Aloe Vera

Die wahre Aloe

Wegen ihres ähnlichen Aussehens wird die Aloe Vera oft der Familie der Kakteen zugeordnet; tatsächlich gehört sie aber zur Familie der Liliacen. Sie wächst in Afrika, Mittel- und Südamerika, im Süden der USA und in Mittelmeergebieten mit heißen, trockenen Sommern und milden Wintern. Es dauert vier bis fünf Jahre, bis die Wirkstoffe in den Blättern voll entfaltet sind. Aus diesen fleischigen, stacheligen Blättern wird Aloe Vera Saft bzw. Aloe Vera Gel gewonnen.

Aloe Vera ist eine Wüstenlilie und wird als Heilpflanze schon seit einigen tausend Jahren in verschiedenen Kulturen geschätzt. Schon die chinesischen Kaiser wussten um den gesundheitlichen Wert der Aloe Vera und Kleopatra kannte ihren Wert zur Erhaltung einer schönen Haut. Bis heute sind die äußeren Wirkungen der Aloe Vera bei Hauterkrankungen, wie beispielsweise Akne und Schuppenflechte (Psoriasis), vor allem der Kosmetikindustrie bekannt.

Etwas weniger geläufig war bisher die innerliche Anwendung von Aloe-Präparaten, obgleich die Pflanze in der Volksmedizin schon seit langem für die verschiedensten Indikationen eingesetzt wird. Heute weiß man, dass von den über 300 bekannten Aloe Arten die Aloe Barbadensis Miller einen besonders hohen Anteil an Wirkstoffen aufweist und nachweislich über die beste Wirkung auf Haut und Organismus verfügt. Keine andere Pflanze enthält mehr regenerierende Vitalstoffe wie z.B. die Vitamine A, B, C, und E, viele Mineralien, Aminosäuren, Enzyme und wertvolle Polysaccaride. Aloe Vera enthält einen hohen Anteil an sekundären Pflanzenstoffen, (diese wirken 100mal stärker antioxidativ als Vitamin C und E). Die über 160 (!) Wirkstoffe der Aloe Vera werden u.a. als Nahrungsergänzung zur Regeneration des menschlichen Organismus von innen eingesetzt.

Aloe Vera - Was ist dran?
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Aloe Vera als Nahrungsergänzungsmittel

Prinzipiell muss zwischen zwei Aloe-Produkten unterschieden werden: Aloe Vera Gel und Aloe Vera Saft (=Latex). Aloe Vera Gel ist eine schleimartige Substanz, die aus den inneren Blattbestandteilen gewonnen wird. Der bittere, gelbe Aloe Saft wird aus äußeren Blattbestandteilen gewonnen und enthält die abführend wirkenden Stoffe (sog. Anthrachinonglykoside) Aloin A und B. Aloe-Produkte für innerliche Zwecke werden u.a. zur Behandlung von Verstopfungen, Wunden, Diabetes, Arthritis, Asthma und Immunschwächen empfohlen. Trotz einer Vielzahl von diversen Studien ist die Frage nach den Hauptwirkstoffen ungeklärt. Die abführende Wirkung ist wissenschaftlich so gut gesichert, dass sie von den Registrierungsbehörden wie beispielsweise der amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) auch akzeptiert wird. (7)

Aloe Vera enthält u.a. den Wirkstoff Arabinan, der Studien zur Folge eine Senkung des Blutzuckerspiegels verursachen kann. So stellte man fest, das Aloe Vera Extrakt aus dem Blattgel aufgrund seiner senkenden Wirkungen auf den Blutglucosespiegel hilfreich bei der Behandlung von nicht-insulinabhängigem Diabetes mellitus sein kann.(2) Zusätzlich wurde festgestellt, dass die orale Aufnahme von Aloe Vera Blutfett senkende Eigenschaften besitzt und die Einnahme einen erhöhten Blutfett-Spiegel günstig beeinflussen kann.(3)

Des weiteren soll die orale Einnahme von Aloe Vera auch bei der Behandlung von Asthma, Magengeschwüren und allgemeiner Immunschwäche wirksam sein.(4, 5, 6). Für diese Wirkungen soll Acemannan im Aloe Vera verantwortlich sein. In verschiedenen Studien konnte festgestellt werden, das Acemannan möglicherweise das Immunsystem stimuliert und das Virenwachstum hemmt.(4, 5, 6)

