Aronia: Die neue Superfrucht

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  • Kategorie: Wirkstoffe A - C
  • Zuletzt aktualisiert: Montag, 30. Juli 2012 08:34
  • Veröffentlicht: Montag, 30. Juli 2012 08:34
  • Geschrieben von Lisa Oberländer
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Von Heiner Lütke-Twenhöven, Dipl.-Oecotrophologe

Geht es um das Thema Anti-Aging, wird der Name der Aronia-Beere in Zukunft wohl öfter fallen. Die Beere hat nämlich einen besonders hohen Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen, den sogenannten Polyphenolen.

Dieser Polyphenolgehalt ist ungefähr fünfmal höher als in anderen Beeren. Die Superbeere schützt sich mit diesen Stoffen vor Bakterien, Viren, Pilzen und vor zu intensiver UV-Strahlung durch die Sonne. Schon lange ist bekannt, dass der Verzehr von Beerenfrüchten auch für den Menschen äußerst gesundheitsförderlich sein kann. Bei uns Menschen können die sekundären Pflanzenstoffe ebenfalls schädliche Bakterien und Viren abtöten.

Das Erstaunliche an der Aronia-Beere ist: Sie vereint alle positiven Eigenschaften von Beeren und verfünffacht diese. Damit erweist sich die Aronia-Beere als echte Superfrucht und Allrounder in Sachen Gesundheitsförderung und Prävention.

Woher stammt Aronia?

Ursprünglich kommt die Beere aus Amerika, wo sie traditionell von Indianern als Heilpflanze genutzt wurde. Die ersten schulmedizinischen Erkenntnisse zu Aronia stammen aus der ehemaligen Sowjetunion. Dort wird sie schon seit über 30 Jahren verwendet. Vor allem bei Bluthochdruck und bei Vitaminmangelzuständen werden die sogenannten Vitamin P-Tabletten eingenommen. Dabei handelt es sich um Aronia-Beerenextrakt versetzt mit Vitamin C. In den siebziger Jahren wurde die Beere dann auch in Osteuropa populär. In der Ukraine, Polen, Tschechien und der Slowakei wird sie vor allem zur Behandlung von Arteriosklerose und Bluthochdruck verwendet.

Antioxidativer Schutz

Insbesondere ist der hohe Gehalt an Anthocyanen in der Aronia-Beere interessant. Wie die Carotinoide gehören auch die Anthocyane (griechisch: anthos= Blüte, kyanos = dunkelblau) zu den natürlichen Farbstoffen (Flavonoiden) einer Pflanze. Dieser Farbstoff hat eine starke antioxidative Wirkung und schützt die Zellen vor sogenannten radikalen Verbindungen. Diese fallen vor allem beim Energiestoffwechsel an. Ähnlich wie beim Auto, welches Abgase produziert, produzieren unsere Zellen bei der Energieversorgung freie Radikale. In diesem Zusammenhang wird auch oft von "Oxidativem Stress" gesprochen. Der bekanntesten Gegenspieler um diesen Zellstress abzufangen ist das Vitamin C. Aber auch die Anthocyane können Zellstress sehr gut abfangen. Die Wirkung ist oftmals sogar um ein vielfaches höher als bei Vitamin C. Eine Studie aus dem Jahre 2005 konnte feststellen, dass sich der Oxidative Stress nach einem standartisierten Aronia-Extrakt deutlich reduziert hat (Kowalczyk et al.).

Magen-Darm-Galle Schutz

Mit Aronia-Saft oder Pulver wurden in der ehemaligen Sowjetunion Magen-,
Darm-, Galle- und Leber-Beschwerden behandelt. Durch die gallentreibenden Inhaltsstoffe können Leber und Gallenblasenerkrankungen gelindert werden. Weiterhin haben die Polyphenole einen reduzierenden Effekt auf die Produktion von Gastrin und Histamin im Magen. Demzufolge schützen sie die Magenschleimhaut und können sich günstig bei säurebedingten Magenbeschwerden auswirken. Außerdem konnte ein Rückgang von Magengeschwüren nach der Gabe von Aronia-Extrakt festgestellt werden. (Matsumoto et al., 2004)

Schutz vor Arteriosklerose und erhöhtem Cholesterinspiegel

Auch das gefürchtete LDL-Cholesterin ("böses Cholesterin") ist durch sekundäre Pflanzenstoffe besser vor Oxidation geschützt. Wird Cholesterin oxidiert, wird es sehr klebrig und setzt sich an den Gefäßen ab - Gefäßverkalkung kann die Folge sein (Skoczynska et al. 2007).

Glucose-Spiegel

In einer Studie von Simeonov aus dem Jahre 2002 konnte nachgewiesen werden, dass sich der Verzehr von Aronia-Saft günstig auf den Blutzuckerspiegel auswirken kann. Die Teilnehmer, die drei Monate lang täglich Aronia-Saft getrunken hatten, zeigten deutlich niedrigere Blutzuckerspiegel als die Kontrollgruppe (Simeonov et al., 2002).

Schutz vor radioaktiver Strahlung

Die Aronia-Beere kann Schwermetalle binden und die Ausscheidung von radioaktiven Stoffen begünstigen (Andyskowski et al., 1998).

Besonders hochwertig: Standardisierter Aronia-Extrakt

Die frischen Aronia-Beeren eignen sich nicht für den direkten Verzehr, da diese sehr sauer sind und einen durchdringenden Geschmack haben. Deshalb werden die Beeren meist zu Säften verarbeitet oder in Form von Extrakten angeboten. Beim Kauf von Aronia-Kapseln ist besonders ein standardisierter Extrakt zu empfehlen. Bei der Herstellung wird der Extrakt solange konzentriert, bis dieser beispielsweise einen Anthocyan-Anteil von 20% erreicht. Durch diese Extraktion ist der Anteil an sekundären Pflanzenstoffen immer gleich und nicht vom Reifegrad oder der Sonneneinstrahlung der Früchte abhängig.

Referenzen:
Kowalczyk et al. (2005), The influence of anthocyanins from Aronia melanocarpa on selected parameters of oxidative stress and microelements contents in men with hypercholesterolaemia (Polish), Pol Merkur Lekarski 19: 651-653

Matsumoto et al. (2004), Gastroprotective effect of red pigments in black chokeberry fruit (Aronia melanocarpa Elliot) on acute gastric hemorrhagic lesions in rats, J Agric Food Chem 52: 2226-2229

Skoczynska et al. (2007), Influence of chokeberry juice on arterial blood pressure and lipid parameters in men with mild hypercholesterolemia, Pharmacol Rep 59: 177-182 Tanaka and Tanaka (2001), Chemical components and characteristics of Black chokeberry, Nippon Shokuhin Kagaku Kogakukai 48 (8), 606-610

Simeonov et al. (2002), Effects of Aronia melanocarpa juice as part of the dietary regimen in patients with diabetes mellitus, Folia Med (Plovdiv) 44: 20-23

Andryskowski et al. (1998), The effect of natural anthocyanin dye on experimental radiation
sickness, Acta Pol Toxicol 6: 155 Andryskowski et al. (1998), The effect of natural anthocyanin dye on superoxide radical generation and chemiluminescens in animal after absorbed 4 Gy dose of gamma radiation, Pol J Environ Stud 7: 357


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