Cordyceps: Kräftigend und aphrodisierend für Energie und Ausdauer

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  • Zuletzt aktualisiert: Freitag, 27. September 2013 10:27
  • Veröffentlicht: Freitag, 27. September 2013 10:04
  • Geschrieben von Martin Michalowski
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Vitalpilze sind spannend! Wollen Sie mehr darüber wissen?

Wir stellen Ihnen in den nächsten Monaten hier jeweils einen Pilz davon vor. Heute geht es um den unglaublichen, ja sogar schon mystisch wirkenden Cordyceps, der so etwas wie ein Doppelorganismus ist.

Botanisch: Cordyceps Sinensis
Chinesisch: Dong Chong Xia Cao
Tibetisch: Jartsa Gunbu
Deutsch: Chinesischer Raupenpilz, Tibetischer Raupenpilz, Tibetischer Raupenkeulenpilz

Der Cordyceps wird wahrscheinlich schon seit mindestens 1.000 Jahren gesammelt und genutzt. Die erste Erwähnung findet der Pilz in der Traditionellen Tibetischen Medizin im 15. Jahrhundert durch den Arzt Surkhar Nyamnyi Dorje (1439–1475). In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird er erstmals im Jahr 1694 von Wang Ang verzeichnet.

Cordyceps nimmt eine Sonderstellung innerhalb der Vitalpilze ein. Sein chinesischer Name Dong Chong Xia Cao bedeutet übersetzt so viel wie "Wintergras, Sommerwurm". Es handelt sich um einen merkwürdigen Doppelorganismus. Im Winter bleibt er wie ein üblicher Pilz im Boden, im Sommer wächst er raus und verschießt Sporen, die sich auf einer Schmetterlingsraupe festsetzen und dort parasitieren. Die befallene Raupe vergräbt sich für den Winter im Boden, wo der Cordyceps an ihr weiter parasitiert und langsam aber sicher ihre inneren Organe zersetzt, ohne dabei die Chitin-Hülle der Raupe zu zerstören, bis er ihren Körper komplett ausgefüllt hat. Dann treibt er seine fingerförmigen Fruchtkörper aus und das Spiel beginnt von vorn.


Die Raupe, an welcher der Cordyceps parasitiert, lebt in hochgelegenen Gebieten von Tibet in bis zu 5000m Höhe. Sie wächst sehr langsam, ernährt sich von Hochgebirgspflanzen und hält während ihrer zweijährigen Entwicklung im Boden einer langen Hungerphase, Kälte sowie Sauerstoffmangel stand. Aufgrund dessen ist ihr Körper besonders reich an Glukanen, essenziellen Aminosäuren, spezifischen Enzymen, Vitaminen und vielen weiteren Stoffen.

Den nachgewiesenen Inhaltsstoffen Cordycepin, Ophicordin und Galactomannan werden das Immunsystem stimulierende, antibakterielle und antitumorale Eigenschaften zugeschrieben. Aus der Sicht der TCM stärkt und erwärmt Cordyceps die Nierenessenz JING und YANG, ernährt das Lungen-YIN, löst den Schleim TAN, stoppt Blutungen und stärkt die Schutzenergie WEI QI für die Körperoberfläche. Der Heilpilz wird als kräftigend und aphrodisierend gesehen, hat eine stärkende Wirkung auf die Geschlechtsorgane und auf das bei der Fortpflanzung und dem Geschlechtstrieb beteiligte neurologische System. Die Produktion von Geschlechtshormonen wird positiv beeinflusst. Ebenso erfolgreich wirkt er bei Müdigkeit, Gelenkbeschwerden, Atemwegserkrankungen, Entzündungen, Schlaflosigkeit und unregelmäßiger Menstruation. Cordyceps verbessert auch die Sauerstoffversorgung des Blutes.

Die über Jahrhunderte überlieferten positiven Wirkungen des Vitalpilzes auf den menschlichen Organismus sind durch Studien in den letzten Jahren bestätigt worden. Besonders die aus der TCM bekannte Verwendung als Aphrodisiakum (auch für Frauen) bzw. die effektive Erhöhung der sexuellen Ausdauer wurde in einer Studie an der Medizinischen Fakultät in Peking nachgewiesen. Bei einer Gruppe, die Extrakte aus dem Fruchtkörper des Raupenpilzes erhielt, stellte sich bei 31% der Personen eine deutliche Verbesserung der sexuellen Aktivität ein. Bei einer zweiten Gruppe, die einen Extrakt aus dem Myzel des Pilzes erhielt, lag die Rate der signifikanten Verbesserung sogar über 65%.

Wissenschaftlich nachgewiesen wurde auch, dass Cordyceps stark antibiotisch wirkt und beispielsweise das Wachstum von Clostridium ssp stoppen kann, wobei es nicht zu einer Zerstörung der wohlwollenden Darmbakterien kommt.

Studien belegen, dass der Cordyceps auch unser neuroendokrines Regelsystem beeinflusst. So stimuliert er z.B. die Hormonfreisetzung aus der Nebennierenrinde, wodurch er Stresssymptomen entgegenwirken kann. Dies ist neben der Steigerung der sexuellen Aktivität auch eine Erklärung für die Wirksamkeit bei Depressionen. Ähnlich dem Johanniskraut hat der Cordyceps hemmenden Einfluss auf bestimmte Enzyme (MAO), die für Depressionen verantwortlich gemacht werden.




Auch von Sportlern wird der Pilz gerne verzehrt, da seine leistungssteigernde Wirkung beachtlich ist. Chinesische Olympiasportler nehmen den Vitalpilz seit jeher zu sich, um ihre Leistung bei den Wettkämpfen zu erhöhen bzw. sich nach Trainingsanstrengungen schneller zu regenerieren. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die positive Wirkung des Vitalpilzes auf die Atmungsorgane und das Herz einer der Gründe für die Erhöhung der Leistungsfähigkeit und Ausdauer der Sportler ist.

Cordyceps ist wirksam bei:

  • schneller Regeneration der Muskeln (z.B. im Hochleistungssport)
  • sexuellen Funktionsstörungen
  • Immunsystemstimulierung, Infektionen
  • bakteriellen Entzündungen als natürliches Antibiotikum
  • Fettstoffwechselstörungen, Übergewicht
  • Stress
  • Chronischer Müdigkeit, Erschöpfungssyndrom
  • begleitender Therapie (Lunge, Prostata)
  • Angst, Unruhe
  • Immunschwäche
  • Rheuma
  • Steigerung der Leistungsfähigkeit und bei Ausdauerproblemen
  • Tinnitus
  • Bronchitis und Asthma
  • Entgiftung
  • Depressionen
  • Schlafstörungen

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