Heidelbeer-Extrakt

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  • Zuletzt aktualisiert: Montag, 30. Juli 2012 08:02
  • Veröffentlicht: Dienstag, 28. April 2009 06:59
  • Geschrieben von Lisa Oberländer
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Bilberry heißen unsere Heidelbeeren in Amerika. Sie spielten in der Volksheilkunde bereits seit dem 16. Jahrhundert eine anerkannte Rolle. Sie wurden (bzw. werden noch immer) bei Blasenbeschwerden, Durchfall, Entzündungen im Mund und Rachenraum und bestimmten Augenerkrankungen angewendet. Tee aus Heidelbeerblättern ist seit jeher bei Diabetikern beliebt.

Die bioaktiven Eigenschaften der Bilberry sind auf bestimmte Farbstoffe und Pigmente zurückzuführen, die reichlich in diesen Beeren vorkommen. Diese werden als Anthocyane bezeichnet. Die Anthocyane, die Mitglied der großen Familie der Flavonoide sind, haben vor allem antioxidative Eigenschaften. Sie bekämpfen freie Radikale, deren zerstörerische Angriffe für die Entstehung vieler Alterserscheinungen  verantwortlich sind.

Augenleiden wie Grauer Star oder Makula-Degeneration werden vor allem auf oxidative Schäden durch freie Radikale zurückgeführt. Die Makula ist der Teil der Netzhaut, der für das scharfe Sehen sorgt. Makula-Degeneration ist die Hauptursache für den Verlust des Sehvermögens bei älteren Menschen. Die Anthocyane der Heidelbeere können diesen Teil der Netzhaut schützen.

Studien belegen, dass der regelmäßige Verzehr von Bilberry-Extrakt die Sehschärfe verbessern kann. Studienteilnehmer berichteten außerdem über eine schnellere Anpassung an die jeweiligen Lichtverhältnisse und eine verbesserte Nachtsicht.

Weitere positive Wirkungen sind belegt bei Netzhautentzündung, Nachtblindheit sowie Sehstörungen, die oft als Folge von Diabetes auftreten. Anthocyane haben eine günstige Wirkung auf die Erscheinungen der diabetischen Retinopathie. So kommt es bei Diabetes zu einer anormal erhöhten Synthese von Bindegewebe in den Blutgefäßen. Diese führt zu Gefäßausweitungen und Gefäßverschlüssen, zu Blutungen und Ablagerungen im Auge, die im schlimmsten Fall zur Erblindung führen können. Inzwischen konnte experimentell nachgewiesen werden, dass es durch die Einnahme von Anthocyanen zu einem Rückgang der erhöhten Synthese von Bindegewebe kommt. Dem entsprechen die Resultate klinischer Untersuchungen: Während der Einnahme eines Anthocyan-Präparates kam es zu einer deutlichen Verbesserung der diabetischen Retinopathie und des Augenhintergrundes.

Heidelbeeren können die Funktion des Auges unterstützen, indem sie die Mikrozirkulation fördern. Sie können somit eine wertvolle Hilfe sein, die Funktionsfähigkeit der Augen zu schützen und zu erhalten. Diese antioxidative Aktivität der Anthocyane beschränkt sich übrigens nicht nur auf das Auge. Sie können auch das Kollagen schützen, welches im Körper eine wichtige strukturgebende Grundsubstanz ist. Dieser Schutz ist von Bedeutung, weil vor allem Mikroentzündungen, die vermehrt im Alterungsprozess auftreten, Kollagen zerstören. Aber auch akute oder chronische Entzündungen, wie z.B. rheumatische Arthritis, zerstören Kollagen.
Eine gesunde Kollagenstruktur der Blutgefäße bis in die kleinsten Kapillaren ist für die Versorgung der Zellen mit Nährstoffen sowie den Abtransport von Stoffwechselprodukten notwendig.

Wie viele andere Flavonoide bewirken auch Anthocyane, dass sich Blutplättchen weniger leicht verklumpen. Sie helfen damit, sich vor Arteriosklerose und Thrombosen zu schützen.

