Cayenne gegen pfundige Probleme

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  • Zuletzt aktualisiert: Samstag, 28. Juli 2012 15:47
  • Veröffentlicht: Montag, 15. Dezember 2008 10:31
  • Geschrieben von Lisa Oberländer
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Scharf macht schlank. Die feurige Chilischote (Cayenne) ist eine starke Waffe im Kampf gegen Heißhungerattacken und überflüssige Pfunde. Bereits seit Jahren spricht man darüber, dass Chili Übergewicht entgegenwirken kann. Die rote Schote bringt den Stoffwechsel auf Hochtouren, erhöht den Energieumsatz und verhindert, dass sich Fettpölsterchen auf den Hüften und um den Bauch absetzen.

Forscher aus Taiwan konnten nun einen der Hintergründe der schlankmachenden Schärfe aufklären. Der Inhaltsstoff Capsaicin aus dem Chili treibt die Vorläuferzellen der Fettzellen regelrecht in den Selbstmord. Das Capsaicin schädigt die Mitochondrien der Vorläuferzellen. Damit sind die Zellen von der zelleigenen Energiemaschinerie abgeschnitten. Außerdem wirkt Capsaicin auf ein Molekül, das den Zelltod auslöst.

Dass Chili auch den Blutzucker in Schach hält, haben Forscher der University of Tasmania in Australien festgestellt. Die Wissenschaftler ließen 30 Testesser zunächst vier Wochen lang chilifreie Kost verzehren und stellten ihnen anschließend einen Speiseplan mit Chili zusammen. Das Ergebnis: Der Insulinspiegel stieg nach der chilireichen Kost jeweils wesentlich schwächer an als nach der ungewürzten Mahlzeit. Ein starker Anstieg des Insulinspiegels gilt als Risikofaktor für eine Gewichtszunahme.

Kennen Sie das auch? Das Essen schmeckt besonders gut und ist lecker gewürzt. Eine wohlige Wärme steigt in Ihnen hoch... Der Körper setzt Energie in Form von Wärme frei. In der Wissenschaft wird dieser Effekt als "Thermogenese" bezeichnet. Nach jedem Essen wird ein Teil der aufgenommenen Kalorien in Wärme umgewandelt. Cayenne kann diesen Effekt verstärken und so den Kalorienverbrauch erhöhen.

Weiterer positiver Nebeneffekt: Cayenne stärkt die Immunabwehr.

Der Chiliwirkstoff Capsaicin brennt nicht nur wie Feuer - er kann auch helfen, überflüssige Pfunde loszuwerden. Das berichten Forscher im "Journal of Proteome Research" (DOI: 10.1021/pr901175w).
Das Team um Jeong In Joo von der Daegu University in Korea beobachtete die Wirkung von Chili an jungen Ratten. Dazu teilten sie die Labornager in drei Gruppen auf: Die erste bekam fettreiches Futter und erhielt zusätzlich Capsaicin. Die zweite Gruppe erhielt ebenso reichhaltige Mahlzeiten, allerdings ohne zusätzliche Chiliwirkstoff. Ein dritte Gruppe von Kontrollratten wurde mit normaler Kost gefüttert.
Das Ergebnis: Die Capsaicin-Ratten verloren im Vergleich zu ihren ebenfalls gemästeten Artgenossen acht Prozent an Gewicht. Besonders die Menge des weißen Fettgewebes war bei ihnen deutlich geringer als bei den Nagern ohne Capsaicin-Unterstützung. Das weiße Fettgewebe produziert zahlreiche Botenstoffe, die den Stoffwechsel beeinflussen. Große Mengen davon gelten als Hauptauslöser für verschiedene Erkrankungen, vor allem Diabetes.
Als die Forscher das Fettgewebe der Mäuse unter dem Mikroskop untersuchten, konnten sie überdies feststellen, dass die Fetttröpfchen in den Fettzellen der Caspaicin-Ratten deutlich kleiner waren als in denen ihrer dicken Artgenossen. Überdies hatte sich der Anteil verschiedener Schlüsselproteine im Fettgewebe so verändert, dass sie die Fettverbrennung ankurbelten. "Das zeigt, das Capsaicin die Fettanreicherung signifikant hemmt", schreiben die Forscher.