößerte Prostata haben, diejenigen deutliche Besserung verspürten, die Beta-Sitosterin erhielten.

Das Phytopharmakon Beta-Sitosterin wirkt auch langfristig bei Patienten mit benigner Prostatahyperplasie (BPH). Dies hat eine Analyse der Daten von 117 Patienten ergeben, die ein Jahr nach einer sechsmonatigen, multizentrischen, doppelblinden und placebokontrollierten klinischen Studie untersucht worden sind. Das berichten Dr. Richard Berges und seine Mitarbeiter von der Urologischen Klinik der Ruhr Universität Bochum (BJU 85, 2000, 842).

38 Patienten der Verum-Gruppe setzten die Therapie nach der Studie ein Jahr lang fort und bekamen weiter dreimal täglich 20 Milligramm Beta-Sitosterin (Harzol®). Ihr maximaler Urinfluss hatte sich während der Studie von durchschnittlich neun Milliliter pro Sekunde (ml/s) auf 12,4 ml/s verbessert, ihr Rest-Harn-Volumen war von etwa 65 ml auf 22 ml gefallen. Diese Werte blieben in den folgenden zwölf Monaten unter Beta-Sitosterin stabil.

Bei den 14 Patienten, die nach dem Ende der Studie die Therapie abgebrochen hatten, hatte sich das Rest-Harn-Volumen nach zwölf Monaten wieder verdoppelt, ihr maximaler Urinfluss blieb hingegen konstant. 18 Patienten, die erst mit Placebo und danach nicht weiter behandelt worden waren, hatten kaum veränderte Werte.

Eine Arbeit der Universität Bochum gibt Hinweise, wie Beta-Sitosterin wirken könnte. Das Phytopharmakon erhöht die Produktion des Zytokins TGF (transforming growth factor)-ß1 in Kulturen von Prostata-Stroma-Zellen (Eur. Urol. 37, 2000, 735). Von TGF-ß1 ist bekannt, daß es auf Stroma-Zellen zytostatisch wirkt. In der Arbeit belegten die Forscher auch, das Beta-Sitosterin in Stroma-Zellen die Proteinkinase-C-Alpha, ein für die Zellteilung wichtiges Enzym, inaktiviert.

Hintergrundinformation gutartige Prostatavergrößerung
Die Vergrößerung der Prostata ist unter dem medizinischen Fachbegriff Benigne Prostata-Hyperplasie (BPH) bekannt. Etwa 50 Prozent aller Männer über 50 Jahre und sogar etwa 80 Prozent aller 80jährigen leiden unter einer gutartigen Vergrößerung der Prostata. Daher wird sie im Volksmund auch als Altersprostata bezeichnet.
Die typischen Symptome sind häufigeres Wasserlassen, nächtlicher Harndrang sowie das Gefühl unvollständiger Entleerung der Blase. Bei einer fortschreitenden Prostatavergrößerung können sich weitere krankhafte Zustände und Veränderungen einstellen, die zu schwersten Erkrankungen führen können.


Diese Information basiert auf verschiedenen Veröffentlichungen. Für die Richtigkeit der Aussagen übernehmen wir keine Haftung. Ferner sollte diese Information nicht zur Behandlung von Erkrankungen genutzt werden. Falls Sie Medikamente einnehmen oder in ärztlicher Behandlung sind, sollten Sie vor der Einnahme jeglicher Nahrungsergänzungsmittel Ihren Arzt zu Rate ziehen.
Die Anwendung von Nahrungsergänzungsmitteln bei Kindern sollte in jedem Fall mit dem behandelnden Arzt abgestimmt wer, da die meisten Studien mit Erwachsenen durchgeführt werden und Verzehrsempfehlungen für Kinder sowie eventuelle Nebenwirkungen nicht bekannt sind.