Acetyl-L-Carnitin

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  • Zuletzt aktualisiert: Montag, 30. Juli 2012 08:02
  • Veröffentlicht: Montag, 03. August 2009 09:19
  • Geschrieben von med. Consultant
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Acetyl-L-Carnitin (ALC) wird in verschiedenen Geweben des Körpers gespeichert. So ist es auch  in vielen Lebensmitteln vorhanden, wie zum Beispiel in Rinder- und Schweinefleisch. Pflanzliche Lebensmittel haben einen wesentlich geringeren Carnitingehalt. Da L-Carnitin wasserlöslich ist, und es bei Temperaturen über 100 Grad zerstört wird, bieten sich Nahrungsergänzungen mit Acetyl-L-Carnitin an um den zellulären Energiestoffwechsel zu steigern. Das Acetyl-L-Carnitin wird im Dünndarm resorbiert.

In Herz- und Skelettmuskulatur sind 98 % der L-Carnitinreserven gespeichert. Über die Nieren werden täglich etwa 20 mg in den Urin ausgeschieden. Der Normalwert des L-Carnitins im Plasma liegt zwischen 40 und 80 µmol/l, wovon etwa 70–85 % als freies Carnitin verfügbar sind. Der Rest liegt als Acylcarnitin verestert vor.


Da L-Carnitin ein wasserlösliches Molekül ist, wird es bei einer Hämodialyse mit aus dem Blut der Nierenpatienten entfernt. Dies hat die Folge, dass Dialysepatienten sehr niedrige L-Carnitin-Blutwerte haben. Patienten mit fortgeschrittener Niereninsuffizienz nehmen häufig L-Carnitin, entweder oral oder intravenös, um diese Verluste wieder auszugleichen.

Wird eine Körpergewichtsabnahme mittels Sport und Diät angestrebt, wird Acetyl-L-Carnitin als Ergänzung empfohlen, um einen besseren Umsatz der Fettsäuren zu erreichen. Das L-Carnitin wird benötigt um langkettige Fettsäuren zur Verbrennung in die Mitochondiren einzuschleusen.  Da der Stoffwechsel bei Übergewichtigen i. d. R. nicht an die körperliche Leistung angepasst ist, wird er angekurbelt.

ALC kann die Blut-Hirn-Schranke passieren und ist an der Bildung von Acetylgruppen für die Synthese des Neurotransmitters Acetylcholin beteiligt. Es spielt daher eine besondere Rolle im Energiestoffwechsel von Gehirn und Nervenzellen. Acetyl-L-Carnitin ist wichtig für eine gute Gedächtnisleistung. Bei Senioren ergibt sich durch verschiedene Alterungsprozesse, vor allem des degenerativen Nervensystems, ein erhöhter Bedarf der durch die Supplementierung von Acetyl L-Carnitin gedeckt werden kann.

Das ACL im Gehirn sorgt durch Steigerung der Energieumwandlung in den Gehirn-Mitochondrien für verbessertes Lernen und Gedächtnisleistung, verbessertes Kurzzeit und Langzeitgedächtnis, sinkende Vergesslichkeit und erhöhte Wachheit.  

Acetyl L-Carnitin verbessert die Nervenerregbarkeit auf die beiden Botenstoffe (Acetylcholin und Serotonin). Es erleichtert die die erregenden und hemmenden Wirkungen des Serotonins, welches die „mentale Zufriedenheit“ unterstützt.  (Antidepressiva wirken dem Abbau von Serotonin entgegen, um die Stimmung zu heben).

Im Jahre 2002 haben Wissenschaftler der Universität Leipzig erstmals nachgewiesen, dass L-Carnitin als Nahrungsergänzung den Abbau von langkettigen Fettsäuren bei gesunden Erwachsenen ohne L-Carnitin-Mangel steigern kann.

Ein niedriger Acetyl L-Carnitin Gehalt kann eine niedrige Spermienzahl und Mobilität bedingen. Eine Supplementierung brachte Verbesserung der gesamten männlichen Funktion.

 

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Quellen:
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