Was alle Frauen über 45 wissen sollten

  • Hauptkategorie: News
  • Kategorie: Wechseljahre
  • Zuletzt aktualisiert: Samstag, 28. Juli 2012 15:47
  • Veröffentlicht: Montag, 14. Juli 2008 23:00
  • Geschrieben von Lisa Oberländer
  • Zugriffe: 6847
Wirklich freiwillig tritt wohl keine Frau in diese Lebensphase: Es gibt vielerlei Anzeichen dafür, dass eine Frau sich möglicherweise in den Wechseljahren befindet. Die meisten sind leider unangenehmer Natur: Von Blutungsstörungen, plötzlichen Hitzewallungen und Schweißausbrüchen, Schlafstörungen, Gelenkschmerzen bis hin zu depressiven Verstimmungen und allgemeinem Erschöpfungsgefühl reicht die Skala der Beschwerden, die durch die hormonelle Umstellung zum Ende der fruchtbaren Zeit in Erscheinung treten können.
So unterschiedlich Frauen die Zeit der Wechseljahre erleben, so unterschiedlich ist auch die Ausprägung von körperlichen und seelischen Erscheinungen: Etwa jede dritte Frau leidet unter einer massiven Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität, ein Drittel hat mäßige Beschwerden und etwa ein Drittel der Frauen hat keine oder nur ganz geringe Probleme.

Doch damit nicht genug. Bei vielen Frauen kommt es im Verlauf der Wechseljahre zu einer Gewichtszunahme und Fettumverteilung. Auch Haarausfall und Demineralisierung der Knochen können mit von der Partie sein. Die Haut wird dünner, die Haare verlieren an Spannkraft und Frisur hält nicht mehr. Mitunter kommt es auch zu häufigem Zahnfleischbluten.

Im Gegensatz zu früher, als mit Eintritt der Wechseljahre das Alter vor der Tür stand, gehört man heute nicht mehr zum alten Eisen, sondern kann in einen neuen Lebensabschnitt durchstarten.

Wenn Sie unter Wechseljahresbeschwerden leiden, können Sie mit Ihrem Arzt über eine Hormonbehandlung sprechen. Doch auch Mutter Natur hält eine Reihe sanft wirkender Schätze bereit, die Ihnen die Phase der Umstellung angenehmer gestalten können.
Phytoöstrogene sind Substanzen, die in vielen Pflanzen vorkommen und hormonähnliche Wirkungen haben können. Insbesondere Soja ist für seinen hohen Gehalt an den Pflanzenöstrogenen Isoflavone bekannt. Interessanterweise leiden ca. 80% der Frauen in westlichen Gesellschaften an Hitzewallungen während der Wechseljahre, während im asiatischen Raum, wo der Verzehr von Sojaprodukten traditionell hoch ist, weniger als 20% betroffen sind. Darüber hinaus konnte in verschiedenen Studien nachgewiesen werden, dass der Verzehr von Sojaprotein die Rate von Hitzewallungen ebenso wie vaginale Trockenheit deutlich reduzieren konnte. Auch auf das Herz-Kreislaufsystem hat Soja einen positiven Einfluss, indem es den Cholesterinspiegel senkt. In einer Doppelblindstudie konnte der Mineralstoffverlust in der Wirbelsäule durch Verzehr von 40 g Sojaproteintäglich sogar verhindert werden.

Es gibt außerdem Möglichkeiten, den Mineralverlust der Knochen (Osteoporose) zu stoppen oder sogar umzukehren.
Da Salz- und Koffeinkonsum den Calciumverlust im Urin steigern, empfiehlt es sich, den Verzehr diese Substanzen gering zu halten. Das Gleiche gilt für die so genannten Softdrinks, die vermutlich aufgrund ihres Gehalts an Phosphorsäure den Calciumblutspiegel ebenfalls reduzieren. Auch Rauchen bzw. Passivrauchen steigert den Knochenverlust und sollte nach Möglichkeit vermieden werden. Dagegen haben Sportarten, bei denen das eigene Körpergewicht zum Tragen kommt, wie z. B. Wandern oder Walking eine ausgesprochen positive Wirkung auf die Muskulatur und die Festigkeit der Knochen.
Der Verzehr von Milchprodukten, die ja für ihren hohen Calciumgehalt bekannt sind, kann ebenfalls der Entstehung einer Osteoporose entgegenwirken. Interessanter Weise ergab die Überprüfung von 46 Studien zu diesem Thema, dass fettarme Milch und fettarmer Joghurt positiv eingestuft werden können, während stark gesalzener Käse den Calciumverlust über den Urin sogar fördert.

Auch gegen depressive Verstimmungen während der Wechseljahre ist ein Kraut gewachsen, namentlich Griffonia (5-HTP). Seine antidepressive Wirksamkeit konnte in zahlreichen Studien nachgewiesen werden und gilt heute als unumstritten.