Anlässlich der Jahrestagung der Internationalen Gesellschaft für Angiologie 1984 in San Antonio, USA, berichtete der indische Kardiologe Dr. Ohm Prakash Agarwal über seine Erfahrungen mit Aloe Vera bei Herz-Kreislauferkrankungen. Er hatte über einen Zeitraum von fünf Jahren 5.000 Patienten behandelt. Das Alter der Patienten betrug 35 bis 65 Jahre, zwei Drittel waren Männer und zwei Drittel hatten Diabetes. Bei allen Patienten ließ das EKG eine Mangeldurchblutung des Herzens erkennen. Bei gut einem Drittel bestand Bluthochdruck. Die Hälfte rauchte täglich 10 bis 15 Zigaretten. Allen Patienten verordnete Dr. Agarwal täglich 100g Aloe Vera Mark. Dieses wurde in Fladen eingebacken. Der Arzt führte aus, dass das Gel als Nahrungsergänzung die Zahl der Angina-Pectoris-Anfälle bei seinen Patienten um 95 % verringert habe. Oft sind bei den Patienten gleichzeitig die Blutfette und der Blutdruck erhöht. Dr. Agarwal beobachtete eine deutliche Senkung des Cholesterin- und Blutfettspiegels, sowie einen Anstieg der Lipoproteine (gutes Cholesterin HDL). Alle drei Faktoren senken das Herzinfarktrisiko. Es sind lt. Dr. Agarwal in keinem einzigen Fall Nebenwirkungen aufgetreten.(1)

Aloe Vera Gel enthält zahlreiche gesundheitsförderliche Bestandteile. Nachgewiesen wurden in der Aloe bisher rund 160 Wirkstoffe. Hierzu zählen Vitamine, Mineralstoffe, Aminosäuren, Enzyme und wertvolle Polysacharide (z.B. Cellulose, Manose), Lignine, Saponine, Salicylsäure und ätherische Öle.

Der Hauptwirkstoff, das Acemannan, erhöht die Widerstandkraft der Zellmembranen gegen Viren und Bakterien.
Als Nahrungsergänzung dient Aloe Vera zur Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens. Sie wirkt stärkend, vitalisierend und harmonisierend auf den gesamten Körper. Heilpraktiker setzen Sie unter anderem gerne zur Unterstützung der Abwehrkräfte, bei Magenbeschwerden und Verdauungsstörungen, Allergien, Asthma, Pilzerkrankungen, zur Senkung erhöhter Blutfettwerte sowie bei Diabetes ein.
Zur wirksamen Hautpflege wird das durchsichtige Gel der Innenschicht des Blattes (Blattmark) verwendet. Dieses Gel hat eine stark Feuchtigkeit spendende Wirkung und wird problemlos von der Haut aufgenommen. Es unterstützt den Heilungsprozess sowie die Zellerneuerung und besitzt eine entzündungshemmende Wirkung.


Quellen:
(1) Auszüge aus dem Buch „Gesund und schön mit Aloe Vera“ von Robert Dehin – Ariston-Verlag
(2) Phytother Res 2001 Mar; 15 (2): 157-61
(3) Br J Gen Pract 1999 Oct; 49 (447): 823-8
(4) Hart LA, et al. Effects of low molecular weight constituents from Aloe vera gel on oxidative metabolism and cytotoxic and bactericidal activities of human neutrophils. Int J Immunol Pharmacol 12: 427–434, 1990.
(5) Sheets MA, et al. Studies of the effect of acemannan on retrovirus infections: Clinical stabilization of feline leukemia virus-infected cats. Mol Biother 3: 41–45, 1991.
(6) Kemp MC, et al. In-vitro evaluation of the antiviral effects of acemannan on the replication and pathogenesis of HIV-1 and other enveloped viruses: Modification of the processing of glycoprotein precursors. Antiviral Res 13(Suppl. 1): 83, 1990.
(7) Hagers Handbuch der Pharmazeutischen Praxis, 5. Auflage, Springer Verlag, 1995

Diese Information basiert auf verschiedenen Veröffentlichungen. Für die Richtigkeit der Aussagen übernehmen wir keine Haftung. Ferner sollte diese Information nicht zur Behandlung von Erkrankungen genutzt werden. Falls Sie Medikamente einnehmen oder in ärztlicher Behandlung sind, sollten Sie vor der Einnahme jeglicher Nahrungsergänzungsmittel Ihren Arzt zu Rate ziehen.
Die Anwendung von Nahrungsergänzungsmitteln bei Kindern sollte in jedem Fall mit dem behandelnden Arzt abgestimmt wer, da die meisten Studien mit Erwachsenen durchgeführt werden und Verzehrsempfehlungen für Kinder sowie eventuelle Nebenwirkungen nicht bekannt sind.