Farbstoffe aus Heidelbeeren hemmen ein Enzym, das bei Entzündungen eine Schlüsselrolle spielt. Das haben Forscher der Universität Würzburg herausgefunden. Ihre Ergebnisse sind möglicherweise für die Therapie von entzündlichen Darmerkrankungen von Bedeutung. In der Fachzeitschrift Molecular Nutrition & Food Research hat Bastian Knaup die Ergebnisse gemeinsam mit Anett Oehme und mit seinen Betreuern Professor Peter Schreier und Anagnostis Valotis veröffentlicht. Im Laborversuch hemmen die Farbstoffe aus Heidelbeeren das Enzym Lipoxygenase. Dieses Enzym spielt bei Entzündungsprozessen eine wichtige Rolle. "Auf diesem Weg könnten die Anthocyane eine gesundheitsfördernde Wirkung entfalten", meinen die Würzburger Lebensmittelchemiker.

Bilberry hat sich bewährt bei Migräne und Spannungskopfschmerz. Meist  kommt es bei Migräne zu einer starken Verengung der empfindlichen Blutgefäße  im Kopf, der anschließend eine Erweiterung dieser Blutgefäße folgt. Ein auslösender Faktor lässt zunächst die Blutgefäße enger werden, was zum Krankheitsbild  der Migräne führt - normalerweise eine Veränderung der optischen Wahrnehmung oder funkelnde Lichter, die im Gesichtsfeld erscheinen. Anschließend dehnen sich  die Blutgefäße wieder aus, was Kopfschmerz, Übelkeit und Licht- bzw. Lärmempfindlichkeit nach sich zieht.
Neu in diesem Zusammenhang sind jedoch die Erkenntnisse über die positiven Wirkungen eines Blaubeerkonzentrates. Denn bei Migräne und Spannungskopfschmerzen sind es die Erweiterungen und Entzündungen kleinster, kapillarer Blutgefäße im Gehirn, die an der Entstehung der gefürchteten Schmerzen beteiligt sind. Die enthaltenen Anthocyane fördern sowohl die Durchlässigkeit der Gefäße als  auch ihre Elastizität auf natürliche Weise.

Eine neue Studie um den Wissenschaftler Mitchel Seymour von der University of Michigan zeigt, dass Heidelbeeren helfen, das Körperfett zu reduzieren. Amerikanische  Forscher entdeckten, dass Ratten, die täglich eine Mahlzeit mit Bilberry bekamen, Bauchfett abbauten. Die Wissenschaftler fügten die Beeren in Pulverform dem gewöhnlichen Futter hinzu. Obwohl Ratten für Fettleibigkeit anfällig sind, hatten sie nach 90 Tagen weniger Fett im Taillenbereich als diejenigen, die normales Futter bekamen. Bauchfett erhöht das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes. Es wurde weiterhin festgestellt, dass die Ratten der Bilberry-Gruppe einen niedrigeren Blutzucker- und Cholesterinspiegel hatten.
Noch besser waren die Ergebnisse bei einer Gruppe, die zusätzlich eine fettfreie Diät bekam. Ein hohes Niveau an phytochemischen Bestandteilen und natürlichen Antioxidantien Bilberry sind für diese gesundheitsfördernde Wirkung verantwortlich.
Der an der Studie beteiligte Wissenschaftler Mitchel Seymour fasst zusammen: „Bilberry haben Einfluss auf die Gene, die für die Verbrennung und Einlagerung von Körperfett verantwortlich sind. Wir sind sehr zuversichtlich, dass Heidelbeeren gut geeignet sind, um Herz-Kreislauferkrankungen, welche Ursache von Herzinfarkt, Diabetes und Schlaganfall sein können,  zu reduzieren.“

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Eine Forschungsarbeit von Wissenschaftlern der Universität Lund http://www.lu.se hat gezeigt, dass die Beeren auch Darmentzündungen lindern und davor schützen können. Der Entzündungsschutz wird sogar noch größer, wenn die Beeren gemeinsam mit probiotischen Lebensmitteln verzehrt werden.
Die Studie sollte erforschen, ob verschiedene Typen von probiotischen Keimen - insbesondere Lactobazillen und Bifidobakterien - vorbeugend gegen Colitis und Dickdarmkrebs wirken können. In der Vergangenheit standen diese Substanzen immer wieder unter Beschuss, da der Nachweis der Wirksamkeit nicht eindeutig bewiesen werden konnte.
Wenn die Beeren mit den Probiotika gemeinsam gegessen wurden, konnten man im Blut höhere Werte von Butter- und Propansäure feststellen. Diese beiden Säuren, die bei der Aufspaltung von Ballaststoffen entstehen, wirken positiv beim Aufbau einer effektiven Immunabwehr. "Was uns erstaunt hat, war die Tatsache, dass die großen Mengen an Buttersäure nicht nur von den Darmzellen aufgenommen wurden, sondern auch ins Blut gelangt sind", so Ernährungsforscherin Camilla Bränning, die gemeinsam mit Asa Hakansson http://www.appliednutrition.lth.se an dem Projekt gearbeitet hat.
Ein weiterer Grund für den extrem positiven Effekt liegt auch darin, dass die Heidelbeer-Faserstoffe nicht im Dickdarm abgebaut werden. Das bedeutet, dass die entzündungshemmenden Substanzen nicht in Kontakt mit der Darmschleimhaut kommen, sondern in den Fasern eingelagert bleiben und mit dem Kot ausgeschieden werden, erklärt Bränning.

Studie: Anthocyane schützen vor Parkinson

Wer regelmäßig Beerenfürchte verzehrt, trägt ein geringeres Risiko für Parkinson. Das ist das Ergebnis einer Langezeituntersuchung, die auf dem 63. Jahrestreffen der "American Academy of Neurology" in Honolulu präsentiert wurde.
An der Studie nahmen fast 50.000 Männer und mehr als 80.000 Frauenteil. Über einen Zeitraum von 20 Jahren füllten die Probanden Fragebögen zum Lebensstil aus. 805 Teilnehmer der Studie erkrankten in dieser Zeit an der Parkinson-Krankheit. Die Auswertung zeigte, dass Männer, die besonders viel Obst gegessen hatten, ihr Krankheitsrisiko um 40 Prozent senken konnten. Bei Frauen hingegen fand sich lediglich ein positiver Effekt von Beeren. Anderes Obst hatte keinen Einfluss auf ihr Parkinsonrisiko.
In Obst stecken besonders viele Flavonoide. Diese sekundären Pflanzenstoffe wirken als Antioxidantien und schützen unter anderem auch vor Herz-Kreislauf Erkrankungen. Insbesondere Beeren enthalten dabei eine spezielle Untergruppe der Flavonoide, die sogenannten Anthocyane.
"Dies ist die erste Studie, die den Zusammenhang von Flavonoiden und Parkinsonrisiko beim Menschen nachweist", erklärt Studienleiter Xiang Gao von der Harvard School of Public Health in Boston. "Unsere Ergebnisse belegen, dass Flavonoide, insbesondere Anthocyane, die Nervenzellen schützen können und so einen natürlichen Schutz vor Parkinson bieten."
 

Diese Information basiert auf verschiedenen Veröffentlichungen. Für die Richtigkeit der Aussagen übernehmen wir keine Haftung. Ferner sollte diese Information nicht zur Behandlung von Erkrankungen genutzt werden. Falls Sie Medikamente einnehmen oder in ärztlicher Behandlung sind, sollten Sie vor der Einnahme jeglicher Nahrungsergänzungsmittel Ihren Arzt zu Rate ziehen.
Die Anwendung von Nahrungsergänzungsmitteln bei Kindern sollte in jedem Fall mit dem behandelnden Arzt abgestimmt wer, da die meisten Studien mit Erwachsenen durchgeführt werden und Verzehrsempfehlungen für Kinder sowie eventuelle Nebenwirkungen nicht bekannt sind.